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Dreifaltigkeitskathedrale (Liepāja)

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Datei:Dreifaltigkeitskathedrale Außenansicht.jpg
Außenansicht der Dreifaltigkeitskathedrale

Die Dreifaltigkeitskathedrale ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine evangelisch-lutherische Bischofskirche in der lettischen Stadt Liepāja (deutsch: Libau).

Entstehung

In Libau bestanden zwei lutherische Gemeinden. Die St.-Anna-Gemeinde umfasste die lettischsprachigen Mitglieder, die Trinitatis/Dreifaltigkeits-Gemeinde die deutschsprachigen.<ref>Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, S. 346.</ref> Beide Gemeinden feierten ihre Gottesdienste in der St.-Anna-Kirche.<ref name="Elvīra Spinga">Elvīra Spinga: Karl Ludwig Tetsch – der erste Pastor der St. Dreifaltigkeitskirche. In: Ilze Krokša, Aina Balaško (Hg.): Vācu kultūra Latvijā. Ieskats vācu-latviešu novadu kultūras un vācu biedrību vēsturē = Deutsche Kultur in Lettland. Einblick in die Geschichte der deutsch-lettischen Regionskulturen und die deutsche Vereinsgeschichte. Latvijas Vācu Savienība, Riga 2009, S. 47.</ref>

1742 beschloss der Rat der Stadt den Bau einer Kirche für die deutsche Gemeinde und verpflichtete dazu den Königsberger Baumeister Johann Christoph Dorn, der zwei Entwürfe nach Libau mitbrachte. Die Libauer entschieden sich – ungeachtet der hohen Kosten – für den aufwendigeren der beiden Pläne.<ref>Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 65–67.</ref> Denn die neue Kirche sollte die Dreifaltigkeitskirche in Mitau (heute Jelgava), der anderen großen Stadt in Kurland, übertreffen. Mitau war die Residenzstadt des Herzogtums Kurland und Semgallen und vom konservativen Adel geprägt; Libau hingegen war eine aufblühende Handelsstadt. Ihre im „modernen“ (statt im hergebrachten) Stil zu bauende Kirche sollte nicht zuletzt das Selbstbewusstsein des Libauer Bürgertums ausdrücken

„“

Für die neue Kirche kaufte die Gemeinde ein Grundstück an der Großen Straße.

Baugeschichte

Der Grundsteinlegung erfolgte am 8. März 1742. Das Gebäude wurde aus Feldsteinen und Ziegeln aufgemauert und mit Sandstein verkleidet. Pilaster, Gesimse, Fensterrahmen und die Portale wurden aus gotländischem Sandstein gehauen. Die Portale sind „das Glanzvollste, was in Lettland an Steinmetzarbeiten aus der Zeit der historischen Stile zu finden ist“.<ref>Imants Lancmanis: Libau. Eine baltische Hafenstadt zwischen Barock und Klassizismus. Böhlau, Köln 2007, S. 73.</ref> 1746 konnte die Kirche überdacht werden, 1747 begann die Einwölbung.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 60.</ref> Am 5. Dezember 1758 wurde die Kirche geweiht.<ref name="Imants Lancmanis 62">Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 62.</ref>

Der erste Pastor der Dreifaltigkeitskirche war (bis 1771) Karl Ludwig Tetsch, der durch seine dreibändige Curländische Kirchen-Geschichte (1767–1769) bekannt wurde.<ref name="Elvīra Spinga" />

Bei der Renovierung und teilweisen Umgestaltung der Kirche 1865/1866 wurden die einzelnen Patronatslogen abgebaut und durch eine durchgehende Empore ersetzt.<ref>Imants Lancmanis: 'Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 76.</ref> Der Turm wurde auf seine heutige Höhe von 55 Metern aufgestockt. 1906 folgte die Installierung der Uhrmechanik.

Ausstattung

Überblick

Der Innenraum ist vor allem im Stil des Rokoko gestaltet. Daneben finden sich Elemente des frühen Klassizismus, unter anderem an der Orgelempore.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 89.</ref> Bemerkenswert sind die zahlreichen, gut erhaltenen Goldverzierungen. Die Kirchenbänke sind aufwändig mit Holzschnitzerei verziert.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 87.</ref>

Der Hauptaltar ist 13 Meter hoch und damit der höchste in Lettland. Das Mittelfeld mit dem Kruzifix wird links und rechts von den monumentalen Skulpturen der vier Evangelisten umgeben.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 77.</ref> Das Altarretabel ist eine „Enzyklopädie der Rokoko-Ornamentik“.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 79.</ref>

Weitere Hauptwerke des Rokoko in Lettland sind die Kanzel, der Beichtstuhl und die Orgelempore.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 81–83.</ref> Dem Beichtstuhl gegenüber steht die vermutlich nach 1763 gebaute, prächtige Loge der Herzöge von Kurland und Semgallen mit dem kurländischen Wappen und dem Wappen der Familie Biron von Curland.<ref>Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 83–84.</ref>

Orgel

Datei:Dreifaltigkeitskathedrale Orgel.jpg
Orgel

Die Orgel der Kathedrale ist die größte Orgel mit mechanischer Traktur weltweit. Sie wurde um 1750 von Johann Heinrich Joachim gebaut, 1774–1779 von Heinrich Andreas Contius teilweise neu- bzw. umgebaut, 1877 von Carl Alexander Herrmann und 1885 von Barnim Grüneberg erweitert.<ref>Geschichte der Orgel Teisvienibasfonds.lv (deutsch)</ref> Sie war von 1885 bis 1912 die größte Orgel der Welt.<ref name="Imants Lancmanis 85">Imants Lancmanis: Imants Lancmanis: Libau. ..., S. 85.</ref> Die Orgel verfügt über 131 Register auf vier Manualen und Pedal mit 7000 Pfeifen.<ref>Orgelführung Youtube</ref> Bis heute finden in der Kirche klassische Aufführungen und Konzerte statt. Eine Restaurierung ist nötig (Stand 2015).

Literatur

  • Imants Lancmanis: Libau. Eine baltische Hafenstadt zwischen Barock und Klassizismus. Böhlau, Köln 2007, ISBN 978-3-412-02806-0, S. 58–91.
  • Terēze Fuglica, Rita Minkeviča: Die Heilige Dreifaltigkeitskirche in Libau. In: Ilze Krokša, Aina Balaško (Hg.): Vācu kultūra Latvijā. Ieskats vācu-latviešu novadu kultūras un vācu biedrību vēsturē = Deutsche Kultur in Lettland. Einblick in die Geschichte der deutsch-lettischen Regionskulturen und die deutsche Vereinsgeschichte. Latvijas Vācu Savienība, Riga 2009, ISBN 978-9984-39-832-7, S. 49–57.

Weblinks

Commons: Dreifaltigkeitskathedrale (Liepāja) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />

Koordinaten: 56° 30′ 35,4″ N, 21° 0′ 48,1″ O

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