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Drüsenblättrige Kugeldistel

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Drüsenblättrige Kugeldistel
Datei:Echinops-sphaerocephalus-bumblebee-0a.jpg

Drüsige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Kugeldisteln (Echinops)
Art: Drüsenblättrige Kugeldistel
Wissenschaftlicher Name
Echinops sphaerocephalus
L.

Die Drüsenblättrige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus), auch Drüsige Kugeldistel oder Bienen-Kugeldistel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kugeldisteln (Echinops) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Drüsenblättrige Kugeldistel ist eine zwei- bis mehrjährige, meist hapaxanthe, seltener ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 180 (selten 300) Zentimeter erreicht.<ref name="Hegi1987" /> Die ganze Pflanze ist stark drüsenhaarig, zuletzt zumindest noch am rötlich braunen, fast immer verzweigten Stängel. Die Stängel sind aufrecht, einfach oder oben in einköpfige Äste geteilt.<ref name="Hegi1987" /> Die Laubblätter sind oberseits (neben den Drüsen) kurzborstig bis steifhaarig, distelartig dornig gezähnt und fiederlappig bis fiederteilig. Sie stehen locker, die unteren sind gestielt, die mittleren und oberen sitzend und stängelumfassend.<ref name="Hegi1987" /> Sie sind im Umriss eiförmig-länglich. Die Fiederabschnitte sind waagrecht oder schief abstehend, länglich oder dreieckig-lanzettlich, dornig gezähnt und in einen Dorn auslaufend.<ref name="Hegi1987" />

Generative Merkmale

Datei:Illustration Echinops sphaerocephalus0.jpg
Illustration der Drüsigen Kugeldistel
Datei:Echinops sphaerocephalus 2 RF.jpg
Bestand der Drüsigen Kugeldistel
Datei:Echinops sphaerocephalus 20050705 565.jpg
Drüsige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus)
Datei:20150723Echinops sphaerocephalus2.jpg
Drüsige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus)

Die auf je eine Blüte reduzierten Einzelköpfe sind ihrerseits zu einem kopfigen, kugeligen, igelartigen Gesamtblütenstand zweiter Ordnung vereint. Der Gesamtblütenstand ist ein kugeliger Kopf, der lang gestielt ist und 4 bis 8 Zentimeter breit ist.<ref name="Hegi1987" /> Die Einzelköpfe sind etwa 2 Zentimeter lang, deren Hüllblätter sind von außen nach innen an Länge zunehmend. Die äußersten Hüllblätter sind am breitesten, sind fransig gewimpert, auf dem Rücken drüsig und laufen in eine weiche Spitze aus.<ref name="Hegi1987" /> Die innersten sind doppelt so lang wie die äußersten und sind in feine Borsten zerschlitzt.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter und Blütenkrone ist grau bis metallisch weißlich, höchstens schwach gräulich-blau angelaufen. Kontrastwirkung entsteht durch die blauen Staubblätter und die weiße Krone. Die Kronröhre ist 6 mm lang. Es ist eine Griffelbürste vorhanden. Die Achänen sind 6 bis 10 mm lang, grau seidenhaarig und besitzen einen krönchenartigen Haarkranz (Pappus).<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30 oder 32.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Drüsenblättrige Kugeldistel ist ein Hemikryptophyt. In Mitteleuropa blüht sie nur einmal. Sie bildet „Körbchenblumen“ aus, die reichlich Nektar bilden. Bestäuber sind Bienen, Wespen und Tagfalter (Entomophilie).

Die Hüllblätter schließen sich bei Nässe und spreizen sich bei trockener Witterung. Die Ausbreitung erfolgt als Tierstreuer und durch den Menschen (Gartenflüchtling). Auch Klettausbreitung ist möglich; Windausbreitung dagegen fraglich. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Vorkommen

Die Drüsenblättrige Kugeldistel kommt ursprünglich in Südeuropa, West- und Zentralasien, im Kaukasusraum, in Sibirien und in Xinjiang vor.<ref name="GRIN" /> In mehreren Ländern Mitteleuropas, Nordeuropas und Osteuropas, in Australien und in Nordamerika ist sie ein Neophyt.<ref name="GRIN" /> In Mitteleuropa wird sie hier und da als Zier- und Bienenfutterpflanze kultiviert und gelegentlich verwildert und eingebürgert vorgefunden, vor allem in Trocken- und Wärmegebieten, an Schuttplätzen, Dämmen oder Ufern. Sie bevorzugt nährstoffreichen, besonders steinigen Boden. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, ein Wärmezeiger, subkontinental verbreitet, häufiger an stickstoffreichen Standorten anzutreffen und eine Verbandscharakterart Wärmebedürftiger Distelgesellschaften (Onopordion acanthii). Sie kommt in Mitteleuropa aber auch in Gesellschaften des Verbands Arction lappae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie steigt im Kanton Wallis bis 900 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Hegi1987" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="Euro+Med" />:

  • Echinops sphaerocephalus <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. sphaerocephalus
  • Echinops sphaerocephalus subsp. albidus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss. & Spruner) Kožuharov (Syn.: Echinops albidus <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Spruner): Sie kommt in Italien, auf der Balkanhalbinsel, in Bulgarien und in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Echinops sphaerocephalus subsp. taygeteus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss. & Heldr.) Kožuharov (Syn.: Echinops taygeteus <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Heldr.): Sie kommt in Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" />

Trivialnamen

Für die Drüsenblättrige Kugeldistel bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: schwarze Gartendistel, Kugeldistel, Jungfrauendistel, Maydistel und Weissdistel.<ref>Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 138.(online).</ref>

Literatur

  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Echinops sphaerocephalus In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 808–810. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="InfoFlora"> Echinops sphaerocephalus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Drüsenblättrige Kugeldistel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien