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Donsbrüggen

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Donsbrüggen
Stadt Kleve
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1440)&title=Donsbr%C3%BCggen 51° 48′ N, 6° 6′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1440) 51° 48′ 5″ N, 6° 5′ 44″ O
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Einwohner: 1440 (2022)<ref>Donsbrüggen (Kleve, Nordrhein-Westfalen) - Einwohnerzahlen, Grafiken, Karte, Lage, Wetter, Web-Informationen. Abgerufen am 29. November 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 47533
Vorwahl: 02821
Datei:Donsbrueggen.JPG
Blick auf Donsbrüggen von der Mühle aus
Datei:Donsbrüggen, die katholische Pfarrkirche Dm50 IMG 4016 2020-04-05 11.38.jpg
Katholische Kirche St. Lambertus
Datei:Donsbrüggen mehrer straße winter.jpg
Mehrer Straße
Datei:Donsbrüggen schlucht winter.jpg
Gelände der „Schlucht“
Datei:Donsbrüggen sos kinderdorf niederrhein winter.jpg
SOS-Kinderdorf Niederrhein „Jägerhof“

Donsbrüggen ist ein Ortsteil der Stadt Kleve am Niederrhein und hat rund 1500 Einwohner.

Geografie

Donsbrüggens alter Dorfkern liegt am Rand der Düffel um die Kirche St. Lambertus. Richtung Kleve und Materborn beginnen südlich der Bundesstraße 9 die Höhenzüge des Klever Reichswalds.

Geschichte

Die Ursprünge Donsbrüggens liegen im fränkischen Frühmittelalter; 100 Meter südwestlich der Kirche fand man Gräber des 6. Jahrhunderts.<ref>Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, S. 281–282, ISBN 3-7927-1247-4.</ref> Es gehörte zu Hattuarien (Hettergau) im fränkischen Teilreich Austrasien. 721/22 vermachte der fränkische Graf Ebroin, Sohn des Oda, der Kirche in Rindern, welcher der angelsächsische Missionar und Bischof Willibrord damals vorstand (custos), Besitzungen in Donsbrüggen, genauer Waldbesitz zu „Dangaes-broch“, der sich bis Mehr und Rindern erstreckte (wohl Eichen: daher Eckenscher Hof)<ref>Johannes van Lier: Zur Geschichte des Christentums in der Düffel. In: Hans Jürgen Arens (Hrsg.): Von Pilgerwegen, Hansestädten und Heiligenverehrung: Zur Wirkungsgeschichte der hl. Willibrord ... im Rhein-Maas-Mosel-Raum. BoD, Norderstedt 2019, ISBN 978-3-7494-1415-4 (google.de).</ref>; später waren die von Willibrord gegründete Abtei Echternach (heute Luxemburg) und die karolingische Abtei St. Quentin (heute Nordfrankreich) hier begütert. Letztere verkaufte ihren Besitz 1213 an das Stift Xanten.<ref>Friedrich Gorissen: Von den Anfängen der Besiedlung bis zum Ende der Herrlichkeit: Darstellung und Quellen (= Rindern (Harenatium - Rinharen) / Friedrich Gorissen ; Heimatverein Rindern Arenacum e.V. Nr. 1). Verlag für Kultur und Technik, Kleve 1985, ISBN 978-3-924637-04-0.</ref>

Mit der Herrschaft Rindern kam der Ort 1347 an die Grafschaft Kleve. 1448 wurde Donsbrüggen mit der Lambertuskirche eine selbstständige Pfarre, zu der auch der Nachbarort Nütterden bis 1841 gehörte. Das 1481 bezogene Augustinerkloster Gnadenthal wurde am 4. April 1590 im Achtzigjährigen Krieg durch von der kurz zuvor errichteten Festung Schenkenschanz operierende niederländische Truppen geplündert und zerstört; 1663 kaufte Prinz Moritz von Nassau die Ruinen, um die Steine für seine Bauten zu verwenden. Das Grundstück verkaufte der Orden 1670 an den Beamten Werner Wilhelm von Blaspiel.<ref>"Kleverländisch" - Klöster. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Dort befindet sich heute das zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete Schloss Gnadenthal, der Geburtsort von Anacharsis Cloots.

Ab 1609 fiel das Dorf mit dem Herzogtum Kleve an Brandenburg. Von 1798 bis 1813 gehörte es zum französischen Departement Roer, bevor es wieder zum Königreich Preußen kam. Im preußischen Kulturkampf 1874 durfte der neue Pfarrer Kuypers sein Amt nicht antreten. Seine Möbel wurden nach Staatsorder auf dem großen Markt in Kleve versteigert – und von Donsbrüggern gekauft. Abends stand das Hausinventar wieder im Pastorat.<ref>Jennifer Marie Wunn: Jeder treu auf seinem Posten: German Catholics and Kulturkampf protests. Diss. Hrsg.: University of Georgia. Athens 2014, S. 154 (uga.edu [PDF]).</ref>

Datei:Pfarrhaus donsbrueggen.jpg
Ehemaliges Pfarrhaus Donsbrüggen, heute ein Hospiz

Auf der Donsbrügger Heide wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Kriegsgräberstätte Donsbrüggen für insgesamt 2716 Opfer angelegt, meist deutsche Soldaten, die in der Schlacht im Reichswald im Februar 1945 gefallen waren, viele zivile Kriegsopfer auch des Bombenangriffs vom 7. Oktober 1944, ferner ca. 200 meist ukrainische Fremdarbeiter.<ref>Kriegsgräberstätte: Kleve-Donsbrüggen-Kriegsgräberstätte - Bau, Pflege und Instandsetzung | Volksbund.de. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Im Jahr 1950 wurde der Ort im Beisein von Ministerpräsident Karl Arnold für Besucher eröffnet. Am 18. Februar 2025 wurde zum 80-jährigen Gedenktag eine Veranstaltung von deutscher und niederländischer Seite durchgeführt.<ref>Gedenken in Donsbrüggen. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref>

Die 1865 eröffnete grenzüberschreitende Bahnstrecke zwischen Kleve und Nijmegen wurde 1999 stillgelegt. Im Sommer fahren zwischen Kleve und Groesbeek Draisinen über die ehemalige Bahnstrecke. Gleich daneben liegt seit 2019 die Europa-Radbahn.

Am 1. Juli 1969 wurde Donsbrüggen, bisher zum Amt Rindern gehörig, nach Kleve eingemeindet.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 80.</ref> 2009 wurde die Bekenntnisgrundschule geschlossen, die Hauptschulstufe lange zuvor. Die Pfarrei ist 2005 durch Fusion von 5 Pfarreien in der neu gegründeten Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt<ref>Kirchen St. Mariae Himmelfahrt Kleve. Abgerufen am 9. Dezember 2019.</ref> in Kleve aufgegangen. Es gibt einen katholischen St. Lambertus-Kindergarten. Im und am ehemaligen Pfarrhaus in Donsbrüggen wurde 2022 durch die Katholische Karl-Leisner-Stiftung ein Hospiz mit 12 Plätzen eingerichtet, das zur Betreuung im Klever St. Antonius-Hospital gehört.<ref>Hospiz Donsbrüggen. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • St. Lambertus, katholische Kirche, 1854 neu errichtet, Planung durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, Finanzierung durch Familie von Hövell.
  • Schloss Gnadenthal: Im frühen 18. Jahrhundert wurde auf dem Gelände des zerstörten Augustinerklosters Gnadenthal, das 1603 nach Uedem verlegt worden war, das Schloss Gnadenthal errichtet. Die Anlage gelangte im frühen 19. Jahrhundert in den Besitz der Familie von Hövell, die den Bau klassizistisch umgestalten ließ.
  • Mühle Donsbrüggen, errichtet 1824.
  • Schmiede Donsbrüggen, errichtet 1912.
  • Geschichtsstelen Donsbrüggen<ref>Unsere Stelen, aufhvv-d.de, abgerufen am 23. Januar 2025</ref>

Literatur

  • Leopold Fonck: Die erste Kirchengründung einer Lambertuskirche in Donsbrüggen, Donsbrüggen 1983
  • Leopold Fonck: 1250 Jahre bezeugtes Christentum in unserer Heimat (Fonck, Leopold: Beiträge zur Geschichte der Pfarre St. Lambertus Donsbrüggen, 2/4), 1984
  • Leopold Fonck: Gottesdienstliches Leben in der Pfarre Donsbrüggen in den letzten vier Jahrhunderten, Donsbrüggen 1987
  • Alfred Reimann: 550 Jahre katholische Pfarre Donsbrüggen, Donsbrüggen 1998
  • SV 06 Donsbrüggen: Chronik. 100 Jahre SV 06 Donsbrüggen e. V. Donsbrüggen 2006
  • Heimat- u. Verkehrsverein Donsbrüggen: Donsbrüggen. Bilder aus vergangenen Zeiten, Goch 2008
  • Paul-Josef Heister u. Martin Huth: Totenzettel. Erinnerung an Menschen, die in Donsbrüggen lebten, Kleve 2010
  • Paul-Josef Heister u. Martin Huth: Kriegsschicksale. Menschen aus Donsbrüggen in den beiden Weltkriegen, Goch 2014
  • Gegen das Vergessen/Tegen het Vergeten. Zeit-Zeugen-Berichte aus der Region beidseits der Grenze, hg. v. Heimat- und Verkehrsverein Donsbrüggen und Stichtung Groesbeek Airborne Vrienden, 2025

Weblinks

Commons: Donsbrüggen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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