Dominanz (Psychologie)
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Unter Dominanz (Ursprung lateinisch: dominare = herrschen oder dominus = Herrscher, Herr) versteht man in der Biologie und in der Anthropologie, dass ein Individuum oder eine Gruppe von Individuen gegenüber einem anderen Individuum bzw. einer Gruppe einen höheren sozialen Status hat, worauf letzteres unterwürfig reagiert.<ref name=":0">Hartmut O. Häcker: Dominanz im Dorsch Lexikon der Psychologie. 2022 (hogrefe.com [abgerufen am 6. April 2026]).</ref> Das Gegenteil von Dominanz ist Unterwürfigkeit bzw. Subordination / Submissivität.<ref name=":1">Dominanz, Lexikon der Biologie. (spektrum.de [abgerufen am 6. April 2026]).</ref>
Biologie
Dominanz-Hierarchien sind bei vielen Tieren einschließlich der Primaten und auch beim Menschen zu finden.<ref name=":1" />
Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird.<ref name=":1" />
Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig. Die Dominanzbeziehungen werden nach der Klärung von allen Beteiligten anerkannt (besonders im Tierreich).<ref name=":1" /> So entstehen soziale, hierarchische Rangordnungen, z. B. bei der Nahrungsaufnahme, der gegenseitigen Körperpflege, der Fortpflanzung. Dominanz ist einerseits arterhaltend,<ref name=":0" /> kann aber auch zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn es sich um einen erzwungenen Dauerkontakt zu ranghöheren Wesen handelt und die Individuen sonst nicht als Herdenwesen zusammen leben. Dies wurde z. B. bei malaiischen Spitzhörnchen beobachtet.<ref name=":1" />
Neben Kampfhandlungen<ref name=":0" /> kann man die Dominanzfrage auch mit anderen Mitteln klären, wie z. B. bei Schimpansen festgestellt wurde, die mit einem Lärmspektakel mit leeren Kanistern ihren Rang erhöhten.<ref name=":1" />
Psychologie
In der Psychologie spricht man von Dominanzverhalten, wenn ein Individuum das Verhalten eines oder mehrerer anderer Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte oder tatsächlich beherrscht.<ref name=":0" />
Bei R. B. Cattels Fünf-Faktoren-Modell ist Dominanz eine Unterkategorie von Extraversion.<ref name=":0" />
Wie Dominanzverhalten gesellschaftlich bewertet wird – etwa ob es erwartet wird oder sanktioniert wird – unterscheidet sich je nach Kultur, Geschlecht und Situation. Autoritätsfixierte Personen scheinen sich, laut Forschung, eine starke Führung zu wünschen.<ref name=":2">Susanne Ackermann: Dominanz: Warum wir sie uns manchmal wünschen. In: Psychologie heute. Verlagsgruppe Beltz, 13. Mai 2022, abgerufen am 6. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch rein situativ können sich Personen Dominanz von einer dritten Person wünschen, wenn es einen Konflikt gibt. Die dritte Person mit mehr Macht soll die Konfliktlösung herbeiführen.<ref name=":2" />
Dominante Wesen lassen sich auch an Gestik, Mimik, Körpersprache und, bei Menschen, an der Kleidung und an Attributen der Macht erkennen. Dies können z. B. teure Uhren und/oder edler Schmuck sein. Dominanzpositionen müssen also nicht notwendigerweise verbalisiert werden.<ref>Jochen Mai: Dominanzgesten: Definition, Beispiele + wie kontern? In: karrierebibel.de. 6. März 2018, abgerufen am 6. April 2026.</ref>
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BDSM
Im Bereich des BDSM bedeutet Dominanz, dass jemand durch die Anwendung bestimmter physischer oder psychischer Methoden die Kontrolle über andere Menschen oder eine Situation erlangen kann oder es tatsächlich tut, soweit der Andere die Kontrolle freiwillig so weit abgibt. In diesem Kontext ist das Gegenstück zum dominanten der devote Part. Während einer festen Zeitspanne findet dieses Verhalten meist in Form eines erotischen Rollenspiels statt.<ref>psychologen.at: Lexikon: BDSM. bestNET Information-Service GmbH, abgerufen am 6. April 2026.</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />