Doldige Gänsekresse
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| Doldige Gänsekresse | ||||||||||||
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| Datei:Arabis ciliata Atlas Alpenflora.jpg
Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Arabis ciliata | ||||||||||||
| Clairv. |
Die Doldige Gänsekresse (Arabis ciliata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsekressen (Arabis) innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Doldige Gänsekresse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 6 bis 20, selten bis 35 Zentimetern.<ref name="Markgraf1958" /> Die meist mehreren Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, einfach oder ästig und von längeren einfachen waagrecht abstehenden Haaren und von kürzeren zweistrahligen, selten mehrstrahligen Haaren rau.<ref name="Markgraf1958" /> Die grundständigen Blätter sind länglich verkehrt eiförmig und in einen kurzen Stiel verschmälert. Sie sind ganzrandig oder spärlich und unregelmäßig kurz gezähnt und von einfachen und Gabelhaaren rau. Drei- und mehrstrahlige Haare fehlen oder finden sich zerstreut am Blattrand.<ref name="Markgraf1958" /> Die Stängelblätter sitzen mit abgerundetem oder verschmälertem Grund.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. In einem ± überhängenden, anfangs doldentraubigen, später durch Streckung der Blütenstandsachse bis zur Fruchtreife, traubigen Blütenstand befinden sich 15 bis 25 Blüten.
Die zwittrige Blüte ist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind 2 bis 2,5 Millimeter lang, kahl, schmal weiß hautrandig und an der Spitze häufig violett.<ref name="Markgraf1958" /> Die vier Kronblätter sind 3,5 bis 5 Millimeter lang und weiß. Sie sind schmal länglich verkehrt eiförmig und ziemlich rasch in den Nagel verschmälert.<ref name="Markgraf1958" /> Die längeren Staubblätter sind 3 Millimeter lang. Der Fruchtstiel 3 bis 5 Millimeter lang. Die abstehende Schote ist, zusammengedrückt und 1,6 bis 2,2 Zentimeter lang, und 1 bis 1,3 Millimeter breit. Die Fruchtklappen sind flach, über den Samen leicht höckrig<ref name="Markgraf1958" />, die Mittelader ist schwach ausgeprägt. Der Griffel ist 0,5 Millimeter lang.<ref name="Markgraf1958" /> Die Samen sitzen in einer Reihe, springen also bis zur Mitte der Scheidewand vor und bilden eine Längszeile. Die Samen sind nicht geflügelt.<ref name="Markgraf1958" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Selbstbestäubung. Als Blütenbesucher wurden Honigbienen, Tagfalter, Schwebfliegen und Musciden beobachtet.<ref name="Markgraf1958" />
Vorkommen
Die Doldige Gänsekresse gedeiht in den Pyrenäen, im Apennin, den Alpen und andere Gebirgen Mitteleuropas und der Balkanhalbinsel.<ref name="AFE" /> Es gibt Fundortangaben für die Länder Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, Andorra, Spanien, Polen, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Bulgarien, Rumänien sowie Belarus.<ref name="Euro+Med" />
Die Doldige Gänsekresse kommt in den Alpen verbreitet vor, in den Voralpen ist sie selten. Sie wächst auf Matten, in subalpinen und alpinen Steinrasen und in feinem Gesteinsschutt. Sie kommt bevorzugt auf frischen, kalkhaltigen, steinigen Böden in der montanen bis alpinen Höhenstufe vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie auf dem Plateau des Großen Daumen in Bayern bis zu einer Höhenlage von 2200 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> Nach Josias Braun-Blanquet kommt sie in Graubünden in Höhenlagen von 250 bis 2780 Metern vor.<ref name="Markgraf1958" />
Pflanzensoziologisch ist sie eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia albicantis.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstbeschreibung von Arabis ciliata erfolgte 1811 durch Joseph Philippe de Clairville in Manuel d’herborisation en Suisse et en Valais, S. 222.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Arabis ciliata <templatestyles src="Person/styles.css" />Clairv. sind: Arabis arcuata <templatestyles src="Person/styles.css" />Shuttlew., Arabis corymbiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Vest, Dollineria ciliata <templatestyles src="Person/styles.css" />Saut.
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Arabis ciliata Clairv. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 594. </ref> <ref name="AFE"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 10. Cruciferae (Sisymbrium to Aubrieta). Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1994, ISBN 951-9108-09-2, S. 196. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Brassicaceae.: Datenblatt Arabis ciliata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Markgraf1958">Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 261–262. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> </references>