Dohnányi (Adelsgeschlecht)
Die Familie von Dohnányi (ungarisch: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />], deutsch: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />])<ref>Christoph und sein Sohn Justus führen den Familiennamen in seiner originalen (ungarischen) Form, während Hans (ab 1925, siehe Deutsche Nationalbibliothek) und Klaus sich für die eingedeutschte Variante entschieden haben (vgl. Brockhaus-Enzyklopädie, 19. Auflage, Band 3, Seite 582 (1988))</ref> ist in mehreren Generationen durch prominente Vertreter aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Politik bekanntgeworden.
Geschichte
Ihrer Verdienste in den Türkenkriegen wegen wurde die protestantische ungarische Familie Dohnanyi 1653 geadelt.<ref>Welt am Sonntag, 13. August 2006</ref> Georg von Dohnányi und sein Sohn sollen eine belagerte Stadt mit Lebensmitteln versorgt haben, so dass sie dem Angriff der Türken standhalten konnte. Die auf den 12. September 1697 datierte Urkunde befindet sich im Staatsarchiv Hamburg. Das damals mitverliehene Familienwappen zeigt einen Pelikan, der seine Jungen mit seinem aus der Brust fließenden Blut nährt.<ref>Jochen Thies: Die Dohnanyis. Eine Familienbiografie. Propyläen Verlag, München 2004; S. 14.</ref> Die Endung -i (oder -y) ersetzt im Ungarischen das im deutschen Sprachraum verwendete Adelsprädikat von, das seit der Übersiedlung dorthin zusätzlich geführt wird. Erster überlieferter Angehöriger war ein im Jahr 1631 erwähnter György Dohnányi. Der Familienüberlieferung nach sollen die ungarischen Dohnányi von einem eingewanderten Angehörigen der böhmischen Linie der Grafen zu Dohna abstammen, jedoch führen sie ein von diesen verschiedenes Wappen (mit einem springenden Hirsch anstatt zweier gekreuzter Hirschstangen). Ungeklärt ist, ob ein Zusammenhang mit der Ortschaft Do(h)nány in der heutigen Slowakei bestand.
Die Familie gehört seit dem 20. Jahrhundert – ähnlich den Albrecht, Gmelin, Harnack, Mann, Siebold, Trendelenburg oder Weizsäcker – zu den bekanntesten Namensträgern des deutschen Bildungsbürgertums.
Familienmitglieder
- Oliver von Dohnányi (* 1955), slowakischer Dirigent, Musikdirektor und Opernintendant
Literatur
- Jochen Thies: Die Dohnanyis. Eine Familienbiografie. Propyläen Verlag, München 2004; ISBN 3-549-07190-6 (Rezension von Norbert Seitz: Drei Generationen „Weltbürger“; in: Frankfurter Rundschau, Ausgabe vom 1. Juni 2005.)
- Artikel über die Familiengeschichte (auf Ungarisch)
Einzelnachweise
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