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Dodecahedran

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Dodecahedran ist ein Molekül aus der Gruppe der isocyclischen Kohlenwasserstoffe und besitzt die Summenformel C20H20.

Das Molekül hat die Form eines Dodekaeders – eines platonischen Körpers – und gehört somit zur Gruppe der platonischen Kohlenwasserstoffe.<ref>Vorlage:RömppOnline</ref> Dabei ist jedes Kohlenstoffatom mit drei weiteren Kohlenstoffatomen und einem Wasserstoffatom verbunden. Immer fünf Kohlenstoffatome bilden somit eine Seitenfläche des 12-flächigen Polyeders. Das Dodecahedran wurde erstmals 1982 von Leo A. Paquette synthetisiert.<ref>R.J. Ternansky, D.W. Balogh, L.A. Paquette: Dodecahedrane. In: J. Am. Chem. Soc., 1982, 104, S. 4503–4504; doi:10.1021/ja00380a040.</ref> Die Verbindung kristallisiert in einem kubischen Kristallgitter.<ref name="Bertau" />

Synthese

Die von Leo A. Paquette beschrittene Route zu Dodecahedran ermöglichte zwar die Erstsynthese, erwies sich aber in der Folgezeit als zu aufwändig, um Multi-Gramm-Mengen an Dodecahedran bereitzustellen und die Chemie der Dodecahedrane im Detail zu untersuchen. Diese wurde erst durch die im Arbeitskreis Horst Prinzbach ausgearbeitete Pagodan-Route zum Dodecahedran möglich. Die Route ist benannt nach dem Kohlenwasserstoff Pagodan (C20H20),<ref>Wolf Dieter Fessner, Gottfried Sedelmeier, Paul R. Spurr, Grety Rihs, H. Prinzbach: “Pagodane”: the efficient synthesis of a novel, versatile molecular framework. In: Journal of the American Chemical Society, 1987, 109 (15), S. 4626–4642; doi:10.1021/ja00249a029.</ref> da in ihrer ursprünglichen Variante Dodecahedran durch katalysierte Gasphasenisomerisierung von Pagodan erhalten wurde.<ref>Wolf-Dieter Fessner, Bulusu A. R. C. Murty, Horst Prinzbach: The Pagodane Route to Dodecahedranes – Thermal, Reductive, and Oxidative Transformations of Pagodanes. In: Angewandte Chemie International Edition in English, 1987, Volume 26, Issue 5, S. 451–452; doi:10.1002/anie.198704511.</ref><ref>Wolf-Dieter Fessner, Bulusu A. R. C. Murty, Jürgen Wörth, Dieter Hunkler, Hans Fritz, Horst Prinzbach, Wolfgang D. Roth, Paul von Ragué Schleyer, Alan B. McEwen, Wilhelm F. Maier: Dodecahedranes from [1.1.1.1]Pagodanes. In: Angewandte Chemie International Edition in English, 1987, Volume 26, Issue 5, S. 452–454, doi:10.1002/anie.198704521.</ref> Eine Zusammenfassung der über mehrere Jahre optimierten Route in ihrer Endversion – die nun immer noch über Pagodan-Derivate verläuft aber die nur in geringen Ausbeuten zu erreichende direkte Isomerisierung von Pagodan zu Dodecahedran vermeidet – findet sich im nachfolgenden Schema.<ref>H. Prinzbach, F. Wahl, A. Weiler, P. Landenberger, J. Woerth, L.T. Scott, M. Gelmont, D. Olevano, F. Sommer, B. von Issendorff: C20 Carbon Clusters: Fullerene – Boat – Sheet Generation, Mass Selection, PE Characterization. In: Chem. Eur. J., 2006, 12, S. 6268–6280; doi:10.1002/chem.200501611.</ref>

Datei:Optimized Dodecahedrane Synthesis deu.png
Optimierte Pagodan-Route zu Dodecahedran

Die Synthese beginnt mit dem ehemals als Insektizid eingesetzten Isodrin (1). Im Laufe der Synthese werden einige weniger bekannte Reaktionsschritte durchlaufen.

Herauszuheben sind:

  1. Dyotroper H-Transfer (3)(4)
  2. [2+2]/[6+6]-Photocycloaddition (9)(10)
  3. transannularer Hydrid-Transfer unter Eintritt eines Nuclophils (17)(18)
  4. Nutzung eines „nackten“ Fluorids als sterisch schlanke, starke Base (18)(19)

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />