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Distelöl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Saflor-(Distel)öl
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Blütenstand
Achäne
Rohstoffpflanze(n) Färberdistel (Carthamus tinctorius)
Herkunft Achänen (Früchte)
Farbe

hellgelb bis rötlich

CAS-Nummer Vorlage:CASRN
Fettsäuren in den Fetten
Ölsäure 8,4–22 % bzw. 70,0–83,7 % (high oleic)<ref name="FsZus">Hans-Jochen Fiebig: Fettsäurezusammensetzung wichtiger pflanzlicher und tierischer Speisefette und -öle bei DGF.</ref><ref name="Bayern" />
Linolsäure 53,5–83,2 (high oleic) bzw. 9,0–19,9 %<ref name="FsZus" /><ref name="Bayern" />
Palmitinsäure 5,3–8,0 % bzw. 3,6–6,0 % (high oleic)<ref name="FsZus" />
Stearinsäure 2,5–4,7 %<ref name="Bayern">Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen: Pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke. Teil 2, 2002, online (PDF; 1,35 MB), lfu.bayern.de, abgerufen am 30. April 2017.</ref>
Σ gesättigte Fettsäuren < 10 %<ref name="Lexikon" />
Sonstige Inhaltsstoffe
Vitamin A 15,7–17,2 mg/100 g<ref name="Lexikon">Sabine Krist: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer, 2008, ISBN 978-3-211-75606-5, S. 113–120, doi:10.1007/978-3-211-75607-2_23.</ref>
Tocopherole 45,3 mg/100 g<ref name="Lexikon" />
Eigenschaften
Dichte <math>d^{15}_{15}</math> = 0,922–0,938 kg/l<ref name="Lexikon" />
Viskosität <math>\nu</math> = 32,3–41,2 mm2·s bei 40 °C<ref name="Bayern" />
Oxidationsstabilität 2,9 h<ref>B. Bozan, F. Temelli: Chemical composition and oxidative stability of flax, safflower and poppy seed and seed oils. In: Bioresource Technology. Volume 99, Issue 14, 2008, S. 6354–6359, doi:10.1016/j.biortech.2007.12.009.</ref>
Schmelzpunkt −13 °C bis −20 °C<ref name="Lexikon" />
Rauchpunkt 159 °C<ref name="Mehlen">V. C. Mehlenbacher: The Analysis of Fats and Oils. Garrard Press, 1960, S. 429.</ref>
Flammpunkt 317 °C<ref name="Mehlen" />
Iodzahl 90–150<ref name="Bayern" /><ref name="Lexikon" />
Verseifungszahl 186–203<ref>Sabine Krist: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. 2. Auflage, Springer, 2013, ISBN 978-3-7091-1004-1, S. 211.</ref>
Brennwert 39,5 MJ/kg<ref>Sergio Capareda: Introduction to Biomass Energy Conversions. CRC Press, 2014, ISBN 978-1-4665-1333-4, S. 165.</ref>
Cetanzahl 42<ref>Forest Gregg: SVO. New Society, 2008, ISBN 978-0-86571-612-4, S. 47.</ref>; 49,1 (high oleic)<ref>Peter Emberger: Zünd-, Verbrennungs- und Emissionsverhalten verschiedener Pflanzenöle. Dissertation, Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg, 2012, S. 23, urn:nbn:de:gbv:3:4-10094, (PDF; 2,87 MB).</ref>
Herstellung und Verbrauch
Produktion weltweit 100.000 Tonnen (2014)<ref name="FAO" />
Wichtigste Produktionsländer Mexiko, Indien, USA, Usbekistan<ref name="FAO">FAO Statistik 2014.</ref>
Verwendung Speiseöl, Technik, Kosmetik

Datei:Fat structural formulae V3.svg
Allgemeine chemische Struktur von Fetten, wie Distelöl. Darin sind R1, R2 und R3 langkettige Alkylreste (< 10 %) oder Alkenylreste (> 90 %) mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen

Distelöl, auch Färberdistelöl, Safloröl, ist ein Pflanzenöl, das aus den Achänen (Früchten) der Färberdistel gewonnen wird. Durch Kaltpressung erhält man ein Speiseöl, durch Heißpressung ein technisch verwendbares Öl. Chemisch betrachtet sind beide Triglyceride. Das Rohöl wird aufgrund des kratzenden Geschmacks teilraffiniert. Je nach durchschnittlicher Zusammensetzung der Triglyceride unterscheidet man zwischen zwei Arten des Öls: eins mit höherem Anteil an veresterter Ölsäure (auch high oleic) und ein anderes, in dem veresterte Linolsäure (high linoleic) überwiegt. Des Weiteren gibt es SL-Safloröl (SL steht für Structured Lipids), dessen Fettsäurezusammensetzung durch chemische oder enzymatische Veresterung des Triglycerids verändert wurde. Trotz seines hohen Gehaltes an Linolsäure-Resten ist Distelöl sehr stabil. Der geringe Anteil gesättigter Fettsäure-Reste macht es zu einem ernährungsphysiologisch hochwertigen Öl.<ref name="Lexikon" />

Auch andere Pflanzenöle werden als Distel(samen)öl bezeichnet, z. B. aus Nickender Distel (Carduus nutans), Ruthenischer Kugeldistel (Echinops ritro), Benediktenkraut (Cnicus benedictus), Mexikanischem Stachelmohn (Argemone mexicana) und Eselsdistel (Onopordum acanthium).<ref>E. Reichardt: Archiv der Pharmacie. 3. Reihe, 2. Band, 1. Heft, 52. Jahrgang, 1873, S. 37.</ref><ref>Wilhelm Halden, Adolf Grün: Analyse der Fette und Wachse. 2. Band, Springer, 1929, ISBN 978-3-642-89318-6, S. 170.</ref>

Verwendung

Küche

Da kaltgepresstes Distelöl nicht hitzebeständig ist, sollte es nicht zum Braten verwendet werden. Es eignet sich jedoch zum kurzen Dünsten oder Garen sowie als Salatöl. Häufig wird es für Gemüsegerichte verwendet und dort erst kurz vor dem Servieren eingerührt. Es wird auch bei der Herstellung von Margarine verwendet.<ref name="Lexikon" />

Medizin

Bei Patienten mit Hypercholesterinämie kann Safloröl aufgrund seines hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren als diätetisches Lebensmittel in Kombination mit fettarmer Ernährung zur Prophylaxe und Behandlung von Arteriosklerose eingesetzt werden. Zudem hemmt es Enzyme der Blutgerinnung wie Thrombin und senkt so das Thromboserisiko bei Hypertriglyceridämie. Neben der Beeinflussung kardiovaskulärer Erkrankungen kann Distelöl auch bei Rheuma, Lähmungen, Verstauchungen und Quetschungen topisch angewandt werden.<ref name="Lexikon" />

Kosmetik

Distelöl wird häufig in Hautpflegemitteln eingesetzt. Es dient als Rückfetter für Badeöle und Duschgele. Im Bereich der Augenpartie wird es als Pflegeöl verwendet, außerdem bei starker Seborrhö und Akne und bei normaler Haut mit Entzündungsneigung. Aufgrund des mattierenden Effektes wird es auch bei Mischhaut mit öliger Tendenz eingesetzt. Aus dem Öl lässt sich eine weiche Seife herstellen.<ref name="Lexikon" /> In Kosmetikprodukten wird es in der Liste der Inhaltsstoffe als Vorlage:INCI angegeben.

Technik

Safloröl ist ein langsam härtendes Öl. Die Endfestigkeit wird etwa nach 4 Wochen erreicht.<ref name="Kreidezeit" /> Nach zwölfstündigem Kochen entsteht eine gallertartige Masse (Afridiwachs), die als Ersatz für Leinöl zur Herstellung von Linoleum verwendet wird.

Safloröl vergilbt kaum und wird zur Herstellung von Lack, Firnis und Ölfarbe verwendet. Weitere Anwendung findet es in der Produktion von Druckfarben und Alkydharzen. Zudem wird es als Brennstoff und besonders in Indien als Schmiermittel für Leder und Seile verwendet.<ref name="Lexikon" />

Die anfängliche Härtung kann durch die Zugabe von Sikkativen beschleunigt werden. Holzinhaltsstoffe können die Trocknung verzögern. Die Anwendung im Außenbereich und auf belasteten Flächen wie Fußböden wird nicht empfohlen. Bei der Behandlung von Holz sollte das Safloröl vollständig einziehen oder wieder von der Oberfläche abgewischt werden, da sonst klebrige oder glänzende Überstände zurückbleiben können. Distelöl kann Kaseinfarben zur Verbesserung von Verarbeitbarkeit und Haftung zugemischt werden.<ref name="Kreidezeit"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Safloröl (Memento vom 26. Februar 2021 im Internet Archive; PDF; 123 kB), Produktinformation Art. 370, In: Kreidezeit.de, 31. Juli 2018.</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Hinweisbaustein