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Rosenapfelgewächse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dilleniales)

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Rosenapfelgewächse
Datei:Dillenia reifferscheidia Blanco2.344-cropped.jpg

Dillenia reifferscheidia, Illustration

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Rosenapfelartige
Familie: Rosenapfelgewächse
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Dilleniales
DC. ex Bercht. & J.Presl
Wissenschaftlicher Name der Familie
Dilleniaceae
Salisb.

Die Rosenapfelgewächse (Dilleniaceae) sind die einzige Familie der Ordnung Dilleniales innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Sie kommen von den Tropen über die Subtropen bis in die warm gemäßigten Zonen vor.

Beschreibung

Datei:Illustrations of Indian Botany, Vol. 1 (page 42 crop).jpg
Unterfamilie Dillenioideae: Illustration aus Illustrations of Indian Botany, Volume 1, 1840, S. 42 von Schumacheria castaneifolia
Datei:Hibbertia.dentata.flower.jpg
Unterfamilie Hibbertioideae: Blüte mit je fünf Kelch- und Kronblättern und mit vielen Staubblättern von Hibbertia dentata
Datei:Davilla sessilifolia Fraga - Flickr - Alex Popovkin, Bahia, Brazil (7).jpg
Unterfamilie Doliocarpoideae: Davilla sessilifolia
Datei:Flickr - João de Deus Medeiros - Doliocarpus brevipedicellatus (1).jpg
Unterfamilie Doliocarpoideae: Früchte von Doliocarpus brevipedicellatus
Datei:Simpoh (3522504470).jpg
Unterfamilie Dillenioideae: Dillenia suffruticosa
Datei:Acrotrema agasthyamalayanum-2-chemunji-kerala-India.jpg
Unterfamilie Dillenioideae: Habitus, Laubblätter und Blüten von Acrotrema agasthyamalayanum im Habitat
Datei:Tetracera boomii G. Aymard C. - Flickr - Alex Popovkin, Bahia, Brazil (29).jpg
Unterfamilie Delimoideae: Tetracera broomii
Datei:Hibbertia stellaris.jpg
Unterfamilie Hibbertioideae: Hibbertia stellaris

Die Taxa der Familie Dilleniaceae sind in den meisten Merkmalen sehr variabel:

Erscheinungsbild und Blätter

Es sind große meist laubabwerfende, verholzende Pflanzen: Bäume, Sträucher oder Lianen, selten sind es ausdauernde krautige Pflanzen (Acrotema).<ref name="DELTA" />

Meist sind die Laubblätter voll ausgebildet, bei einigen Arten sind sie aber stark reduziert. Bei manchen Arten stehen die Laubblätter nur in einer grundständigen Rosette, bei den meisten Arten sind sie aber an den Zweigen verteilt, wobei sie meist wechselständig und spiralig, selten gegenständig (Hibbertia coriacea) an den Zweigen angeordnet sind. Die Laubblätter sind meist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die oft lederigen Blattspreiten sind meist einfach und oft gelappt. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Die geflügelten Nebenblätter sind mit den Blattstielen verwachsen oder sie fehlen.<ref name="DELTA" />

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen einzeln oder sind in endständigen zymösen oder traubigen Blütenständen zusammengefasst.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zygomorph und sind meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es gibt meist fünf (3 bis 20, mehr als 14 bei Tetracera) freie Kelchblätter. Die (zwei bis) meist fünf freien, weißen oder gelben Kronblätter können zweigeteilt sein.<ref name="DELTA" /> Es sind meist 15 bis 150 (zentrifugal vermehrte), selten ein bis zehn, freie oder verwachsene Staubblätter vorhanden, sie sind entweder alle fertil oder teilweise steril. Die basifixen Staubbeutel öffnen sich mit Poren oder Längsschlitzen.<ref name="DELTA" /> Meist zwei bis sieben (ein bis 20) Fruchtblätter sind meist frei oder zu einem synkarpen oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Blüte gibt es so viele Griffel wie Fruchtblätter.<ref name="DELTA" />

Früchte und Samen

Als Früchte werden meist Balgfrüchte oder Nussfrüchte, seltener Kapselfrüchte oder Beeren gebildet. Die Früchte sind oft noch vom Kelch umgeben. Balgfrüchte und Nussfrüchte sind meist in Sammelfrüchten zusammengefasst. Die Früchte enthalten einen bis viele Samen. Die Samen haben oft einen Arillus.<ref name="DELTA" />

Chromosomensätze

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 4, 5, 8, 10, 12, 13.<ref name="DELTA" />

Systematik

Die Familie Dilleniaceae wurde 1807 durch Richard Anthony Salisbury in The Paradisus Londinensis, bei Tafel 73 aufgestellt. Typusgattung ist Dillenia <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Dilleniaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. nom. cons. sind: Delimaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Martius, Hibbertiaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Agardh, Soramiaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Martynov.

Nach APG III, 2009 hatten die Dilleniaceae innerhalb der Kerneudikotyledonen keine stabile Position. Sie wurden daher keiner Ordnung zugeteilt.<ref name="APGIII" /> Nach APG IV, 2016 steht die Familie in der eigenen Ordnung Dilleniales <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. ex Bercht. & J.Presl.<ref name="APG_IV" />

Die Ordnung Dilleniales wurde 1820 durch Augustin-Pyrame de Candolle in Bedřich Všemír von Berchtold und Jan Svatopluk Presl: O Prirozenosti Rostlin, S. 223 aufgestellt.

Die Familie Dilleniaceae wird in vier Unterfamilien gegliedert und enthält etwa zwölf Gattungen mit 300 bis 410 Arten:<ref name="GRIN" />

  • Unterfamilie Doliocarpoideae <templatestyles src="Person/styles.css" />J.W.Horn: Sie wurde 2009 aufgestellt<ref name="Horn2009" /> und enthält 2016 etwa sechs Gattungen<ref name="Aymard2016" /> mit etwa 68 Arten:
    • Curatella <templatestyles src="Person/styles.css" />Loefl.: Es gibt nur eine Art:<ref name="Aymard2016" />
      • Curatella americana <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: Dieser Strauch oder kleine Baum ist in der Neotropis weitverbreitet.<ref name="Aymard2016" />
    • Davilla <templatestyles src="Person/styles.css" />Vand. (Syn.: Tigarea <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl.): Die etwa 30 Arten gedeihen in der Neotropis.<ref name="Aymard2016" />
    • Doliocarpus <templatestyles src="Person/styles.css" />Rol.: Die 40<ref name="Aymard2016" /> bis 45 Arten gedeihen in der Neotropis. Das Zentrum der Artenvielfalt ist Brasilien.
    • Neodillenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aymard: Sie wurde 1997 aufgestellt. Die etwa drei beschriebenen Arten kommen im Amazonasbecken vor. (Drei weitere Arten sind 2016 formal noch nicht erstbeschrieben.)<ref name="Aymard2016" />
    • Pinzona <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart. & Zucc.: Es gibt nur eine Art:
      • Pinzona coriacea <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart. & Zucc.: Diese Liane ist in der Neotropis weitverbreitet.<ref name="Aymard2016" />
  • Unterfamilie Dillenioideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Burnett: Sie enthält etwa fünf Gattungen und etwa 75 Arten:<ref name="Horn2009" />
    • Acrotrema <templatestyles src="Person/styles.css" />Jack: Von den 9 bis 14 Arten kommen etwa 7 in Sri Lanka, eine in den Western Ghats in Indien vor und eine ist in Südostasien weitverbreitet.
    • Didesmandra <templatestyles src="Person/styles.css" />Stapf: Es gibt nur eine Art:
    • Dillenia <templatestyles src="Person/styles.css" />L. (Syn.: Neowormia <templatestyles src="Person/styles.css" />Hutch. & Summerh., Wormia <templatestyles src="Person/styles.css" />Rottb., Reifferscheidia <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Presl): Die 58 bis 65 Arten kommen auf den Maskarenen, in Süd- sowie Südostasien, in Indonesien, Queensland (eine Art) und Fidschi vor. Etwa 45 Arten kommen in Malesien vor.
    • Pachynema <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. ex DC.: Es sind Sträucher meist mit stark reduzierten Blättern, die Photosynthese übernehmen die Zweige.
    • Schumacheria <templatestyles src="Person/styles.css" />Vahl: Die etwa drei Arten kommen nur auf Sri Lanka vor.
  • Unterfamilie Hibbertioideae <templatestyles src="Person/styles.css" />J.W.Horn: Sie wurde 2009 aufgestellt und enthält nur eine Gattung:<ref name="Horn2009" />
    • Hibbertia <templatestyles src="Person/styles.css" />Andrews (Syn.: Adrastaea <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Trimorphandra <templatestyles src="Person/styles.css" />Brongn. & Gris, Trisema <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook. f.): Von den etwa 225 Arten, kommen nur wenige von Madagaskar (eine Art) über Neuguinea (zwei Arten), Australien (200 Arten), Neukaledonien (24 Arten) bis Fidschi (eine Art) vor. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im westlichen Australien. Einige Arten, beispielsweise Goldwein (Hibbertia scandens), werden als Zierpflanzen verwendet.
  • Unterfamilie Delimoideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Burnett: Sie enthält nur eine Gattung:<ref name="Horn2009" />
    • Tetracera <templatestyles src="Person/styles.css" />L. (Syn.: Delima <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Es gibt 40 bis 50 Arten. Es sind immergrüne Sträucher oder Lianen. Sie haben eine pantropische Verbreitung und reichen bis in die warm gemäßigten Gebiete. In der Neotropis sind 16 Arten verbreitet. Etwa 13 Arten kommen in Afrika vor. In Asien bis Australien gibt es etwa 15 Arten.<ref name="Aymard2016" />

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Dilleniaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="DELTA"> Die Familie der Dilleniaceae bei DELTA von L. Watson und M.J. Dallwitz. </ref> <ref name="Horn2009"> James W. Horn: Phylogenetics of Dilleniaceae using sequence data from four plastid loci (rbcL, infA, rps4, rpl16 intron). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 170, Issue 6, 2009, S. 794–813. doi:10.1086/599239 Volltext online. </ref> <ref name="APGIII"> Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, DOI:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x. </ref> <ref name="APG_IV"> The Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG IV. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 181, Issue 1, 2016, S. 1–20. doi:10.1111/boj.12385 </ref> <ref name="Aymard2016"> Gerardo Aymard, Carol Kelloff: Dilleniaceae. In: Flora of the Guianas. Ser. A: Phanerogams, Fascicle 31, 2016. Volltext online. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Rosenapfelgewächse (Dilleniaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien