Diktatorenroman
Der Diktatorenroman (spanisch novela del dictador) ist ein (insbesondere hispanoamerikanisches) literarisches Genre, welches das Thema der Militärdiktaturen in der Geschichte lateinamerikanischer Staaten behandelt. Hierbei werden die Personenkulte der Diktatoren kritisch betrachtet und die Beziehungen zwischen Macht und Freiheit analysiert.
Einordnung
Die Wurzeln dieser Narrativik reichen zurück bis Barbarei und Zivilisation. Das Leben des Facundo Quiroga von Domingo Faustino Sarmiento aus dem Jahr 1845. Dieses Werk übte offene Kritik am tyrannischen Regime von Juan Manuel de Rosas sowie an der Figur des Juan Facundo Quiroga, beide argentinische Caudillos des frühen 19. Jahrhunderts.
Faustino Sarmiento war allerdings selbst Politiker und Staatsmann und Barbarei und Zivilisation ist kein Roman. Einer der ersten Schriftsteller, der sich dem Thema des Diktators annahm, war der Argentinier José Mármol im 1851 erschienenen Amalia.<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Auch er kritisiert darin explizit das Regime von Juan Manuel de Rosas und siedelt das Geschehen um 1840 an, dem Jahr, in dem ihn Rosas aus dem Gefängnis entließ und ins Exil nach Uruguay zwang.
Beispiele des Diktatorenromans sind Yo, el Supremo („Ich, der Allmächtige“) von Augusto Roa Bastos sowie La fiesta del chivo („Das Fest des Ziegenbocks“) von Mario Vargas Llosa. Während die beiden vorigen einen Faktizitätsanspruch stellen, ist die Figur des Diktators in El recurso del método („Die Methode der Macht“) von Alejo Carpentier als fiktive Vermengung tatsächlicher historischer Persönlichkeiten anzusehen.
Andere Titel sind Tirano Banderas von Ramón María del Valle-Inclán, ein Spanier, der die Romanhandlung in Mexiko unter Porfirio Díaz ansiedelt, sowie Santa Evita von Tomás Eloy Martínez, El Señor Presidente („Der Herr Präsident, Roman aus Guatemala“) von Miguel Ángel Asturias, Conversación en La Catedral („Gespräch in der ‚Kathedrale‘“) von Mario Vargas Llosa, La Maravillosa Vida Breve de Oscar Wao („Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“) von Junot Díaz oder Maten al León von Jorge Ibargüengoitia. Jorge Zalamea ging noch weiter in Richtung Satire,<ref name=":0" /> indem er 1952 El gran Burundún-Burundá ha muerto („Der große Burundún-Burundá ist gestorben“) veröffentlichte, eine Stilrichtung, die auch Enrique Lafourcade mit dem 1964 erschienenen Roman La Fiesta del rey Acab („Das Fest des Königs Acab“) aufgreift. In den 1960er und 1970er Jahren erlebte die lateinamerikanische Literatur dank den Romanen von Carlos Fuentes, Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa und Julio Cortázar einen Boom. Márquez, der kommerziell erfolgreichste unter ihnen, schrieb mit El otoño del patriarca („Der Herbst des Patriarchen“) die Beschreibung einer sich erschöpfenden Diktatur. Vielen Diktatorenromanen ist gemeinsam, dass sie dann, nach dem Tod oder dem Sturz der Herrscher, erschienen sind. Es handelt sich aus diesem Grund häufig auch um Exilliteratur.<ref name=":0" />
Literatur
- Stefan Leopold: Der Roman als Verschiebung: Studien zu Mythos, Intertextualität und Narratologie in Terra Nostra von Carlos Fuentes. Günther Narr Verlag, 2003, ISBN 3-8233-5616-X, S. 119–133. ({{#if: n-b7yh2u8tgC
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- Walter Haubrich: Llosas grausamer Ziegenbock. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Mai 2000, Nr. 112, S. 51.
- Vittoria Borso: Der Mythos und die Ethik des Anderen. Überlegungen zum Verhältnis von Mythos und Geschichte im hispanoamerikanischen Roman. In: Ludwig Schrader (Hrsg.), Karl Hölz (Hrsg.): Sinn und Sinnverständnis. Erich Schmidt Verlag, 1997, ISBN 3-503-03766-7, S. 252–267, besonders S. 258–263 ({{#if: fQcwn2AVwzEC
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- Jan-Henrik Witthaus: Endspiele des Caudillo. Versuch über den Diktatorenroman in Lateinamerika. Vittorio Klostermann, 2019, ISBN 978-3-465-04405-5
Einzelnachweise
<references />