Diethard Schinzel
Diethard Schinzel (* 8. April 1942 in Deutsch Liebau, Reichsgau Sudetenland) ist ein deutscher Rechtsanwalt und ehemaliger Verwaltungsbeamter. Er war ab 1971 juristischer Staatsbeamter des Freistaats Bayern bei der Regierung von Oberbayern, ab 1972 beim Landratsamt Traunstein und von 1980 Stadtdirektor bzw. 1999 bis 2007 berufsmäßiger Stadtrat in Rosenheim.
Leben
Schinzel studierte nach der Reserveoffizierslaufbahn in der Gebirgsdivision, u. a. 1963 Lehrgangsbester im Fähnrichs-Lehrgang auf der Flugabwehrschule in Rendsburg, Dienstzeit beim Flugabwehrbataillon in Traunstein, an der Ludwig-Maximilians-Universität München Rechtswissenschaften. Beide juristischen Staatsexamina legte er mit Prädikat ab. Er arbeitete ab 1971 als juristischer Staatsbeamter bei der Regierung von Oberbayern, von wo er 1972 zum Landratsamt Traunstein wechselte. Dort leitete er über 3 Jahre die Bauabteilung mit u. a. Bau-, Naturschutz- und Verkehrsrecht. Danach war er rund 5 Jahre Leiter der Kreisabteilung mit den Sachgebieten Haupt-, Finanz- und Personalverwaltung und Rechnungsprüfung sowie EDV, Tiefbau und Abfallbeseitigung. Außerdem war er Geschäftsführer der damals neu gebildeten kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft und vor allem auch persönlicher Referent des Landrats Leonhard Schmucker. In dieser Funktion war er u. a. maßgeblich an der Gründung des Musiksommers zwischen Inn- und Salzach, des Biathlonzentrums Ruhpolding, Vorbereitung einer Olympiabewerbung der Region und der Stationierung des Rettungshubschraubers Christoph 14 in Traunstein beteiligt. Als nebenamtlicher Geschäftsführer der 1973 geschaffenen Planungsregion Südostoberbayern (Region 18) mit den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Traunstein, Stadt und Landkreis Rosenheim war er mit dem Rosenheimer Oberbürgermeister Dr. Michael Stöcker bekannt, der ihn 1980 als Stadtdirektor nach Rosenheim holte.
Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildeten u. a. die Entwicklung der Stadt und Stadtverwaltung zu einem leistungsfähigen Dienstleistungsunternehmen mit Leitbildern sowie Schaffung einer Struktur für das Unternehmen „Stadt Rosenheim“ mit guter personeller Ausstattung sowie Organisationsgrundlagen, Bildung von Gesellschaften und Eigenbetrieben, u. a. Stadthallen GmbH, Technologiehof-GmbH, gemeinnützige Rosenheimer Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft GRWS Rosenheim, Eigenbetriebe Klinikum und Baubetriebshof, eine Verwaltungsreform, die Personalentwicklung und die Wirtschaftsförderung. Er war auch Referent auf zahlreichen Vortragsveranstaltungen u. a. in Regensburg, Salzburg, Graz,<ref>Österreichische ERFA-Tagung für Stadtmarketing und Citymanagement, Graz, Mai 2003 (PDF; 488 kB), gesehen am 17. August 2009</ref> Bozen und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer zu den Themen Personalentwicklung, Neues Steuerungsmodell, Stadtmarketing, Stadtmanagement und Führung durch Zielvereinbarungen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verwaltungsziele in der Stadt Rosenheim ( vom 12. Juni 2007 im Internet Archive), Forum an der DHV Speyer, 27.–29. Oktober 2003 (PDF; 643 kB), gesehen am 16. August 2009</ref>
In Rosenheim wurde er 1999 zum ersten und einzigen berufsmäßigen Stadtrat -Dezernent- in der Geschichte der kreisfreien Stadt gewählt. Die Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und der Stadtrat von Rosenheim bestätigten 2005 seine Wiederwahl. Bayerische Institutionen, für die er sich persönlich eingesetzt hat, sind unter anderem der Verein Citymanagement Rosenheim e.V., die Vereine Pro Arbeit e.V.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Dezember 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. und auf pro-arbeit-rosenheim.de, gesehen am 16. August 2009</ref> und Rosik e.V. sowie die Arbeitsgemeinschaft SUR Stadt Umlandbereich Rosenheim<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 12. Februar 2005 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>.
Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Stadt während seiner Dienstzeit mehrere Auszeichnungen erhalten hat, insbesondere Qualitätspreise der Bayerischen Staatsregierung "Wirtschaftsfreundliche Gemeinde" und " Bürgerorientierung - Innovative Verwaltung" sowie einen Anerkennungspreis der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer "Personalentwicklung".
Nach seiner Pensionierung im Jahre 2007 ist er als Rechtsanwalt mit Beratungstätigkeit für Unternehmen, Bürger und Kommunen tätig. Im Städtepartnerschaftskomitee mit der japanischen Stadt Ichikawa war er für Wirtschaftskontakte verantwortlich und arbeitete im Beirat vom Freundeskreis Lokschuppen mit.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
Schinzel ist Ehrensenator der Fachhochschule Rosenheim<ref>Kuratorium der Fachhochschule Rosenheim, gesehen am 17. August 2009</ref>, Inntal-Euregio-Preisträger<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Preisträger 2008 ( vom 5. Januar 2009 im Internet Archive), auf euregio-inntal.com, gesehen am 16. August 2009</ref> und Ehrenmitglied der IT-Vereinigung ROSIK e.V.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrenmitglieder ( vom 2. April 2009 im Internet Archive) der IT-Vereinigung ROSIK e.V., gesehen am 17. August 2009 </ref>
Seit 2013 ist Schinzel Stiftungsratsvorsitzender bei der in Rosenheim ansässigen Kultur- und Sozialstiftung Dr. Michael Stöcker.<ref>Herr Diethard Schinzel Kultur- und Sozialstiftung, abgerufen am 22. September 2023</ref>
Außerdem war er mehrere Jahre Mitglied im Hauptausschuss des Bayerischen Kommunalen Arbeitgeberverbandes und Vorsitzender bzw. Mitglied in verschiedenen Arbeitskreisen des Bayerischen Städtetags.
Oberbürgermeister Michael Stöcker und Michael Kleeberger haben in Zeitzeugeninterviews die Leistungen von Diethard Schinzel besonders gewürdigt.<ref>https://hdbg.eu/zeitzeugen/detail/parteien-und-politiker/dr-michael-stoecker/670 und https://www.historischervereinrosenheim.de/publikationen6.htm</ref>
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schinzel, Diethard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtsanwalt und Verwaltungsbeamter |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1942 |
| GEBURTSORT | Deutsch Liebau, Reichsgau Sudetenland |