Die Familie wurde erstmals 1225 mit Otto de Disgave miles genannt. Die Stammreihe beginnt mit Otto von Dieskau (urkundlich 1265). Stammsitz war das Schloss Dieskau.
Die Linie derer von Dieskau auf dem Stammsitz Dieskau ist 1744 erloschen.
Am 12. Februar 1853 wurde der in Brüssel lebende Karl Heinrich Wilhelm von Dieskau aus Danzig in den Freiherrenstand des Fürstentums Reuß-Schleiz erhoben. Für dessen Sohn erfolgte die Bestätigung des Freiherrentitels im Königreich Preußen.
Das Stammwappen zeigt in Blau einen (meist) links gekehrten, zum Fluge geschickten silbernen Schwan oder eine Gans mit ausgebreiteten Flügeln, überdeckt durch einen roten Schrägbalken. Auf dem Helm mit blau-silbern-roter Wulst, ein Flug, links blau und rechts silbern, dazwischen ein gestürzter roter Kremphut mit einmal aufwärts verschlungener roter Schnur, deren beide Enden, je seitwärts durch die Krempe durchgezogen, unten abfliegen. Die Helmdecken sind Blau Silber oder links Blau Silber, rechts Rot Silber. Der Schrägbalken im Dieskauer Wappen diente nur zur Unterscheidung, er war kein Bestandteil des ursprünglichen Wappens (Zur Unterscheidung des Wappens derer von Geusau). Sie sind weiter wappenverwandt mit denen von Gans und den Gans zu Putlitz.
Persönlichkeiten
Hans von Dieskau (1454–1514), Herr auf Lochau, mainzischer und magdeburgischer Rat, Präsident der Stifter Magdeburg und Halberstadt, Generalfeldzeugmeister
Otto von Dieskau († 1553), Ritter auf Finsterwalde, Kaiser Karls V. und Ferdinands I. Statthalter, Feld- und Kriegsoberster, Moritz’ von Sachsens Kriegsoberster und Rat
Otto von Dieskau († 1597), kursächsischer Kammer- und Bergrat sowie Rittergutsbesitzer
Rudolph von Dieskau (1593–1656) – der Niedrige, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft, sächsischer Hofbeamter und Autor didaktischer und satirischer Dichtungen
Der Ministerialbeamte Joachim Fischer (1896–1977) führte seit 1934 den Namenszusatz Dieskau und seine Vorfahren auf Carl Heinrich von Dieskau zurück, der 1782 ohne männliche Nachkommen gestorben war.
Literatur
Adelslexikon. Band 2, Band 58 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn, 1974, S. 479; Band 17, Band 144 der Gesamtreihe GHdA, 2008, S. 185
Gero von Wilcke: Um die letzten von Dieskau. In: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. 34, Hrsg. Manfred Dreiss. Degener & Co, Neustadt an der Aisch, 1985, S. 721–737
Konrad Tyroff: Geschlechts- und Wappenbeschreibungen zu dem Tyroffischen neuen adelichen Wappenwerk, Band 1, Selbstverlag, Nürnberg 1791, S. 327 f.
Jakob Christoph Iselin, Jakob Christoph Beck und Jakob Christoph Beck und August Johann Buxtorf: Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon, Johannes Christ, Basel, 1742. S. 90f
Valentin König: Genealogisch-Historische Beschreibung Nebst denen Stamm- und Ahnen-Taffeln Derer von Dießkau. In: Genealogischer Adelskalender – Genealogische Adels-Historie oder Geschlechts-Beschreibung derer im Chur-Sächsischen und angräntzenden Landen Adligen Geschlechter. Band 1, Wolfgang Deer, Leipzig, 1727. S. 221–238.