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Die Aula (Roman)

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-W0128-0017, Berlin, Schülertheater, "Die Aula", Hermann Kant.jpg
Hermann Kant bei einer Diskussion nach einer Schultheater-Aufführung „Die Aula“ (1980)

Die Aula ist der Titel eines erstmals 1964<ref>in der Zeitschrift Forum und 1965 als Buch</ref> publizierten Romans von Hermann Kant mit autobiographischen Bezügen.<ref>Ebenso wie sein Protagonist Robert Iswall 1926 in Hamburg geboren, geriet Hermann Kant gegen Kriegsende in polnische Kriegsgefangenschaft, wurde Elektriker und besuchte zwischen 1949 und 1952 die ABF Greifswald.</ref> Am Beispiel einiger Studenten und Studentinnen werden die Anfänge einer Arbeiter-und-Bauern-Fakultät vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der DDR 1949 bis 1952 nachgezeichnet und deren Schicksale bis ins Jahr 1962 verfolgt.

Inhalt

Als Motto dient ein Heine-Zitat „Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will“.<ref>aus: Heinrich Heine: Französische Zustände, Artikel 6. (1831-32). https://projekt-gutenberg.org/authors/heinrich-heine/books/franzoesische-zustaende/chapter/8/. Bezug zur Programmänderung der Abschlussfeier und zu dem Verzicht auf Iswall Rede.</ref>

Überblick

Der Journalist und Literaturkritiker Robert Iswall erhält zu Beginn des Romans den Auftrag, an seinem früheren Studienort eine Rede zur Schließung der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät zu halten, die nach dem Zweiten Weltkrieg jungen Menschen die Möglichkeit bot, in einem gymnasialen Oberstufenlehrgang ihr Abitur nachzuholen und zu studieren. Für seine Rede erinnert er sich an diese Zeit, an den Leiter der Anstalt, die Lehrer und Parteisekretäre, an ihre Diskussionen über den richtigen Weg zu einem demokratischen Sozialismus. Er betrachtet sich alte Fotografien, recherchiert die Schicksale seiner Kommilitonen Karl-Heinz Riek (Quasi), Jakob Filter und Gerd Trullesand und besucht sie an ihren jetzigen Wohnorten in Hamburg, Eberswalde und Leipzig. Die Veränderungen seit seinen Studienjahren wird ihm beim Gang durch seine alte Universitätsstadt bewusst.

Die Handlungen und Reflexionen spielen im Wesentlichen abwechselnd auf zwei Zeitebenen: der Gegenwart 1962 und der ersten Phase des Instituts von 1949 bis 1952, als der Kriegsheimkehrer und Elektriker Iswall Absolvent der „Vorstudienanstalt“ ist. Durch die „Fülle von Anekdoten, Nebenfiguren und Ereignissen entsteht ein vielfältiges Mosaik der Vergangenheit und Gegenwart in der DDR“<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1974, B. 24, S. 10485.</ref> und der Aktivitäten der Schüler, die durch Liebesrivalitäten um die Mitschülerinnen Vera durchsetzt sind.

Der 1949-Jahrgang

Die 34 Schülerinnen und Schüler der heterogenen Arbeitsgruppe A1 sind alle vor oder während der Hitler-Diktatur geboren und sozialisiert worden, haben Kriegs- und Fluchterlebnisse mit Verlusten von Familienmitgliedern, sind alle berufserfahren, hoffen durch die Akademie auf eine Verbesserung ihres Lebens und möchten sich für den Aufbau eines neuen Systems in der DDR engagieren. Robert Iswall ist mit 23 Jahren einer der ältesten Schüler. Er hat am Krieg teilgenommen, war in Polen in einem Gefangenenlager und arbeitete dann als Elektriker im Städtchen Paren, wo seine Mutter mit ihrem zweiten Mann, Nußbank wohnte, der „als überall geachtete[r] Repräsentant[-] der neuen Ordnung“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 174.</ref> ihn über die Verheißungen des Sozialismus belehrte. Vera Bilfert, mit 19 Jahren eine der Jüngsten der Fakultät, wurde in Polen geboren, flüchtete 1944 als 14-Jährige mit Mutter und den beiden Brüdern im Handwagen nach Klein Bünzow, Mecklenburg, und wurde Schneiderin. Wie ihre Freundin Rose Paal aus Wüllnow lebt sie an den Wochenenden noch im Schutz ihrer Eltern, während Iswall und Trullesand bereits vielfältige Liebeserfahrungen haben.

Für die jungen Handwerker, Schneiderinnen und Landarbeiterinnen beginnt eine neue Phase in ihrem Leben. Sie sollen die in ihrer unregelmäßigen Kriegsschulzeit entstandenen Lücken ausgleichen und in einem gymnasialen Oberstufenprogramm das Abitur nachholen. Sie ahnen schon die Diskrepanz zwischen ihrem dörflichen Arbeitsleben und der Universitätsgesellschaft und der Leiter der Fakultät, Dr. Mevius Völschow, genannt „der Alte Fritz“, spricht in seiner Begrüßungsrede den jungen Leuten, die „zum Sturm auf eine Feste angetreten seien, eine Feste bewehrt mit Hochmut, Vorurteilen, Angst um bedrohte Privilegien, Aberglauben und Klassendünkel“, Mut zu.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 49.</ref> Seine Andeutungen bestätigen sich bei ihrer Bekanntschaft bzw. Konfrontation mit den Lehrern.

Lehrer

Physik und Mathematik unterrichtet Dr. Lazarus Schika. Er fühlt sich jedoch in erster Linie als Mathematiker und Wissenschaftler: Die jungen Leute müssten bei ihm zuerst einmal Rechnen lernen, das sei noch keine richtige Mathematik. Bei einer von der Klasse initiierten Befragung über den Aspekt der Moral in der Forschung antwortet er, Wissenschaft bewege sich in einem amoralischen Bereich: „Als Mensch darf der Wissenschaftler selbstverständlich kein Unmensch sein. Aber als Wissenschaftler muss er sozusagen ein Nichtmensch sein. Ende der Debatte.“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 224.</ref>

Robert, dem mathematische Rechnungen schwer fallen und dem Vera stundenlang die Lösungen der Aufgaben erklärt, ist dagegen vom Geschichtslehrer Riebenlamm, zugleich sein Arbeitsgruppenleiter, angetan. Dieser beginnt seine erste Stunde mit dem Brecht-Gedicht Wer baute das siebentorige Theben? und ermutigt eine Schülerin, „aber“ zu sagen, während der Deutschlehrer Dr. Fuchs neben dem bürgerlichen Bildungskanon seinen Schwerpunkt auf die Kommaregeln setzt.

Latein unterrichtet der Parteisekretär Angelhoff, der die Klasse vor den Feinden der neuen Zeit warnt und misstrauisch auf Fehlverhalten achtet: ein Fehler sei erst richtig bösartig, wenn man ihn nicht bei seinem Namen nennt und ein Gegner des Sozialismus trage viele Masken. Manchmal weicht er von den Lateinlektionen ab und rezitiert in klassischer Pose im griechischen Original und in der Übersetzung die Nikias-Rede aus Thukydides’ Beschreibung des Peloponnesischen Krieges. Für Karl-Heinz Riek („Quasi“) ist dies eine Vorlage für seine Parodie nach einer Mathematik-Stunde: Die Rede an die verzweifelten Algebra-Schüler. Vor dem Studentenrat variiert er seine Vorführung, um die Gleichberechtigung der ABF-Absolventen zu fordern und deren Bildungsstand zu demonstrieren: „Euch Studenten hier will ich noch einmal zum Kopfe führen, dass ihr weder das Recht noch die Möglichkeit habt, euch dem zu widersetzen, was wir anderen, wir Neuen, die wir auch, wenngleich sehr gegen euren Willen, den Namen Studenten führen…“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 150.</ref>

Aktionen

Bereits am Ankunftstag, vor dem Bezug der Zimmer und der festlichen Eröffnung profiliert sich Riek, Klempner in einer Zuckerfabrik in Dömitz, als Organisator und schaufelt zusammen mit dem Zimmermann Gerd Trullesand aus Ribnitz und Robert Iswall den vor dem Gebäude liegenden Briketthaufen in den Heizungskeller. Die Drei sind weiterhin der Aktivisten-Kern des neuen Studienganges. Sie nennen ihr Zimmer „Roter Oktober“, halten die Gruppe der als „verwirrte und unwissende Waisenkinder“ verspotteten Proletarier zusammen<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 248.</ref> und fordern ihre Gleichberechtigung mit den Universitätsstudenten.

Sie organisieren auch einen Protestmarsch zur Umbenennung des „Pommernplatzes“ in „Platz der Befreiung“. Auf einem Riesentransparent steht: „Pommernland ist abgebrannt, neu ist unser ganzes Land“. Zwar haben sie mit ihrer Aktion Erfolg, doch wird dieser durch die Flucht ihres Mitschülers Fiebach beeinträchtigt. Fiebach hatte sich zuvor in einen Streit über ein verändertes Stalin-Zitat im Zentralorgan eingemischt und eine „intensive Erörterung über das Wesen der Demokratie“ befürwortet,<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 193.</ref> nun hält er die Umbenennungs-Aktion für übertrieben und der Parteisekretär Angelhoff macht ihm den Vorwurf der kleinbürgerlichen Ruhe. Er wolle verhindern, „dass die Ansatzpunkte zu revanchistischem Denken […] aus unserer Stadt verschwinden“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 194.</ref> Am nächsten Tag ist Fiebach spurlos verschwunden. Darauf kritisiert der Parteikreisleiter Haiduck die Demonstranten, jetzt habe man einen künftigen Ingenieur weniger: „Ihr sollt hier nicht die Radikalinskis spielen. […] Den Namen sollte man ändern, jawohl, aber ändert ihr erst mal euren Kopf. […] Dass nebenbei auch noch ein paar Leute weglaufen, das zählt nicht; ihr habt ja Revolution gemacht!“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 194.</ref>

Dies ist nicht der einzige Streit um die richtige Parteilinie. Die persönlichen Verhältnisse der Schüler und Schülerinnen und ihre Vergangenheit werden überprüft und Akten darüber angelegt. Bei der unerlaubten „Ausreise“ von Familienmitgliedern gibt es Verhöre. Nachdem Iswalls Schwester Lida die DDR verlassen hat, wird Robert über seinen Informationsstand befragt. Als Dr. Gropjuhn bei Riek eine beginnende leichte TB diagnostiziert und für seine Überweisung in eine Heilanstalt plädiert, stößt er auf den Widerstand der Zimmergruppe, die den Kranken im Studentenheim gesund pflegen will. Man argumentiert, der Arzt habe ein bürgerliches Bewusstsein und schwäche den Kader. Kreissekretär Haiduck glättet die Wogen: Riek wird im Wohnheim medizinisch versorgt und Dr. Gropjuhn vom Verdacht freigesprochen: es gebe einen Unterschied zwischen Wachsamkeit und Misstrauen: „Solange wir das Misstrauen nicht besiegt haben, haben wir nicht gesiegt“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 113.</ref>

Iswalls Reisen

Für seine Recherchen fährt Iswall, mit einem Auftrag seiner Redaktion, die Opfer der Überflutung zu interviewen, nach Hamburg. Die von ihm befragen Menschen begegnen dem Journalisten aus der DDR misstrauisch und äußern sich nicht direkt über Versäumnisse der städtischen Behörden. Robert besucht auch seine Mutter und seine Schwester, die aus verschiedenen Gründen in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Seine Mutter wurde, nachdem ihr wegen einer unerlaubten bäuerlichen Hilfs-Kreditvergabe zu einer Haftstrafe verurteilter Mann Nußbank seine Fehler auf sie abzuschieben versuchte, verhaftet und aus Partei ausgeschlossen. Als sich die Beschuldigung als falsch herausstellten, wurde sie frei gelassen und ging in die BRD. Ihre Tochter Lida hat wegen einer abgebrochenen Beziehung zu einem russischen Soldaten die DDR verlassen und ist jetzt mit Hermann Grieper verheiratet, einem Spekulanten mit Schwarzmarkt- und Menschenhändler-Vergangenheit. Großsprecherisch preist er dem Schwager die Möglichkeiten an, in einem kapitalistischen System Geschäfte aller Art zu machen. In Hamburg lebt auch die systemtreue, organisatorische Stütze des ABF-49er-Jahrgangs. Karl-Heinz Riek hat nach erfolgreichem Abitur aus unerklärlichen Gründen, seine persönliche Akte fehlt im Universitätsarchiv, die DDR verlasse. Iswall trifft ihn als Wirt der Kneipe „Zum toten Rennen“ mit einem Wettbüro von zweifelhaftem Ruf. Er ist wenig an einem Gespräch interessiert. Rätselhaft sind für Robert auch die Abschiedsworte des ehemaligen Kumpels, er solle nicht wieder kommen.

Bei dem Besuch der Universitätsstadt an der Ostsee entdeckt Iswall den Fortschritt in der DDR: „Auf dem Bodden fahren heute Schiffe […] Fischdampfer die Menge, Patrouillenboote der Volksmarine […] Urlaubsdampfer der Weißen Flotte“ […] „jetzt steigt der eine Bauer im Märzen auf die Drillmaschine und der andere auf den Traktor davor, beide sind in einer LPG“, „Kunstdüngerpartikelchen“ „durchschweben“ die Landluft, „Motorisierung“, „Kleiderwerk, Möbelfabrik, Erweiterung der Bierbrauerei“, „Duftblüte des Kaffees aus Übersee“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 197.</ref>

Bilanz

Iswall bilanziert die Karrieren des 49er Jahrgangs: 7 Ärzte und Ärztinnen, 1 Studienrätin, 4 Chemiker und Physiker, mehrere Historiker, 3 Slawisten, 2 Sinologen, 1 habilitierter Germanist, viele davon engagierte Parteimitglieder und Elternbeiräte. Sie haben das „Lernenlernen“ studiert und „das Lehren gelernt“: „Sie bedienen die Schulen mit neuen Methoden“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 248.</ref>

Durch Trullesand weiß Iswall von Meibaums Brief mit der Information zur Programmänderung der Abschlussfeier: Die „bisherige Programmplanung“ habe einen „zu sehr rückwärtsgewandten Charakter“. Sie hielten eine Orientierung „auf das Neue und die vor uns liegenden Aufgaben“ für zweckmäßiger.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 313.</ref> Die „Aula“ der Universität ist jetzt „endgültig von der neuen Generation in Besitz genommen“.<ref>Manfred Jäger: Hermann Kant. In: Deutsche Dichter Band 8 Gegenwart.Philipp Reclam jun. Stuttgart, 1990, S. 328.</ref> Damit ist auch seine Rede abgesagt. Das widerspricht Iswall Intention: „Der Redner hat keinen Anlass, die Vergangenheit zu schmähen, nicht einmal seine eigene. […] Der Redner Iswall will die schöne Wahrheit sagen. Die Wahrheit ist aber nicht nur die Tat, sondern auch deren Folge, nicht nur Motiv, sondern auch Wirkung“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 179.</ref> Er resümiert nach seinem, auch privaten, kritischen Rückblick , passend zum Motto: „[H]ier wird schon noch geredet werden.“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 317.</ref>

Selbstanalyse

Iswalls Freundschaft mit Trullesand zerbricht an Roberts Eifersucht und der von ihm eingefädelten Intrige, Gerd und Rose Paal für ein verlockendes 7-jähriges Sinologie-Studium nach China vorzuschlagen, wofür allerdings deren Heirat die Voraussetzung ist. Ein Jahr später heiraten Robert und Vera. Beide Eheleute haben inzwischen ein Kind. Iswall leidet jedoch seit diesem Verrat unter Schuldgefühlen, sich mit dem Freund nicht rechtzeitig ausgesprochen und die Rivalität um Vera geregelt zu haben.

Der Roman schließt mit Iswalls Selbstanalyse<ref>und der offenkundigen Symbolik seines Namens</ref> während der Fahrt zu Trullesand über den in der Eiszeit gebildeten Fläming, „lieblich, kultiviert und ohne Erinnerung an Gletscher und eisige Zeiten“:<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 280.</ref> Das Denken gelte in der neuen Schule als Hauptfach und bilde den Wall, den „Innen-Iswall“ gegen seine Gefühle. Er erinnert sich in diesem Zusammenhang an seinen toten Vater Paul Iswall: „ein Mann mit Gefühlen und Worten für sie.“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 281.</ref> Seine Gefühle verbarg er hinter „Hochmut“, Kälte, Schauspielerei und verletzenden witzigen Bemerkungen, eine entscheidende entgleiste Vera gegenüber mit den Folgen einer Intrige und einer zerbrochenen Freundschaft zu Gerd Trullesand. Selbskritisch bekennt er: „Iswall, das ist ein Affe!“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 282.</ref> Wenn sich im Gespräch mit Vera eine Vertraulichkeit anbahnte, „[r]asch zurück in den Graben, Iswall, hinter den Wall mit dir, bedrohter Freund, nimm Deckung hinter kühlen Worten. […] Gerpriesen seien deine Wälle! In den Staub mit allen Schneiderinnen! In den Rindfleischtopf mit allen möglichen Schwiegermüttern“.<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei, 1968, S. 284, 285.</ref>

Aussprache

Schuldbewusst, die Sache mit Vera nicht vorher mit seinem besten Freund geklärt zu haben, trifft er den zurückgekehrten Sinologen beim Angeln. Auf die China-Abordnung angesprochen, beruhigt ihn Trullesand, er habe gewusst, das Vera Robert nur so intensiv Nachhilfestunden in Mathematik gegeben habe, weil sie ihn geliebt habe. Ihn, Trullesand, habe sie kaum wahrgenommen. Und schließlich hätte er das China-Heiratsangebot ablehnen können, aber er sei damals ohne klaren Zukunftsplan gewesen und Rose habe ihm leid getan. Schließlich habe sich alles gut entwickelt; sowohl Rose als auch die Sinologie hätten sich „als Haupttreffer erwiesen.“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 309.</ref> Trullesand angelt gewöhnlich an einem alten Kanal, in dem es, wie er sagt, keine Fische gibt. Auf Roberts Frage „Nie?“ antwortet er: „Was heißt hier nie? Meinst du, dann ginge ich hierher.“<ref>Hermann Kant: Die Aula. Fischer Bücherei 1968, S. 311.</ref>

Form

Kant bedient sich, wofür er von der Literaturkritik weitgehend gelobt wird (s. Abschnitt Rezeption), diverser Stilmittel, die in der sozialistischen Literatur verpönt waren: Wechsel der Zeit- und Stilebenen, Rückblenden, Perspektivenwechsel, innerer Monolog (Verschränkung von Reflexion und Handlung), Scherz, Satire und ironische Brechung werden mühelos miteinander verbunden. In den Rezensionen werden als Beispiele die gedankliche Rede Iswalls auf den Waldarbeiter Jakob Filter, der es bis zum Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwesen gebracht hat und sein Rechtfertigungs- und Reflexionsmonolog während der Fahrt von Berlin nach Leipzig zum alten Freund Trullesand genannt.

Auch die Charakterisierung des Protagonisten unterscheidet sich vom bisher gewünschten Typus der vorbildlichen Hauptfigur: Robert Iswall ist kein bruchlos positiver, stets moralisch integerer Held, sondern im Kontext der realsozialistischen Ideologie in mancherlei Beziehung geradezu unerhört: Er verehrt keinen sowjetischen Schriftsteller, sondern Ernest Hemingway und Karl May, den „herrliche[n] sächsische[n] Lügenbold“, lässt seiner Spottlust freien Lauf, hat die falschen Bücher gelesen und als Mensch versagt.<ref>Marcel Reich-Ranicki: Ein Land des Lächelns. In: Zur Literatur der DDR. München 1974, S. 124. Zuerst in: Die Zeit, 1. April 1966.</ref>

Bei der literaturwissenschaftlichen Einordnung wird Kants Roman einmal mit seinem Rückblick auf die Aufbaujahre der DDR aus der Perspektive des ersten, 1949er Jahrgangs der Absolventen der Arbeiter- und Bauernfakultät der sogenannten Ankunftsliteratur zugerechnet, deren Autoren im Wesentlichen die Grundlagen des Sozialismus unterstützen, jedoch den „Parteidogmatismus“ kritisieren und eine „Einlösung des humanistischen Potentials einer sozialistischen Gesellschaftsordnung“ fordern.<ref>Hans Gerd Rötzer: Geschichte der deutschen Literatur. Epochen - Autoren – Werke. C. C. Buchners Verlag Bamberg, 1992, S. 481.</ref> Zweitens wird Die Aula als „sozialistische Variante und Weiterentwicklung der Tradition des deutschen Bildungsromans“ bezeichnet. Es gehe aber „nicht mehr um den individuellen Helden und seine höchst Entfaltung, sondern um die sozialistische Bildungsrevolution, gespiegelt in herausragenden Vertretern des neuen Menschentyps, um ihren Beitrag zum Aufbau der neuen Gesellschaft und des neuen Bewusstseins. Bildung wird verstanden als ein dialektischer Prozess zwischen dem einzelnen und der Gesellschaft, als Mitgestalten an der neuen Gesellschaft, auch als das Bewusstmachen ihrer Mängel und Fehler wie Bürokratismus, Parteischematismus, dogmatischer Enge. Das Individuum hat eine gesellschaftsverändernde Funktion, Bildung ist ein wechselseitiger Prozess zwischen Individuum und Gesellschaft.“<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1074, B. 24, S. 10485.</ref>

Rezeption

Hermann Kants 1964 in der Zeitschrift Forum vorab gedruckter und 1965 als Buch veröffentlichte Roman Die Aula ist eines der meist gelesenen und diskutierten Bücher der DDR-Gegenwartsliteratur: Mehr als 1,5 Millionen verkaufte Exemplare im deutschsprachigen Raum und Übersetzung in 22 Sprachen allein bis 1992.<ref>Katrin Max: Hermann Kant. Die Aula (1965). In: H. Grugger und S. Neuhaus (Hrsg.) Der Campusroman. J. B. Metzler, Berlin, Heidelberg, 2025. https://doi.org/10.1007/978-3-662-71865-0_31</ref><ref>Wolfgang Emmerich: Zur Genealogie der DDR-Moral und ihrem (fast) spurlosen Verschwinden. Gedanken beim Wiederlesen von Hermann Kants ‚Die Aula‘. In: Fabrizio Cambi/Alessandro Fambrini (Hrsg.): Zehn Jahre Nachher. Poetische Identität und Geschichte in der deutschen Literatur nach der Vereinigung. Trento 2002, S. 183.</ref>

Die DDR-Rezensionen waren, abgesehen von einigen orthodoxen Stimmen, denen die ironische Schreibweise nicht gefiel, v. a. in der kurzen Periode des „Tauwetters“ zwischen 1953 und 1956 zumeist „des Lobes voll“ über die „gut und teilweise mit ironischer Distanz“ erzählten verschiedenen Geschichten und Episoden:<ref>Friedrich G. Hoffmann und Herbert Rösch: Grundlagen Stile und Gestalten der deutschen Literatur. Hirschgraben Verlag Frankfurt am Main, 1975, S. 363.</ref> Leistner, vom „parteiliche[n] Bekenntnis“ der kantschen Hauptfiguren zur „sozialistischen Entwicklung“ angetan, erklärt das Buch zum Kunstwerk der sozialistischen Nationalliteratur.<ref>Maria-Verena Leistner: Hermann Kants Roman ‚Die Aula‘. In: Deutsch als Fremdsprache. 2/1967, S. 108–113, hier S. 112 f.</ref> Diersen lobt die „Heiterkeit, die von Überlegenheit“ zeuge.<ref>Inge Diersen: Humor und Satire und die Kunst, vernünftig miteinander umzugehen. Zu Hermann Kants Roman „Die Aula“. In: Berliner Zeitung v. 21. Januar 1966</ref> Große gefallen Kants satirische Attacken auf die Bundesrepublik.<ref>Anneliese Große: Vom Wert der Geschichte. In: Weimarer Beiträge 18 (8), 1972, S. 65–91, hier S. 81: „Satire, … die hart die völlige Verkümmerung des Menschen im Kapitalismus angreift“.</ref>

In der BRD wurde der Roman differenzierter beurteilt: Im Mittelpunkt stehe „die Auseinandersetzung mit der neuen geschichtlichen Etappe, der Entwicklung der DDR, die differenziert und zum Teil kritisch“ gesehen werde und „trotz aller Parteilichkeit vielschichtig“ bleibe:<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1074, B. 24, S. 10484.</ref> Das Werk reiße zahlreiche unbequeme Themen an (Versagen des Einzelnen, Versagen des Kollektivs, Dogmatismus, Karrierismus, Eitelkeit, Borniertheit auf Funktionärsebene, „Republikflucht“, Chinesisch-sowjetisches Zerwürfnis). Allerdings lösen sich die Konflikte im Handlungsverlauf geradezu märchenhaft auf: Z. B. verliert der positiv gezeichnete Parteisekretär Haiduck zwar seinen Posten durch eine Intrige, bekommt am Ende aber einen höheren. Die Probleme werden meist als Kinderkrankheiten des neuen Systems bedauert. Nach Manthey weitet Kant „die Grenzen, in denen Kritik möglich ist, aus, doch sprengt er sie nirgends“.<ref>Jürgen Manthey, zitiert nach in: Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe, 1. Auflage, Berlin: Aufbau, 2000, S. 204</ref> Seine nonchalante Behandlung solcher Themen hat Kant den Vorwurf eingetragen, „Widersprüche schick aufzurauhen, um sie anschließend um so zuverlässiger wieder zu glätten“:<ref>Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe, 1. Auflage, Berlin: Aufbau, 2000, S. 204.</ref> „Aus Problemen macht Kant treuherzige Anekdoten“<ref>Marcel Reich-Ranicki: Ein Land des Lächelns. In: Zur Literatur der DDR. München 1974, S. 125. Zuerst in: Die Zeit, 1. April 1966.</ref>; „seine Erinnerungs- und Reflexionsgänge brechen, nach verheißungsvollen Anfängen, regelmäßig dort ab, wo ein wirkliches Tabu gebrochen, eine festsitzende Verdrängung aufgehoben werden müßte“.<ref>Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe, 1. Auflage, Berlin: Aufbau, 2000, S. 204.</ref>

Kritisiert wird in BRD-Rezensionen, dass sich die selbstkritische Beurteilung auf die DDR-Wirklichkeit beschränke, die der Autor „komplex, mit kritischem Abstand einzufangen“ versuche. Die vor allem in Iswalls Reise nach Hamburg dargestellte „Wirklichkeit der Bundesrepublik“ bleibe „demgegenüber schematisch und einseitig negativ“: „Die verschiedenen, jedoch sämtlich abschreckenden Beispiele von Republikflucht werden zwar zum Teil einem Verschulden auf der Seite des Sozialismus angelastet, sind aber zugleich alle als Beispiele menschlichen Versagens dargestellt.“<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1074, B. 24, S. 10485.</ref> Kant klammere bei der „breite[n] Bestandsaufnahme über das Leben in der DDR“ zwischen 1949 und 1962 „politische Grundsatzfragen“ aus, „um das optimistische Gefühl, etwas erreicht zu haben, nicht zu stören“.<ref>Hans Gerd Rötzer: Geschichte der deutschen Literatur. Epochen - Autoren – Werke. C. C. Buchners Verlag Bamberg, 1992, S. 481.</ref> Reich-Ranicki beklagt die „Unaufrichtigkeit des Buches“ und wirft Kant sogar vor, er sei zu feige, die Wahrheit über die Verhältnisse in der DDR zu schreiben.<ref>Marcel Reich-Ranicki: Ein Land des Lächelns. In: Zur Literatur der DDR. München 1974, S. 83–89. Zuerst in: Die Zeit, 1. April 1966.</ref>

Nach Ende der DDR, 1989, geriet die politische Positionierung Kants in der Aula, die der Autor weiterhin verteidigt,<ref>Artur Arndt: Gespräch mit Hermann Kant. In: Sinn und Form 4/1991, S. 853–878.</ref> diesmal im Zusammenhang mit den Fragen nach der Rolle des Autors im Überwachungssystem<ref>Alfred Kantorowicz wollte schon an der Humboldt-Universität bemerkt haben, dass sein Assistent Kant ihn im Parteiauftrag bespitzelte. Kant hat das ebenso bestritten wie seine Stasi-Registrierung als „IM Martin“. Hannes Schwenger: Zum Tod von Hermann Kant: Der Schriftsteller als Diener zweier Herren. Tagesspiegel online, 14. August 2016. https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-schriftsteller-als-diener-zweier-herren-5226550.html</ref> und der Veränderung der Bewertung seines Werkes, erneut in die Kritik:<ref>R. Andress: Bleibt H. K.s ‚Die Aula‘? Eine Post-Wende-Wertung. In: Seminar, 31, 1995, 1, 19–31. A Journal of Germanic Studies, Band 31, Nummer 1, University of Toronto Press. https://R. Andress: Bleibt H. K.s ‚Die Aula‘? Eine Post-Wende-Wertung, in: Seminar 31, 1995, 1, 19–31.</ref> „Nur wer einem naiven Realismus-Begriff“ anhänge, werde ,Die Aula' noch so lesen können, „als lasse sich daraus entnehmen, wie es in der frühen DDR ,wirklich' gewesen ist“. Dafür halte man sich […] besser an Uwe Johnsons postum erschienenen Erstling Ingrid Babendererde.<ref>Manfred Jäger im Kritischen Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Zitiert in: Hannes Schwenger: Zum Tod von Hermann Kant: Der Schriftsteller als Diener zweier Herren. Tagesspiegel online, 14. August 2016. https:// www.tagesspiegel.de/kultur/der-schriftsteller-als-diener-zweier-herren-5226550.html</ref>

Einmütig wird dem Verfasser von der Literaturkritik ein großes erzählerisches Talent attestiert.<ref>vgl. Reich-Ranicki, S. 121 ff., Emmerich, S. 203 f., Grau S. 415 f.</ref> Gelobt werden Struktur und Sprache: Der Roman könne als „epochemachend innerhalb des Sozialistischen Realismus angesehen werden: Moderne Erzählformen […] werden zum ersten Mal mit den Aussagen des Sozialistische Realismus verbunden; die Beziehung von Individuum und Gesellschaft wird auf neue Weise durchdacht“:<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1074, B. 24, S. 10484.</ref> Ein mutmaßender Erzähler löse das „Klischee des allwissenden (und innerhalb des »sozialistischen Realismus« sogar alles besser wissenden) Erzählers“ ab.<ref>Manfred Jäger: Hermann Kant. In: Deutsche Dichter Band 8 Gegenwart.Philipp Reclam jun. Stuttgart, 1990, S. 335.</ref> Die „Vielfalt der Perspektiven“ zeige sich auch in der „Erzählform“: in „dem ständigen Rückblenden von der Gegenwart in die Vergangenheit“, in der „Vielzahl der epischen Formen, dem ständigen Wechsel zwischen Reflexion und Handlung, Bericht und szenischer Darstellung, durch die eingestreuten Anekdoten und Geschichten, durch die Formen von Satire und Parodie“, in der „assoziative[n] Verknüpfung der Einzelteile“. Dieser Vielfalt entspreche die „Vielfalt der behandelten Probleme“: Auseinandersetzungen über bürgerlicher und sozialistischer Literatur, über die Religion als „Relikt bürgerlicher Vorstellungen“, über Geschichte und gesellschaftliches Leben.<ref>Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuch Verlag München, 1074, B. 24, S. 10485.</ref>

Zum Erfolg des Buches in West und Ost hat offenbar auch die Charakterisierung des Protagonisten beigetragen: Robert Iswall ist kein bruchlos positiver, stets moralisch integerer Held, sondern steht in Spannung zur realsozialistischen Literatur-Theorie.<ref>Marcel Reich-Ranicki: Ein Land des Lächelns. In: Zur Literatur der DDR. München 1974, S. 124. Zuerst in: Die Zeit, 1. April 1966.</ref>

Emmerich schränkt dieses Lob ein: Formal besitze der Roman „einen geradezu westlichen Touch“;<ref>Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe, 1. Auflage, Berlin: Aufbau, 2000, S. 203</ref> inhaltlich hingegen entfalte er ein sozialistisches Biedermeier: Die DDR richte sich nach Überwindung ihrer Kinderkrankheiten selbstzufrieden im Erreichten ein. Die Revolution entlasse ihre Kinder in ein kleinbürgerliches Idyll; großartige Menschen leben in einem großartigen Land: brave Aktivisten, sorglos und ihrer Zukunft gewiss. Eine besondere Rolle spiele dabei die Koketterie des Ich-Erzählers mit seiner Schuld: Sein aus privatem Interesse heraus eingefädeltes ideologisches Ehe-Arrangement habe sich nach Trullesands Bekenntnis als „Haupttreffer“ erwiesen.<ref>Mit dem Hintergrundwissen, dass Kant angelastet wird, als Denunziant für die Verbannung eines ABF-Kommilitonen ans sowjetische Eismeer verantwortlich gewesen zu sein, hinterlasse gerade diese Passage einen beklemmenden Nachgeschmack. Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe, 1. Auflage, Berlin: Aufbau, 2000, S. 204.</ref>

Adaptionen

Hörbücher

  • Audio-CD: Hermann Kant Liest aus „Die Aula“ und „Der Dritte Nagel“. Sony BMG Wort, 2001, ISBN 3-89830-223-7.
  • Audio-Cassette: Hermann Kant Liest aus „Die Aula“ und „Der Dritte Nagel“. Sony BMG Wort, 2001, ISBN 3-89830-224-5.

Dramatisierung

  • Erstmals dramatisiert wurde Die Aula vom Landestheater Halle in der Spielzeit 1967/68. Das Ensembles mit Kurt Böwe als „Trullesand“ gastierte bei den „Berliner Festtagen“.
  • Im Oktober 1968 wurde die Hallenser Fassung vom Deutschen Theater Berlin übernommen, weiter bearbeitet und mit Reimar Johannes Baur als „Iswall“, Dieter Franke als „Trullesand“, Dieter Mann als „Filter“, Gerhard Bienert als „Völschow“ und Peter Aust als „Quasi“ an den Kammerspielenaufgeführt (Premiere am 18. Februar 1969).<ref>s. Ernst Schumacher: Berliner Kritiken. Berlin (Ost) 1975, Bd. 1, S. 308ff.</ref> Mit mehr als 297 Aufführungen gehört Die Aula zu den am häufigsten aufgeführten Stücken des Deutschen Theaters.
  • Maxim Gorki Theater Berlin, 1985. Regie Wolfram Krempel.<ref>Neues Deutschland, 15. Mai 1985. Die Aula nach Hermann Kant am Maxim Gorki theater Berlin, regie Wolfram Krempel</ref>
  • Die einzige Inszenierung außerhalb der DDR fand 1970 an der Vaganten Bühne in Westberlin (Regiedebüt: Egmont Elschner) statt.

Verfilmungen

  • TV-Verfilmung DDR, Sendung vom 1. Juli 1972, Inszenierung: Horst Schönemann
  • TV-Verfilmung BRD 1976 nach der Bühnenfassung des Landestheaters Halle, Regie: H. Flick

Ausgaben

Übersetzungen

Der Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erschien bei insgesamt 22 Verlagen.

Literatur

  • Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe. Aufbau, Berlin 2000.
  • Werner Grau: Aspekte eines Romans. In: Hermann Kant: Die Aula. Bertelsmann-Buchgemeinschaft. Gütersloh, o. J.
  • Jos Hoogeveen: Satire als Rezeptionskategorie. Hermann Kants „Aula“ in der Diskussion zwischen Ost und West. In: Ders./Gerd Labroisse (Hg.): DDR-Roman und Literaturgesellschaft. Rodopi, Amsterdam 1981, S. 163–216. (Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik. 11-12).
  • Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literaturlexikon. Kindler, München 1990, ISBN 3-463-43009-6, Bd. 9, S. 118.
  • Hermann Kant: Abspann. Aufbau-Verlag, Berlin u. a. 1991, ISBN 3-351-02146-1.
  • Marcel Reich-Ranicki: Ohne Rabatt. Über Literatur aus der DDR. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1991, ISBN 3-421-06611-6.
  • J. K. A. Thomaneck: Zum Stellenwert der Internationalen Brigadisten bei Anna Seghers im Kontext der Ankunftliteratur der DDR. In: Berliner LeseZeichen, 1/99.
  • Gero von Wilpert (Hrsg.): Lexikon der Weltliteratur. Bd. 2, Hauptwerke der Weltliteratur. 2., erw. Aufl., Kröner, Stuttgart 1980, ISBN 3-520-80802-1, S. 84.

Anmerkungen

<references />

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