Diastereomerenüberschuss
Der Diastereomerenüberschuss, oder kurz de-Wert (von englisch diastereomeric excess), gibt den Überschuss eines Diastereomers in einem Diastereomerengemisch an.
Er ist definiert als
<math>de = \frac{m_1 - m_2}{m_1 + m_2}\cdot 100\,\%</math>
mit <math>m_1</math>: Masse des Diastereomers im Überschuss, <math>m_2</math>: Masse des Diastereomers im Unterschuss. Die Definition des Diastereomerenüberschusses de ähnelt somit der des Enantiomerenüberschusses ee. Die Charakterisierung von Stereoisomerengemischen mit ee- und de-Werten ist heute weitgehend obsolet, da es die sauberer definierten Begriffe Enantiomerenverhältnis er und Diastereomerenverhältnis dr gibt.<ref>Robert E. Gawley: Do the Terms "% ee" and "% de" Make Sense as Expressions of Stereoisomer Composition or Stereoselectivity? J. Org. Chem. 71 (2006) 2411–2416; doi:10.1021/jo052554w.</ref>
Bei einem 1:1-Gemisch von zwei Diastereomeren ist demnach de= 0 %, bei einer diastereomerenreinen Verbindung ist de = 100 %
Heutzutage wird der Begriff Diastereomerenüberschuss de zunehmend durch den Begriff Diastereomerenverhältnis (englisch diastereomeric ratio, dr) ersetzt, dabei wird ein Diastereomerengemisch charakterisiert durch das Mengenverhältnis [m1]:[m2] oder [m2]:[m1].<ref>Robert E. Gawley: Do the Terms "% ee" and "% de" Make Sense as Expressions of Stereoisomer Composition or Stereoselectivity? J. Org. Chem. 71 (2006) 2411–2416; doi:10.1021/jo052554w.</ref>
Beispielsweise resultiert bei Massenanteilen der Diastereomere von 70 % zu 30 % ein 40%iger Diastereomerenüberschuss (40 % de) für das Diastereomerengemisch. Das Diastereomerenverhältnis wäre in diesem Beispiel dr = 7:3.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Y. Izumi, A. Tai: Stereo Differentiating Reactions, Verlag Academic P., U.S., 1977, 343 Seiten, ISBN 0123778506, ISBN 978-0123778505