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Deutsches Tagebucharchiv

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Datei:Deutsches Tagebucharchiv.jpg
Das Deutsche Tagebucharchiv im Alten Rathaus von Emmendingen

Das Deutsche Tagebucharchiv e. V. (DTA) in Emmendingen sammelt seit 1998 private Lebenszeugnisse (Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel) aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Das Archivgut steht der Wissenschaft und interessierten Studierenden für Recherchen zur Verfügung. Zurzeit umfasst es knapp 28.000 Zeitzeugnisse von über 5.500 Autoren (Stand Februar 2025).<ref>Fakten & Zahlen - Deutsches Tagebucharchiv. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref>

Gründung und Organisation

Das Tagebucharchiv (DTA) wurde im Januar 1998 in Emmendingen als Verein organisiert. Es finanziert sich aus den Beiträgen seiner Mitglieder, aus Eigenleistungen und aus Spendengeldern. Neben einer hauptamtlichen Geschäftsstellenleitung und einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin beteiligen sich rund 100 Ehrenamtliche an der Archivierung, Digitalisierung und inhaltlichen Erschließung der gesammelten Lebenszeugnisse. Seit 2012 wird das Tagebucharchiv von der Stiftung Deutsches Tagebucharchiv unterstützt.<ref>Stiftung Deutsches Tagebucharchiv </ref>

Im Juni 2015 wurde in Amsterdam ein Zusammenschluss europäischer Tagebucharchive gegründet, die EDAC (European Ego-Documents Archives and Collections Network).<ref>European Ego-Documents Archives and Collections Network</ref>

Konzept

Das Konzept des DTA sieht die Bewahrung von Alltagsgeschichte vor. Es werden die unveröffentlichten autobiografischen Lebensberichte aller Personen archiviert, sofern sie von Angehörigen oder den Schreibenden selbst nach einem Kontaktgespräch dem Archiv übergeben werden.

Das Deutsche Tagebucharchiv ist nach eigenen Angaben die erste derartige Einrichtung in Deutschland.

Im Jahr 2019 wurde das Archiv als „bewegliches Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen.<ref>Heidi Ossenberg: Tagebucharchiv genießt jetzt Denkmalschutz. Badische Zeitung, 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.</ref>

Benutzungs- und Recherchemöglichkeiten

Das Archiv kann nach Voranmeldung während der Öffnungszeiten benutzt werden.

Im November 2014 wurde das kleine Museum im Deutschen Tagebucharchiv im Alten Rathaus Emmendingen eröffnet. Seitdem präsentiert das DTA den Besucherinnen und Besuchern die dritte thematische Ausstellung seiner Archivalien.<ref>Deutsches Tagebucharchiv: Ausstellungen, Deutsches Tagebucharchiv. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Mai 2023.@1@2Vorlage:Toter Link/tagebucharchiv.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Die Website des Deutschen Tagebucharchivs bietet einen Online-Katalog für eine individuelle Recherche. Der Katalog ermöglicht die Suche nach Dokumenten auf der Basis von Stichworten und Ortsangaben.<ref>Deutsches Tagebucharchiv: Online-Katalog. Abgerufen am 4. Mai 2023.</ref>

Ähnliche Einrichtungen

Weblinks

Literatur

  • Frauke von Troschke: Jeder hat das Recht gehört zu werden. Das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen. In: Peter Müller (Hrsg.): Individualisierung von Geschichte. Neue Chancen für die Archive? Vorträge des 67. Südwestdeutschen Archivtags am 23. Juni 2007 in Eppingen. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-020450-8, S. 50–59.
  • Irene Ferchl: Strandgut aus dem Strom der Zeit. Das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen. In: Schwäbische Heimat, 71. Jg. 2020, Heft , S. 264–270 (online).

Einzelnachweise

<references />

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