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Deutscher Reformverein (Antisemitismus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Deutsche Reformverein wurde 1879 als Teil der wachsenden antisemitischen Bewegung im Königreich Sachsen gegründet. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Reformverein der 1860er Jahre.

Gründer der in Dresden entstandenen Organisation war der Kleinunternehmer Alexander Pinkert. Der Verein war antisemitisch, beanspruchte aber mit der Namensgebung, für allgemeine Reformen zu stehen. Der Verein griff über die Gründungsregion hinaus: Es entstanden Ortsgruppen in Hessen und in der Provinz Westfalen.

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Zeitungsinserat vom 2. April 1891: Einladung zur öffentlichen Versammlung des Deutschen Reform-Vereins in Münster/Westf., Altdeutsche Bierhalle, Roggenmarkt
Datei:1891 04 02 Münsterischer Anzeiger Reform-Verein Hauptversammlung.png
Zeitungsinserat vom 2. April 1891: Einladung zur Hauptversammlung des Deutschen Reform-Vereins in Münster/Westf., Altdeutsche Bierhalle, Roggenmarkt

Im Jahr 1882 war die Gruppe Organisator eines internationalen antijüdischen Kongresses. Dieser sollte dazu dienen, die Zusammenarbeit der antisemitischen Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern. Ein Jahr später fand ein zweiter Kongress in Chemnitz statt. Beide Treffen scheiterten am Gegensatz der gemäßigten und radikalen Antisemiten.

Der Verein gab seit 1879 die Zeitschrift Deutsche Reform heraus, die schließlich bis 1887 als Zeitung täglich erschien.

Ab 1886 war Oswald Zimmermann der führende Vertreter des Deutschen Reformvereins in Dresden. Er beteiligte sich an der Gründung weiterer Reformvereine in Sachsen und vereinigte diese schließlich mit der Böckel-Bewegung zur Antisemitischen Volkspartei (später Deutsche Reformpartei). Zimmermann gab in Dresden ab 1887 die Deutsche Wacht heraus. Der Reformverein dominierte lange die Dresdner Lokalpolitik.<ref>Sven Brajer: Am Rande Dresdens? Das völkisch-nationale Spektrum einer »konservativen Kulturstadt« 1879–1933. Thelem, Dresden und München 2022, ISBN 978-3-95908-557-1, S. 326.</ref>

Literatur

  • Massimo Ferrari Zumbini: Die Wurzeln des Bösen. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-465-03222-5, S. 254.

Weblink

Einzelnachweise

<references />