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Der Rote Baron (Film)

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{{#if: erläutert den Film aus dem Jahr 2008; zum Film von Roger Corman aus dem Jahr 1971 siehe Manfred von Richthofen – Der Rote Baron.

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Die Hauptrolle des „Roten Barons“ ist mit Matthias Schweighöfer besetzt. In weiteren Rollen sind Til Schweiger als Richthofens Fliegerkamerad Werner Voß, Lena Headey als Krankenschwester Käte, seine fiktive Angebetete, und Joseph Fiennes als alliierter Kampfpilot und Erzrivale Richthofens, Arthur Roy Brown zu sehen. Den Titelsong Open Skies steuerte die deutsche Rockband Reamonn bei.

Handlung

Datei:Fokker DR1 D-EFTJ OTT2013 D7N9181 BEA 002.jpg
Eine Replik der roten Fokker Dr.I, durch die Richthofen den Beinamen „Roter Baron“ bekam.

Der Film spielt an der Westfront in den Jahren 1917/1918. Manfred Freiherr von Richthofen sieht als Ass und gefeierter Held der deutschen Fliegertruppe ebenso wie seine Kameraden den Luftkampf als sportlich-technische Herausforderung. Nicht unmittelbar vom Geschehen weit unten auf dem Schlachtfeld berührt, gelangt Richthofen, unterstützt durch seine Kameraden Voß, Wolff, Sternberg und Lehmann aufgrund seiner hohen Abschusszahlen schnell zu Ruhm.

Die Oberste Heeresleitung erkennt schon bald den propagandistischen Wert Richthofens und stilisiert seine Person zum Idol und Hoffnungsträger einer ganzen Generation. Auf diese Art missbraucht, muss Richthofen nicht zuletzt aufgrund der Liebe zur attraktiven und emanzipierten Krankenschwester Käte jedoch bald eingestehen, dass die Realität des Krieges nichts mit den als ehrenhaft verklärten Luftduellen gemein hat. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Käte und seiner Hingabe an die Fliegerei, kann er sich letzten Endes trotz allem nicht von den Kampfhandlungen lösen und setzt weiterhin mit jedem Start sein Leben aufs Spiel. Der Film endet mit Richthofens Verabschiedung von Käte und dem Start zu seinem (letzten) Flug. Wenig später besucht Käte sein frisches Grab.

Im Abspann werden Richthofens Abschüsse, aber auch seine Staffel und andere Personen noch einmal mit dem weiteren Lebensverlauf dargestellt.

Produktionshintergrund

Der Rote Baron ist eine deutsche Filmproduktion in englischer Sprache. Mit einem geschätzten Budget von 18 Millionen Euro ist er eine der teuersten deutschen Filmproduktionen. Der Film wurde am 31. März 2008 in Deutschland uraufgeführt und kam eine Woche später in die deutschen Kinos. In den deutschen Kinos hatte der Film etwa 250.000 Zuschauer.

Kritiken

Bewertungen der deutschen Presse

„Wir haben nicht unbedingt darauf gewartet,“ meinte die Cinema,<ref name="Cinema">Karl-Heinz Schäfer: Der rote Baron. In: Cinema, Nr. 4/2008, S. 61</ref> und die Berliner Zeitung konnte sich der Botschaft, dass Krieg schlecht sei, leicht anschließen, doch den Film zu mögen falle schwer.<ref name="BerlinerZeitung">Anke Westphal: Küss mich, Käte! In: Berliner Zeitung, 9. April 2008, S. 25</ref> Ein neuer Film über Manfred von Richthofen hätte die Chance geboten, das von englischsprachigen Filmen mitgeprägte Bild eines fairen, noblen Kampfsportlers zu relativieren und neuere historische Erkenntnisse einfließen zu lassen, dass sich von Richthofen zur Menschenjagd bekannte.<ref name="epdFilm">Claudia Lenssen: Der rote Baron. In: epd Film Nr. 4/2008, S. 50</ref> Diese Chance, ein angemessenes Verhältnis des deutschen Publikums zu von Richthofen aufzubauen<ref name="BerlinerZeitung" /> und ihn historisch wahrhaftig darzustellen, sei vertan worden, die Produktion verfolge eine „ungebrochene Heldenverehrung“.<ref name="Tagesspiegel" /> Obschon „der erste deutsche Film seit Ewigkeiten, der einen Kriegsherrn als Nationalhelden feiert,“ predige er keinen Militarismus, befand die Welt.<ref name="Welt">Peter Zander: Am Himmel ist der Krieg noch sauber In: Die Welt, 9. April 2008, S. 27</ref>

Der Tagesspiegel stellte den hier gezeichneten von Richthofen in eine Reihe mit den durch Einsamkeit ein Stück weit geläuterten deutschen Geschichtsfiguren, die das Kino in den letzten Jahren angeboten hatte, wie den Hitler im Untergang oder den Stasiabhörer in Das Leben der Anderen.<ref name="Tagesspiegel">Jan Schulz-Ojala: Orden für den Egoshooter In: Der Tagesspiegel, 9. April 2008, S. 21</ref> Auch andere Kritiken fanden, der Film stilisiere von Richthofen zu einem ehrenvollen Helden,<ref name="Cinema" /> und stelle ihn und seine Entourage sympathisch dar.<ref name="filmdienst" /> Der Streifen begreife die Luftgefechte und Abstürze wie einen ritterlichen, sportlichen Wettbewerb, ein Spiel oder Sportfest, bei dem die Alliierten nicht Feinde, sondern Gegner in einem fairen Kampf sind,<ref name="filmdienst" /><ref name="BerlinerZeitung" /><ref name="SpiegelOnline" /><ref name="Welt" /> und der Krieg ein „gediegenes Gartenfest“.<ref name="Cinema" /> Entgegen den historischen Fakten werde von Richthofen zum Pazifisten gemacht,<ref name="Tagesspiegel" /><ref name="filmdienst" /><ref name="Cinema" /><ref name="SpiegelOnline" /> wobei die Moral völlig aufgesetzt wirke,<ref name="filmdienst">Jörg Gerle: Der rote Baron. In: film-dienst Nr. 9/2008, fd 38680, S. 20–21</ref> wie ein „pazifistisches Schmierentheater“,<ref name="SpiegelOnline" /> und die Hauptfigur als Opfer der Umstände erscheine.<ref name="epdFilm" /> Der Tod werde nicht gezeigt, „aus Pietät oder vielleicht doch aus Kostengründen.“<ref name="Tagesspiegel" /> Das Hervorstreichen jüdischer Kombattanten für das Deutsche Reich und jene Szenen, welche die Grausamkeit des Krieges offenbaren sollen, erschienen wie Alibis und Selbstrechtfertigungen.<ref name="BerlinerZeitung" /> Spiegel Online sah den Idolkult des Deutschen Reichs wiederbelebt und urteilte: „Wohin also mit diesem reaktionären Abenteuerschmonzes? Am besten auf den Müll. Flieger, grüß mir die Tonne!“<ref name="SpiegelOnline">Christian Buß: Dandy mit Maschinengewehr. In: Spiegel Online, 8. April 2008</ref>

Eine Krankenschwester sei mittlerweile fast schon Teil des Genres,<ref name="Welt" /> und man empfand die Liebesgeschichte als „pennälerhaft“<ref name="BerlinerZeitung" /> oder unfreiwillig komisch.<ref name="Tagesspiegel" /> Von Richthofens kurzes Leben gebe nicht genug Stoff für einen interessanten Film ab.<ref name="Cinema" /> Wie ein Popstar aus einer Boygroup erscheine er.<ref name="Welt" /> Schweighöfer sei für diese Rolle eine missratene Besetzung, weil er aussehe, „als könnte er keinem Flieger was zuleide tun.“<ref name="Tagesspiegel" /> „Lena Headey wirkt viel zu reif für den Milchbubi Schweighöfer, und der scheint zu sehr mit seinem Narzissmus beschäftigt, als dass er sich noch in jemand anderen verlieben könnte.“<ref name="Welt" /> Auch nahm man Schweighöfer die Gebrochenheit am Ende des Films nicht ab<ref name="BerlinerZeitung" /> oder erklärte ihn für überfordert.<ref name="Stern" />

Von hölzernen Dialogen und einer holprigen Regie sprach der Stern,<ref name="Stern">Stern, 10. April 2008, S. 173: Der rote Baron</ref> von einer hölzernen Inszenierung der Tagesspiegel.<ref name="Tagesspiegel" /> Die Welt beanstandete die unentschiedene Regie eines reißerischen Epos, das freilich „großes Popcorn-Kino“ sei, was in Deutschland selten zustande komme.<ref name="Welt" /> Einiges Lob erhielten die Luftkampfszenen, die überzeugend,<ref name="Cinema" /> tollkühn,<ref name="Stern" /> der hauptsächliche Schauwert,<ref name="Welt" /> und gut aber rar seien.<ref name="filmdienst" /> Der visuell wie ein Computerspiel inszenierte Luftkampf überlagere die kriegsskeptischen Botschaften, stellte epd Film jedoch fest, es sei dem Film anzusehen, dass diese Bilder am Rechner generiert worden sind.<ref name="epdFilm" /> Die Berliner Zeitung nannte die musikalische Unterstreichung „grauenhaft“.<ref name="BerlinerZeitung" />

Einschätzungen eines Historikers

Der Richthofen-Biograph Joachim Castan bemerkte, dass dieser Film aus Richthofen „einen romantischen Kriegshelden macht, der am Schluss an seinem Tun zweifelt.“ In seinen Augen jedoch war der historische Richthofen in großen Teilen gänzlich anders – er sieht seine „enorme Kaltblütigkeit“ als ein wesentliches Charaktermerkmal an. Den Spielfilm bezeichnete er als „großes Kino mit großen Gefühlen. Der historische Richthofen war in weiten Teilen gänzlich anders, als uns der Film glauben machen will.“<ref>Joachim Castan: Das Ende einer Legende – die Geburt eines Mythos. In: SpiegelOnline, 20. April 2008. Artikel im Netz</ref>.

Literatur

Gespräche

Mit Matthias Schweighöfer in der Welt vom 10. April 2008: „Für diesen Film kann man sicher auch was auf die Fresse kriegen“

Kritikenspiegel

Eher negativ

Negativ

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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