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Der Kuss der Spinnenfrau (Roman)

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Der Kuss der Spinnenfrau (spanischer Originaltitel: El beso de la mujer araña) ist der erfolgreichste Roman des argentinischen Schriftstellers Manuel Puig; er erschien 1976. Die deutsche Übersetzung wurde von Anneliese Botond erstellt und erschien 1979 im Verlag Suhrkamp.<ref>Manuel Puig: Der Kuß der Spinnenfrau. Roman. Aus dem Spanischen von Anneliese Botond. Suhrkamp (= suhrkamp taschenbuch. Band 869).</ref>

Inhalt

In dem Roman sitzen der homosexuelle oder transgeschlechtliche Molina, der wegen Homosexualität zu acht Jahren Gefängnis verurteilt ist, und der wegen linksextremer Aktivitäten inhaftierte marxistische Revolutionär Valentín Arregui in einer Gefängniszelle. Molina erzählt Valentín Filminhalte alter Hollywood- und Ufafilme der 1930er und 1940er Jahre. Dabei verliebt sich Molina in Valentín. Beide Männer nähern sich einander an, und die starren Geschlechterrollen lösen sich auf. Molina pflegt Valentín, nachdem dieser mit Medikamenten vergiftetes Essen erhalten hat. Auf diese Weise sollte Valentín physisch geschwächt werden, damit er Molina gegenüber Informationen preisgibt, die dieser an die Gefängnisleitung weitergeben sollte.<ref>Manuel Puig: Der Kuß der Spinnenfrau. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-39041-4, S. 161.</ref> Molina warnt Valentín jedoch vor vergiftetem Essen und Trinken und teilt seine Nahrung mit Valentín.<ref>Manuel Puig: Der Kuß der Spinnenfrau. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-39041-4, S. 205–206.</ref> Valentín zeigt sich dafür sehr dankbar. Molina wird schließlich entlassen, führt dann aber einen Auftrag für die Widerstandskämpfer von Valentín aus und wird dabei erschossen. Valentín bleibt im Gefängnis, sein Ende ist unklar. Im letzten Kapitel deliriert er jedoch unter den Folgen der Folter.

Form

Auffallend ist dabei die völlige Abwesenheit eines Erzählers, vielmehr besteht der Roman nur aus gesprochener Rede, Bewusstseinsströmen und gegen Ende aus Polizeiberichten. Völlig von der Handlung losgelöst erfolgt in neun Fußnoten eine wissenschaftliche Abhandlung über das Wesen und die Ursachen der Homosexualität. Der Erzähler tritt also nur durch die Auswahl der Textstücke zutage. Wie im filmischen Verfahren der Montage werden sie so von ihm geordnet und gegenübergestellt.

Valentín und Molina kommunizieren über die Filme, die in gewissem Sinne eine Allegorie zu ihrer eigenen Situation darstellen. Es werden schwierige Liebesverhältnisse dargestellt, die Opferbereitschaft der liebenden Frau, die Situation der Unterdrückung und das Gefangensein.

Titel

Der erste Film, den Molina beschreibt, ist Katzenmenschen und handelt von einer Frau, die sich weigert, ihren Mann überhaupt zu küssen, weil sie glaubt, dass sie dazu verflucht ist, sich bei Erregung in einen mörderischen Panther zu verwandeln. Kurz bevor Molina (der sich gelegentlich als Frau bezeichnet) freigelassen wird, haben die Zellengenossen eine kurze sexuelle Beziehung, und Valentín sagt ihm, dass er nicht die Pantherfrau sei, die niemals jemanden küssen kann: „Du bist die Spinnenfrau, du fängst die Männer in deinem Netz ein.“<ref>Manuel Puig: Der Kuß der Spinnenfrau. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-39041-4. S. 276.</ref> In Valentíns Delirium am Ende des Romans taucht die Spinnenfrau als Wegweiser zur von Valentín ersehnten Nahrung auf.

Adaptionen

Anmerkungen

<references />

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