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Denkmal für Peter I. (Moskau)

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Datei:EtwashellerMoskauPeterDenkmalSeite.jpg
Seitliche Ansicht vom Moskauer Kunstpark aus

Das Denkmal für Peter I. (offiziell: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), deutsch etwa: Denkmal „zur Feier des 300. Jahrestages der Russischen Marine“) in Moskau ist eine 1997 errichtete Statue, die den russischen Zaren Peter I. den Großen auf einem Schiff zeigt. Mit fast einhundert Metern Höhe zählt sie zu den höchsten Statuen der Welt.

Beschreibung

Das Monument ist etwa 96 Meter hoch.<ref name="tsereteli">Monumental and design work. In: Internetseiten von Surab Zereteli. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2007; abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es besteht aus einem Segelschiff, auf dem eine überproportional große Figur steht, die Peter den Großen darstellt. Dieser hält mit der linken Hand das Steuerrad des Schiffes, mit der rechten hält er eine Schriftrolle hoch. Hinter ihm steht der Mast des Schiffes mit Tauwerk und drei Segeln. Unter dem Schiff befindet sich ein Piedestal, das Wellen und mehrere kleinere Schiffe zeigt. Das große und die kleinen Schiffe tragen Flaggen mit Andreaskreuzen. Die Plastik steht auf einer künstlichen Insel aus armiertem Beton. Diese wird von Fontänen gesäumt, die den Eindruck erwecken sollen, das Schiff bewege sich durchs Wasser.<ref name="infographics">Monument to Peter the Great in Moscow. In: Internetseiten von RIA Novosti. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2017; abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zusammen mit der Insel erhebt sich die Statue etwa 98 Meter über die Wasseroberfläche. Die Trägerkonstruktion und das Tauwerk sind aus Edelstahl gefertigt, die Außenschicht ist teilweise aus Bronze, die Segel aus Kupfer. Verschiedene Details wie die Schriftrolle und die Andreaskreuze sind mit Gold überzogen. Die Taue sind so miteinander verwoben, dass sie sich nicht bewegen können. Die Segel bestehen des geringeren Gewichtes wegen aus einer Hohlkonstruktion. Insgesamt wiegt die Konstruktion rund 600 Tonnen.<ref name="infographics" /><ref name="pravda">Moscow is eager to get rid of ugly and gigantic monument to Peter the Great. 8. Oktober 2010, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entstehung

Datei:Stamp Columb Zereteli.jpg
Briefmarke mit dem Entwurf einer Statue für Kolumbus, 1992

Die Statue wurde vom georgisch-russischen Bildhauer Surab Zereteli entworfen. Verschiedentlich wurde behauptet, Zereteli habe das Werk zunächst als Abbild von Christoph Kolumbus geschaffen und zwischen 1991 und 1992 in den Vereinigten Staaten, Spanien und Lateinamerika zum 500-jährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 angeboten. Als er keinen Abnehmer gefunden haben soll, soll er die Statue abgeändert haben, um Kolumbus in Zar Peter zu verwandeln.<ref>От шедевров Церетели люди просто обалдели. In: Online-Ausgabe der Komsomolskaja Prawda. 5. September 2002, abgerufen am 26. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Самые страшные памятники Москвы. 24. Juli 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2008; abgerufen am 26. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="weburbanist">Upwardly Immobile: 15 Sky High Statues From 15 Countries. Abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von anderer Seite – unter anderem von Zereteli selbst<ref name="dvoinik">1480. Статьи в Московском корреспонденте 15 августа, 1,4, 5, 7, 8 сентября 2007 года. Abgerufen am 26. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> – wurde versucht, diese Behauptungen zu widerlegen.<ref>Петр и Колумб — разные и люди, и памятники. In: Online-Ausgabe der Komsomolskaja Prawda. 5. Oktober 2010, abgerufen am 26. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Tatsächlich hatte Kolumbus als Motiv mehrmals einen Platz im Schaffen Zeretelis; er widmete ihm bereits mehrere große Statuen gewidmet, etwa die 45 Meter hohe, 1995 im spanischen Sevilla aufgestellte Nacimiento de Un Hombre Nuevo. 2011 wurde im puerto-ricanischen Arecibo eine weitere Kolumbus-Statue Zeretelis zusammengesetzt, die etwa 126 Meter hoch ist.<ref name="tsereteli" /><ref>Elena Romanova: The Assembly of the “Birth of the New World” Sculptural Composition is Proceeding in Puerto Rico. In: Internetseiten von Surab Zereteli. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2012; abgerufen am 23. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Fiona Govan: Too ugly Christopher Columbus statue finds home after 20 years. In: Online-Ausgabe von The Daily Telegraph. 29. Juli 2010, abgerufen am 23. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das als Geburt einer neuen Welt bezeichnete Werk hat Ähnlichkeiten zum Peter-I.-Denkmal: Beide zeigen einen überproportional großen Mann am Steuer eines einmastigen Schiffs mit drei Segeln; beide Figuren haben einen erhobenen rechten Arm und die linke Hand am Steuerrad des Schiffes.<ref>IMG_2643. Abgerufen am 25. Mai 2011 (Modelle beider Statuen nebeneinander).</ref>

Das Denkmal wurde vom damaligen Oberbürgermeister Moskaus Juri Luschkow genehmigt, der als ein Freund Zeretelis galt.<ref name="weburbanist" /><ref name="bbc" /> Unter Luschkow wurden mehrere Zereteli-Werke im öffentlichen Raum der Stadt aufgestellt, teils gegen den Widerstand der Bevölkerung.<ref name="tsereteli" /><ref name="sptimes">Irina Titova: Lawmakers Fear Arrival of Peter the Great Statue. In: St. Petersburg Times. Nr. 1616, 8. Oktober 2010 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 2. Dezember 2010 im Internet Archive) auf den Internetseiten der St. Petersburg Times [abgerufen am 28. Mai 2011]).</ref> Die Peter-der-Große-Statue wurde 1997 errichtet auf einer künstlichen Insel in der Moskwa, direkt vor der Abzweigung des Wasserumleitungskanals. Dazu wurden verschiedene Elemente – das Schiff, das Piedestal und die Zarenfigur – einzeln gefertigt und am Standort zusammengesetzt. Die Bronzeteile wurden mit Sand abgestrahlt, mit einer künstlichen Patina versehen und mit einem Schutzwachs gegen Wettereinflüsse überzogen. In die Trägerkonstruktion wurden Leitern eingebaut, um das Monument für Wartungsarbeiten zugänglich zu machen.<ref name="infographics" />

Anlass der Errichtung der Statue war das 300-jährige Bestehen der Russischen Marine. Deren Gründung kann auf Peter I. zurückgeführt werden.<ref name="tsereteli" /><ref name="weburbanist" /> Die Kosten wurden auf 15 bis 20 Millionen US-Dollar geschätzt.<ref>Без царя в голове. Памятник Петру Первому работы Церетели. Abgerufen am 26. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rezeption

Von einer Mehrheit der Bevölkerung wurde das Werk abgelehnt. Vor seiner Errichtung gab es in Moskau Kampagnen zur Verhinderung der Aufstellung.<ref name="sptimes" /> Umfragen zufolge findet die Mehrheit der Moskowiter die Statue unansehnlich.<ref name="pravda" /><ref>«Памятник Петру может превратиться в символ». 4. Oktober 2010, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als weitere Ursache für die Ablehnung in der Moskauer Bevölkerung vermutet die BBC, dass Peter der Große Moskau 1710 als Hauptstadt des russischen Zarentums und späteren Kaiserreichs durch Sankt Petersburg abgelöst hatte.<ref name="bbc">Monument to Peter the Great, Moscow, Russia. In: Internetseiten der BBC. 10. Dezember 2007, abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der ehemalige russische Präsident Boris Jelzin bezeichnete die Statue als „hässlich“ und riet Luschkow, andere Künstler zu fördern.<ref>Moscow plans to remove 'Terminator' statue. In: Internetseiten von The Telegraph. 5. Oktober 2010, abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Ausland rief das Denkmal ähnliche Reaktionen hervor. 2008 wurde es von Virtual Tourist in die Top Ten der hässlichsten Gebäude und Denkmäler aufgenommen.<ref>Belinda Goldsmith: Travel Picks: 10 top ugly buildings and monument. Reuters, 14. November 2008, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Foreign Policy zählte es 2010 ebenfalls zu den hässlichsten Statuen der Welt.<ref>Joshua Keating: The World’s Ugliest Statues. Foreign Policy, 5. April 2010, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch in anderen Listen dieser Art taucht das Denkmal regelmäßig auf.<ref name="weburbanist" />

Ein Sprengstoffanschlag auf die Statue am 6. Juli 1997 wurde verhindert. Mithilfe von spezieller Unterwasser-Ausrüstung hatte die Gruppe Revolutionärer Kriegsrat, verantwortlich für mehrere Anschläge auf andere Denkmäler im Land, unter der Statue Sprengsätze angebracht. Dank eines anonymen Hinweises an die Strafverfolgungsbehörden wurde die Sprengung vereitelt.<ref>«Реввоенсовет» распустили. 21. Juni 2010, abgerufen am 25. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Unmittelbar nach dem Ende von Luschkows Amtszeit als Oberbürgermeister Moskaus schlug der kommissarische Amtsnachfolger Wladimir Ressin am 4. Oktober 2010 vor, die Statue zu versetzen.<ref>Peter the Great Statue: 98 meters of bronze, steel and copper. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Oktober 2010; abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein Jahrzehnt zuvor hatte der Föderationsrats-Vorsitzende Sergei Mironow bereits den Finnischen Meerbusen vor Sankt Petersburg als alternativen Standort ins Gespräch gebracht. Diese Idee wurde wieder aufgegriffen. Als Reaktion veranstaltete die Sankt Petersburger Nachrichten-Website fontanka.ru eine Umfrage, bei der 65 % der Stimmen für „Mironows Datscha“ abgegeben wurden.<ref>Kevin O’Flynn: In Wake Of Luzhkov's Ouster, Moscow Monument's Future In Doubt. In: Internetseiten von Radio Free Europe. 8. Oktober 2010, abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Sankt Petersburger Stadtrat lehnte das Vorhaben ebenfalls ab und schlug stattdessen vor, das Monument solle demontiert und als Altmetall verwendet werden. Daraufhin boten sich verschiedene Städte als neue Standorte an.<ref name="pravda" /><ref name="sptimes" /><ref>Russian cities in bid for Moscow's Peter the Great monument. In: Internetseiten von RIA Novosti. 7. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die zu erwartenden Kosten für ein Versetzen der Statue werden mit 6 bis 10 Millionen US-Dollar beziffert.<ref name="sptimes" /> Der Moskauer Bauverantwortliche Michail Moskwin-Tarchanow schätzt sogar, dass alleine das Zerlegen 25 bis 30 Millionen US-Dollar kosten würde.<ref>Sergei L. Loiko: Sail on bye-bye. In: Internetseiten der Los Angeles Times. Abgerufen am 28. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Marat Gelman, ein Kunstförderer aus Moskau, hatte erklärt, die nötigen Spendengelder auftreiben zu können. Gelman ist ein erklärter Gegner der Statue und war bereits an einer Aktion zur Verhinderung ihrer Aufstellung beteiligt gewesen.<ref name="sptimes" />

Siehe auch

Literatur

  • Irina Titova: Lawmakers Fear Arrival of Peter the Great Statue. In: St. Petersburg Times. Nr. 1616, 8. Oktober 2010 (Artikel online auf den Internetseiten der St. Petersburg Times [abgerufen am 28. Mai 2011]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 55° 44′ 19″ N, 37° 36′ 30″ O

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