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Wiesbaden-Delkenheim

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(Weitergeleitet von Delkenheim)

Vorlage:Infobox Ortsbezirk in Wiesbaden

Datei:DelkenheimEvKircheMühlberg.JPG
Blick von der Straße Mühlberg jenseits der Wickerbachaue nach Norden auf die evangelische Kirche
Datei:DelkenheimEvKircheNordfassade.JPG
Nordfassade des Ländchesdoms
Datei:DelkenheimLandwehrstr5FachwerkhausErker.JPG
Markantes Fachwerkhaus in der Landwehrstraße
Datei:Delkenheim1.JPG
Delkenheim von Osten gesehen

Delkenheim ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Es handelt sich um einen Ort mit rund 5000 Einwohnern. Am 1. Januar 1977 wurde Delkenheim im Rahmen der Hessischen Gebietsreform nach Wiesbaden eingemeindet.

Geographie

Delkenheim grenzt an die Wiesbadener Ortsbezirke Nordenstadt, Erbenheim, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim sowie an Wallau (Hofheim am Taunus), Hochheim-Massenheim und Hochheim am Main.

Durch Delkenheim fließen der Wickerbach, der Nordenstädter Bach, welcher in den Wickerbach mündet, sowie der erste und zweite Käsbach. Hierbei umfließt der Wickerbach den auf einer Anhöhe gelegenen alten Ortskern von drei Seiten. Südlich des Baches erstreckt sich die in den 1970er erbaute „Siedlung“, welche durch die Wickerbachaue vom Ortskern getrennt ist.

Zu Delkenheim gehört auch die Domäne Mechtildshausen im Westen der Gemarkung, jene grenzt direkt an die Air-Base Wiesbaden.

Insgesamt ist das Delkenheimer Umland geprägt von Äckern und Streuobstwiesen sowie Bächen und Baggerseen.

Geschichte

Delkenheim wurde erstmals im Jahr 1204 in einer Urkunde des Ritters Godefridus de Delchilnheim erwähnt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Man geht aber von einer Besiedlung schon zu Beginn des 6. Jahrhunderts aus. Die Stadtrechte erhielt Delkenheim am 4. Dezember 1320 von König Ludwig dem Baiern.

Delkenheims Mittelpunkt war ursprünglich eine hölzerne Ritterburg, die aber 1372 von Rheingauer Söldnern, angeworben von den Städten Mainz und Frankfurt, niedergebrannt wurde. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine Racheaktion der Nachbarn zu Lasten der allseits berüchtigten Delkenheimer Raubritter handelte. Aber auch später wurde Delkenheim immer wieder überfallen.

1655 wurde der erste Schulmeister (Kilian Mohr) eingestellt, was einen Unterricht der Kinder im Ort ermöglichte. Unter dem Landgrafen Ernst Ludwig von Eppstein wurden der Acker- und Weinbau und auch die Viehzucht weiter entwickelt. Am 15. März 1773 wurde der Grundstein für das neue Pfarrhaus gelegt. Im Jahr 1893 wurde die alte baufällige Kirche abgerissen und binnen eines Jahres durch eine neugotische Kirche ersetzt.

1959 erhielt Delkenheim Wasserleitungen. Durch die private Stiftung der Delkenheimerin Anna Gärtner wurde 1964 die Karl Gärtner Schule eröffnet, im Gedenken an ihren im Krieg gefallenen Sohn<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Die neue Grundschule ersetzte hierbei die alte, zu klein gewordene Schule am Rathausplatz. Im freigewordenen Gebäude befindet sich heute die Ortsverwaltung.

Mit dem Bau der „Siedlung“ in den 1970er Jahren stieg die Bevölkerung Delkenheims stark. 1972 wird der neue Sportplatz und 1974 das Bürgerhaus Delkenheim eingeweiht. im Jahr 1975 wird das katholische Gemeindezentrum Sankt Stephan errichtet.

Delkenheim als Stadtteil

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen verlor Delkenheim seine kommunale Eigenständigkeit. Der Ort wurde am 1. Januar 1977 aus dem Main-Taunus-Kreis ausgegliedert und als Stadtteil in die Landeshauptstadt Wiesbaden eingegliedert.<ref>Vorlage:HessAmtsBL</ref> Für Delkenheim wurde wie für alle früher selbständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

In den Jahren 1985 bis 1986 wurde die Ortsumgehung im Westen des Ortes gebaut.

Im Jahre 1998 wurde bei einer Ausgrabung in der Landwehrstraße 25 das 1.300 Jahre alte Skelett „Delki“ entdeckt, das heute im Heimatmuseum zu besichtigen ist.

2005 wurde die Genisa Wiesbaden-Delkenheim bei der Renovierung einer Hofreite entdeckt und geborgen. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, gehört zu den wenigen Funden einer privaten Genisa und ermöglicht einen Einblick in das Leben und den Handel einer landjüdischen Familie.

Staats- und Verwaltungsgeschichte

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Delkenheim angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Die Zugehörigkeit des Amtes Eppstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Vorlage:LAGIS, Vorlage:LAGIS und Vorlage:LAGIS </ref>

Politik

Wahlergebnisse zum Ortsbeirat

Seit der Eingliederung nach Wiesbaden 1977 wird im Rahmen der Kommunalwahlen in Hessen auch der Ortsbeirat des Ortsbezirkes Delkenheim gewählt. Die einzelnen Wahlergebnisse sind nachfolgend zusammengestellt. Vorlage:Wahldiagramm Vorlage:Sitzverteilung

CDU SPD GRÜNE FDP Wahlbeteiligung
2021 31,5 41,8 11,5 9,9 43,4
2016 32,2 52,9 14,9 47,5
2011 38,5 45,6 10,8 5,0 46,6
2006 40,9 43,4 7,0 8,7 42,4
2001 38,8 48,5 3,9 8,8 47,3
1997 40,8 59,2 62,1
1993 34,8 51,6 13,6 65,8
1989 32,9 52,9 7,1 7,1 74,6
1985 41,8 51,7 6,5 70,0
1981 47,6 40,7 11,7 71,0
1977 51,2 43,1 5,7 73,5

Daraus ergab sich jeweils folgende Sitzverteilung:

CDU SPD GRÜNE FDP Gesamt
2021 3 4 1 1 9
2016 2 4<ref>Ein SPD-Ortsbeirat laut Politischem Informationssystem Wiesbaden inzwischen parteilos</ref> 1 7
2011 4 4 1 9
2006 4 4 1 9
2001 4 4 1 9
1997 4 5 9
1993 3 5 1 9
1989 3 5 1 9
1985 3 5 9
1981 4 4 1 9
1977 4 3 7

Wappen

Der Gemeinde Delkenheim im Main-Taunus-Kreis ist am 5. Oktober 1960 vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung genehmigt worden: In Silber eine schwarze Ortsmarke in Form eines Kreuzes, dessen oberer Balken V-förmig gespalten ist.<ref>Vorlage:HessAmtsBL</ref>

Wirtschaft

Westlich der Landesstraße L3028 befindet sich das Gewerbegebiet „Max-Planck-Park“, welches auch einige Industriezweige beheimatet. So befindet sich hier unter anderem eine große Niederlassung des Pharmakonzerns Abbott und der Sitz des Vorfeldbus-Herstellers Cobus.

Sehenswürdigkeiten

Im alten Ortskern gibt es einige schöne Fachwerkhäuser. Besonders zu erwähnen ist die Straußwirtschaft „Zur Mühle“. Das Anwesen ist sehr liebevoll renoviert und saniert worden. Direkt angrenzend an die Straußwirtschaft befindet sich das älteste Fachwerkhaus der Stadt Wiesbaden, welches im Jahr 1557 erbaut wurde<ref>Vorlage:Internetquelle </ref>. Sehenswert ist ebenfalls die Evangelische Kirche Delkenheim. Der sogenannte Ländchesdom stellt hierbei eine größten Kirchen des Ländchens dar, ein historisches Gebiet östlich von Wiesbaden. Die Kirche ist durch ihren hohen, neugotischen Turm bereits vom weitem erkennbar und gilt als charakteristisches Wahrzeichen des Ortes.

Die Domäne Mechtildshausen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Sie beherbergt heute die Wiesbadener Jugendwerkstatt und einen Hofmarkt.

Kultur

Weit über die Ortsgrenzen hinaus ist die „Theatergruppe Delkenheim“ bekannt. Sie führt jedes Jahr zwei Stücke auf, im Frühjahr ein Boulevardstück, in der Vorweihnachtszeit ein Weihnachtsmärchen. Das Publikum setzt sich aus allen Generationen zusammen. Die Aufführungen finden im Delkenheimer Bürgerhaus statt (Stand 2006).

Jedes Jahr findet an einem Wochenende Mitte September die Delkenheimer Kerb im Bürgerhaus und auf dem Festplatz unterhalb des Bürgerhauses statt. Am anschließenden Kerbeumzug nehmen die örtlichen Vereine sowie die Kerbegesellschaften der Nachbarorte teil.

Zum Vereinsleben in Delkenheim gehören unter anderem: der Turnverein TV Delkenheim 1902 e. V.,<ref>TV Delkenheim 1902 im Internet</ref> der Fußballverein FV 1949 Delkenheim,<ref>Fußball-Links: FV 1949 Delkenheim</ref> der Radsportverein RC 1925 Delkenheim e. V., der Tennisverein und der Golf-Club Main-Taunus.<ref>Golf-Club Main-Taunus im Internet</ref> An Gesangsvereinen gibt es den Gesangverein Harmonie 1853 Delkenheim<ref>Gesangverein Harmonie im Internet</ref> und den MGV 1889 Eintracht Delkenheim.<ref>MGV 1889 Eintracht im Internet</ref>

Umwelt und Verkehr

Die Delkenheimer Bevölkerung leidet unter Auswirkungen des hohen Verkehrsaufkommens des Frankfurter Flughafens, sowie der ICE-Trasse, der Air-Base Wiesbaden sowie der Autobahnen A 66 und A 3. Besonders hoch ist die Lärmbelastung an der Landesstraße L3028 durch ein hohes LKW-Aufkommen. Hier wurde 2011 eine Lärmschutzwand errichtet, die allerdings wegen Geldmangels nur einen Teil des angrenzenden Wohngebietes schützt. Zur Fluglärmsituation in Delkenheim wird in unregelmäßigen Abständen nach Bedarf mit einer portablen Lärmmessstation der Lärm von überfliegenden Flugzeugen gemessen.

Durch den geplanten Haltepunkt der Wallauer Spange wird Delkenheim Anschluss an den Hessen Express erhalten. Im Zuge dessen fordert der Ortsbeirat auch eine Umgehungsstraße im Norden des Ortes, welche den Ortskern entlasten soll<ref>Vorlage:Internetquelle </ref>.

Persönlichkeiten

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Vorlage:LAGIS</ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Ortsbezirke in Wiesbaden Vorlage:Normdaten