Dan (Bibel)
| Zwölf Stämme Israels |
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Dan ist im Alten Testament der fünftälteste Sohn des Stammvaters Jakob und Bilhas, der Dienerin Rahels. Seine Nachkommen werden als Stamm Dan bezeichnet. Die Stadt, in der dieser Stamm wohnte, hieß ebenfalls Dan.
Etymologie
Der hebräische Personenname {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr}}, leitet sich entweder von der Wurzel דין djn „Recht schaffen“, „jemandem zu seinem Recht verhelfen“<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> oder von der Wurzel *DNN „Feste, Festung“ ab.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
In der Bibel werden wiederholt Wortspiele mit Dan und der Wurzel djn verwendet. So erklärt Rahel, nachdem ihre Magd Bilha an ihrer statt den Sohn Dan geboren hat: „Gott hat mir Recht verschafft; er hat auch meine Stimme gehört und mir einen Sohn geschenkt.“ (Vorlage:Bibel/Link) Und in den Segenssprüchen Jakobs heißt es: „Dan schafft Recht seinem Volk“ (Vorlage:Bibel/Link). Ob dies als Volksetymologie zu verstehen ist oder die Herleitung bekräftigt, lässt sich nicht mit Sicherheit klären.
Eine Übersetzung des Namens als „Richter“ ist nicht anzunehmen, da das hebräische Wort dafür דָּיׇּן dājjān lautet.
Die Septuaginta gibt den Namen als Δαν dan wieder, die Vulgata als Dan.
Biblische Erzählung
Dan ist der fünftälteste Sohn Jakobs und der älteste Sohn Bilhas (Vorlage:Bibel/Link). Er ist der Stammvater des Stammes Dan. Sein einziger in Vorlage:Bibel/Link genannter Sohn ist Huschim.
In Vorlage:Bibel/Link segnet Jakob seine Söhne. Dan wird dabei in Vorlage:Bibel/Link wie folgt charakterisiert: „Dan schafft Recht seinem Volk wie nur einer von Israels Stämmen. Zur Schlange am Weg wird Dan, zur zischelnden Natter am Pfad. Sie beißt das Pferd in die Fesseln, sein Reiter stürzt rücklings herab.“ In Vorlage:Bibel/Link segnet Mose die Zwölf Stämme Israels, und zwar Dan in Vorlage:Bibel/Link wie folgt: „Dan ist ein junger Löwe, der aus dem Baschan hervorspringt.“ Dan wird somit als Richter und Krieger gekennzeichnet.<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Manoach, der Vater Simsons, gehört zum Stamm der Daniter (Vorlage:Bibel/Link).
Während der Wüstenwanderung lagerte der Stamm Dan gemeinsam mit Asser und Naftali im Norden der Stiftshütte und hatte beim Aufbruch die Führung dieser Abteilung, die das Schlusslicht bildete.<ref name=":0" />
Nach der Landnahme erhielt Dan als letzter der 12 Stämme sein Gebiet, das er nie ganz erobern konnte. Es lag im Westen Israels zwischen Ephraim im Norden, Benjamin im Osten und Juda im Süden.<ref name=":0" /> Aufgrund der Bedrängung durch die Philister und Amoriter siedelte der Stamm in den äußersten Norden Israels um, wo er die Stadt Lajisch eroberte und in Dan umbenannte.<ref name=":0" /> Die Stadt Dan ist vermutlich identisch mit der Fundstätte Tel Dan (auch als Tell al-Kadi bekannt). Die in biblischen Texten vorkommende Wendung „von Dan bis Beerscheba“ (z. B. Vorlage:Bibel/Link) bedeutet aufgrund der nördlichen Lage Dans und der südlichen Lage Beerschebas „ganz Israel“.<ref name=":1">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Im Jahr 733 bzw. 732 v. Chr. gerieten die Einwohner Dans in assyrische Gefangenschaft.<ref name=":1" />
Außerbiblisches
- Die äthiopischen Juden betrachten sich als Angehörige des Stammes Dan.
- Die Daniten, ein bluträchender Geheimbund aus der Frühgeschichte der Mormonen, benannten sich ebenfalls nach Dan.
- Die Zentralregion des heutigen Staates Israel im Großraum Tel Aviv wird nach dem historischen Siedlungsgebiet des Stammes Dan Gusch Dan genannt.
Literatur
- Hermann Michael Niemann: Die Daniten. Stuien zur Geschichte eines altisraelitischen Stammes. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985 (Digitalisat).
- Art. דָּן. In: Gesenius, 18. Aufl. 2013, S. 256.
- Martin Noth: Die israelitischen Personennamen im Rahmen der gemeinsemitischen Namengebung. Kohlhammer, Stuttgart 1928, S. 187f., 241.
- Hans Rechenmacher: Althebräische Personennamen. Münster 2012, S. 146, 202.
Einzelnachweise
<references />
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- Jakob
- Person im Buch Genesis
- Person im Buch Exodus