Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Tetrabenazin – Wikipedia Zum Inhalt springen

Tetrabenazin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von DTBZ)
Strukturformel
Datei:(RR,SS)-Tetrabenazine Structural Formulae.png
(R,R)-Isomer (oben) und (S,S)-Isomer (unten)
Allgemeines
Freiname Tetrabenazin
Andere Namen

(RR,SS)-1,3,4,6,7,11b-Hexahydro-9,10-dimethoxy-3-(2-methylpropyl)-2H-benzo[a]chinolizin-2-on

Summenformel
  • C19H27NO3 (Tetrabenazin)
  • C19H27NO3·HCl (Tetrabenazin·Hydrochlorid)
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-383-6
ECHA-InfoCard 100.000.348
PubChem 6018
ChemSpider 5796
DrugBank DB04844
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N07XX06

Eigenschaften
Molare Masse 317,43 g·mol−1 (Tetrabenazin)
Schmelzpunkt
  • 125–126 °C (Tetrabenazin) <ref name="MerckIndex">The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage. 2006, ISBN 0-911910-00-X, S. 1580.</ref>
  • 208–210 °C (Tetrabenazin·Hydrochlorid) <ref name="MerckIndex" />
Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze<ref name="sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tetrabenazin ist ein Arzneistoff, der in Deutschland seit 2007 und in Österreich seit 2010 für die Behandlung der Chorea Huntington und von mittelschweren bis schweren Spätdyskinesien zugelassen ist. In Deutschland, Dänemark und Kanada wird es unter dem Markennamen Nitoman, in der Schweiz Xenazine, vertrieben. Entwickelt wurde es in den 1950er Jahren. Seine Wirkung entfaltet es über die Förderung des frühen Stoffwechselabbaus des Neurotransmitters Dopamin. Genauer formuliert leert es die präsynaptischen Dopaminspeicher.

Klinische Verwendung

Tetrabenazin wird eingesetzt, um Hyperkinesen (insbesondere Chorea und Dystonie) zu reduzieren.<ref>C. Kenney, J. Jankovic: Tetrabenazine in the treatment of hyperkinetic movement disorders. In: Expert Review of Neurotherapeutics. Band 6, Nr. 1, 2006, S. 7–17, doi:10.1586/14737175.6.1.7, PMID 16466307.</ref> Hier sind vor allem zu nennen:

Die Dosiseinstellung sollte langsam einschleichend erfolgen. Die gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern ist kontraindiziert.

In den USA hat Tetrabenazin einen Orphan-Arzneimittel-Status für die Behandlung bestimmter seltener Bewegungsstörungen.<ref>Moderate/schwere tardive Dyskinesie (1998), Huntington Krankeit (1997), Tourette Syndrom bei Schulkindern im Alter von 5 bis 16 Jahren (2009), www.accessdata.fda.gov, abgerufen am 8. Februar 2026.</ref> Dort wurde es 2008 für die Behandlung der Chorea Huntington zugelassen.<ref>Drugs@FDA: FDA-Approved Drugs. Abgerufen am 8. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Tetrabenazin (Kürzel TBZ) wirkt als potenter VMAT-Hemmer.<ref name="GZ 2006">Guangrong Zheng, Linda P. Dwoskin, Peter A. Crooks: Vesicular monoamine transporter 2: Role as a novel target for drug development. In: AAPS Journal. Band 8, Nr. 4, 2006, S. E682–E692, doi:10.1208/aapsj080478, PMID 17233532, PMC 2751365 (freier Volltext).</ref> Von klinischer Bedeutung ist seine Eigenschaft, die Dopamin-Ressourcen im ZNS zu verarmen und damit dessen Verfügbarkeit als Neurotransmitter im synaptischen Spalt zu reduzieren. In seiner VMAT inhibitierenden Eigenschaft ähnelt TBZ dem Reserpin, wenngleich der Wirkmechanismus im Detail nicht identisch zu sein scheint.<ref name="GZ 2006" /> Die stärkste VMAT-Affinität hat das Stereoisomer mit (3R,11bR)-Konfiguration. Zusätzlich wirkt TBZ als Antagonist von Dopamin-Rezeptoren.<ref name="GZ 2006" /> 11C-markiertes TBZ kann als PET-Radioligand verwendet werden.

Pharmakokinetik

TBZ unterliegt einem starken First-Pass-Effekt. Der aktive Hauptmetabolit ist das Hydroxy-Analogon Dihydrotetrabenazin.<ref>D. E.Schwartz, H. Bruderer, J. Rieder, A. Brossi: Metabolic studies of tetrabenazine, a psychotropic drug in animals and man. In: Biochemical Pharmacology. Band 15, Nr. 5, 1966, S. 645–655, doi:10.1016/0006-2952(66)90031-1.</ref>

Analoga

Im März 2017 wurde von der FDA deuteriertes Tetrabenazin (Deutetrabenazin) der Firma Teva zugelassen. Dieses hat bis auf eine verlängerte Wirksamkeit dieselben Eigenschaften.<ref>Derek Lowe: The First Deuterated Drug Arrives. In: In the Pipeline (Science). 4. April 2017 (blogs.sciencemag.org).</ref>

Handelsnamen

Nitoman, Dystardis (D), Xenazine (CH), Tetmodis (A)

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein