Zum Inhalt springen

DR-Baureihe 89.0 (1934)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
DR-Baureihe 89.0
PKP TKh5
89 008 in Schwerin
89 008 in Schwerin
89 008 in Schwerin
Nummerierung: DR 89 001–010
Anzahl: 10
Hersteller: Berliner Maschinenbau AG vormals Louis Schwartzkopff (001–003), Henschel & Sohn (004–010)
Baujahr(e): 1934 (6 Stk.)
1938 (4 Stk.)
Ausmusterung: 1968
Bauart: C n2t (001–003)
C h2t (004–010)
Gattung: Gt 33.15
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 9.600 mm
Treibraddurchmesser: 1.100 mm
Dienstmasse: 46,6 t
Reibungsmasse: 46,6 t
Radsatzfahrmasse: 15,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Indizierte Leistung: 235 kW (Nassdampf)
385 kW (Heißdampf)
Anfahrzugkraft: ≈ 97 kN
Kesselüberdruck: 14 bar
Rostfläche: 1,42 m²
Verdampfungsheizfläche: 67,86 m²
Überhitzerfläche: 24,10 m²
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 420 mm
Kolbenhub: 550 mm
Bremse: selbsttätige Einkammerdruckluftbremse Bauart Knorr
Wasservorrat: 4,5 m³ (Nassdampf), 4,8 m³ (Heißdampf)
Brennstoffvorrat: 2,6 t Kohle

Die Baureihe 89.0 war eine Güterzugtenderlokomtive und Einheitslokomotive der Deutschen Reichsbahn für leichte Rangiertätigkeiten<ref>Wissenswertes 89 008. In: Website der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde. Abgerufen am 29. September 2025.</ref>. Sie war die kleinste Einheitslokomotive, die von der Reichsbahn in Dienst gestellt wurde. Während die Betriebsnummern 89 001–89 003 als Nassdampfmaschinen geliefert wurden, waren die restlichen sieben Heißdampflokomotiven. Da sich keine Preußische T 8 (89 001 bis 078) mehr im Bestand der Deutschen Reichsbahn befand, konnte dieser Nummernbereich ein zweites Mal belegt werden.

Geschichte

Zunächst wurden drei Nassdampf- (89 001–003) und drei Heißdampflokomotiven (89 004–006) bestellt. Je ein Exemplar wurde im Lokomotiv-Versuchsamt Grunewald erprobt. Aufgrund der Ergebnisse wurden vier Heißdampflokomotiven nachbestellt. Ein Weiterbau unterblieb wegen des Zweiten Weltkrieges. Stationiert waren die Lokomotiven im Bw Gesundbrunnen. Sie wurden auf Berliner Bahnhöfen, besonders dem Anhalter Bahnhof eingesetzt. 1944 kamen die 89 001, 004, 006, 007 und 010 nach Deutsch-Lissa in Schlesien, wo sie auch nach dem Krieg verblieben. Die polnische Staatsbahn PKP bezeichnete sie als TKh5. Auch die 002, 003 und 009 wurden in den späten 1940er Jahren auf Befehl der sowjetischen Militäradministration nach Polen abgegeben. Die 89 005 war zuletzt im Bw Leipzig West stationiert, die 89 008 im Bw Dresden-Altstadt. Die polnischen Loks wurden bis 1954 ausgemustert.

Konstruktive Merkmale

Die Lok war die erste deutsche Rangierlok, bei der die Schweißtechnik angewendet wurde. Sie hatte eine Stahlfeuerbüchse. Der Wasserkasten war unter dem Kessel im Rahmen untergebracht, der Kohlekasten auf der Rückseite des Führerhauses. Angetrieben wurde die dritte Achse.

Verbleib

Das einzige erhaltene Exemplar dieser Baureihe, Lok 89 008, wurde 1968 im Bw Dresden-Altstadt außer Dienst gestellt und blieb für das Verkehrsmuseum Dresden als Traditionslokomotive erhalten. Seit 1992 befindet sich die Maschine im Besitz der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde in Schwerin.

Modellbahn

Eine der meistgebauten Modell-Lokomotiven ist mit über fünf Millionen Exemplaren seit 1953 das Modell der 89 006 in Nenngröße H0 von Märklin. Vorbildwidrig waren diese Lokomotiven mit DB-Logo bedruckt.

Das von Märklin seit 1972 produzierte Modell einer 89 2004 der Deutschen Bundesbahn in Nenngröße Z wurde vom Guinness-Buch der Rekorde bis 2007 als kleinste Serien-Modelleisenbahn-Lokomotive gelistet. In Realität gab es nie eine 89 2004 und ebenso wenig fuhr diese Baureihe bei der DB.

1980 brachte die Firma Fleischmann unter der Artikelnummer 4020 ein H0-Modell der Lok als 89 005 auf den Markt. Das Modell erschien in der Folgezeit mit verschiedenen Betriebsnummern als DRG und DR-Version, teilweise auch in etwas vereinfachter Ausführung für die Verwendung in Startpackungen.<ref name="modellbau-wiki_89.0">DR-Baureihe 89.0. In: Modellbau Wiki. Abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>

Rokal stellte von 1947 bis 1969 ein Modell in der Baugröße TT her.<ref name="modellbau-wiki_89.0" />

Minitrix bot die Lok in der Baugröße N von 1962 bis 2006 an.<ref name="modellbau-wiki_89.0" />

Literatur

  • Horst J. Obermayer: Taschenbuch Deutsche Dampflokomotiven – Regelspur. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1969, ISBN 3-440-05530-2.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Deutsche Reichsbahn (1920–1945): Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven

Deutsche Bundesbahn: Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven

Deutsche Reichsbahn (1945–1993): Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven

Länderbahnen: Baden · Bayern · Braunschweig · Mecklenburg · Oldenburg · Pfalz · Preußen · Sachsen · Württemberg · Elsaß-Lothringen Vorlage:Klappleiste/Ende