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Długołęka

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Długołęka
Wappen von Długołęka
Długołęka (Polen)
Długołęka (Polen)
Długołęka
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Powiat Wrocławski
Fläche: 212,41 km²
Geographische Lage: 51° 11′ N, 17° 12′ OKoordinaten: 51° 10′ 33″ N, 17° 11′ 30″ O
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Einwohner:
(1. Jan. 2024)<ref name="Area and population in the territorial profile in 2024"></ref>
Postleitzahl: 55-095
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DWR
Wirtschaft und Verkehr
Eisenbahn: Oels–Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Fläche: 212,41 km²
Einwohner: 43.967
(1. Jan. 2024)<ref name="Area and population in the territorial profile in 2024">Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 207 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0223022
Verwaltung (Stand: seit 2018)
Bürgermeister: Wojciech Błoński
Adresse: ul. Robotnicza 12
55-095 Długołęka
Webpräsenz: www.gmina.dlugoleka.pl

Długołęka (deutsch Langewiese) ist ein Ort in der der Landgemeinde Długołęka im Powiat Wrocławski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geschichte

Langewiese wurde wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Es gehörte zum Herzogtum Oels, das seit 1329 ein Lehen der Krone Böhmen war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Dlugalanke“ im Zehntregister des Bistums Breslau Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis, das 1295–1305 während der Amtszeit des Breslauer Bischofs Heinrich von Würben verfasst wurde.<ref>Dokumentyslaska.pl.: Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis, In: H. Markgraf, J. W. Schulte: Codex Diplomaticis Silesiae. Band XIV, Breslau 1889.</ref> Weitere Schreibweisen waren 1361 Langewesin, 1376 Longum Pratum, 1478 Langewezen, 1486 Villa Langewisse 1578 Langewiese bzw. Langenwiesen und ab Mitte des 19. Jahrhunderts Langewiese.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde es in zwei Teile geteilt: den Ritterteil, der mit Rastelwitz, dem späteren Sibyllenort verbunden war, und den zweiten Teil, der den Breslauer Bischöfen gehörte.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) erlitt Langewiese schwere Verluste; dessen Ende erlebten acht Einwohner.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Langewiese 1742 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Oels eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1850 wurden beide Dorfteile zu einer Landgemeinde vereint. Seit 1874 gehörte die Landgemeinde Langewiese zum Amtsbezirk Sybillenort, zu dem neben Langewiese auch die Landgemeinden Domatschine, Peuke und Sibyllenort sowie die gleichnamigen Gutsbezirke gehörten.<ref>Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Amtsbezirk Sibyllenort (Memento vom 30. Mai 2024 im Internet Archive)</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wurde Langewiese am 25. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Als dessen Folge fiel es nach Kriegsende 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen. Es wurde in Długołęka umbenannt und nachfolgend die deutsche Bevölkerung – soweit sie nicht vorher geflohen war – vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Bei einem Zugunglück in der Nähe von Mirków starben am 9. Juli 1977 11 Menschen, 40 wurden verletzt.

Sehenswürdigkeiten

Denkmalgeschützte Gebäude:

  • Die katholische Pfarrkirche mit dem Patrozinium Erzengel Michael (Kościół pw. św. Michała Archanioła) wurde erstmals im Jahre 1375 urkundlich erwähnt; das heutige Kirchengebäude wurde 1715-1722 erbaut und zuletzt 1998 renoviert. Die Innenausstattung ist im Stil des Barock, die Kanzel mit einem Flachrelief der Auffindung der gestohlenen Hostie stammt aus der Zeit um 1730. Die Skulpturen zeigen die hll. Ignatius von LoyolaIgnatius und Franz Xaver. Sie wurden vermutlich von Thomas Weisfeldt um 1740 gefertigt.<ref>Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 263 f.</ref>
  • Pfarrhaus aus dem Jahr 1748.
  • Pfarrfriedhof wurde um 1859 eingerichtet, vorher war ein Friedhof neben der Kirche. Im 14. Jahrhundert gab es in Długołęka einen katholischen Friedhof.
  • Der Bahnhofskomplex mit dem Bahnhofsgebäude, eröffnet am 28. Mai 1868, dem Wohnhaus in der ul. Broniewskiego 16 aus der Zeit um 1900 sowie einem Wohn- und Lagergebäude aus der Wende des 19./20. Jahrhunderts. Der Bahnhof befand sich ursprünglich auf dem Gebiet der Ortschaft Szczodre (Sibyllenort).
  • Ehemaliges Schlosswärterhaus von 1860-70
  • Das Rittergut Schleibitz gehörte um 1770 dem Adelsgeschlecht Forcade de Biaix<ref>Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1 (A-K), Verlag Ludwig Rauh, Berlin 2. Juli 1855, S. 225.</ref> der Familie Forcade de Biaix, erworben hatte es Heinrich Leopold von Forcade, und dann zuletzt über mehrere Generationen<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. Jahrgang 95, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 1112.</ref> dem Adelsgeschlecht Yorck von Wartenburg. Sie bildeten in Schleibitz ein Zentrum für eine größere Majoratsherrschaft.<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 111.</ref> Sie errichten auch eine Stiftung für würdige Brautpaare.<ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Breslau für das Jahr 1898. Band 89, Sach-Register, Graß, Barth und Comp. (W. Friedrich), Breslau 1898, S. 22.</ref> Bekannt wurde aus der jüngeren Generation der NS-Politiker Wolfgang Graf Yorck von Wartenburg.

Das Gut Wildschütz, Besitzer u. a. die Familie von Reisewitz,<ref>Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2 (L-S), Verlag Ludwig Rauh, Berlin 1856, S. 279.</ref> folgend<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D. A. G.) Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha November 1937, S. 397 f.</ref> dem Grafen von Sandreczky, via<ref>Zweiundsechzigster Jahres-Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. (Mit Generalbericht 1894). G. P. Aderholz, Breslau 1885, S. 392.</ref> Kauf 1827 die Grafen von Pfeil und Klein-Ellguth in dem Dorf Wilczyce wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und geplündert.

Wirtschaft

In der Gemeinde gibt es Vertretungen und Lager vieler polnischer und ausländischer Unternehmen wie Selgros oder Schweiker, dazu Autohäuser und Elektronik sowie mehrere Gemischtwarenläden, eine Bäckerei, eine Apotheke, ein Hotel und weitere Dienstleistungsbetriebe.

Gemeinde

Datei:Wildschuetz-Sammlung Duncker (5365863).jpg
Rittergut Wildschütz<ref>Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 4, Selbstverlag, Berlin 1861/1862, Blatt.</ref> um 1861, Sammlung Alexander Duncker. Berlin.

Die Landgemeinde Długołęka umfasst ein Gebiet von 212,41 km² mit 20.274 Einwohnern. Zu ihr gehören folgende Orte (deutsche Namen bis 1945)<ref>Landgemeinde Długołęka im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>:

  • Bąków (Bankau)
  • Bielawa (Langenbielau)
  • Bierzyce (Perschütz)
  • Borowa (Bohrau)
  • Brzezia Łąka (Kunersdorf)
  • Budziwojowice (Buschewitz, 1937–1945 Ostwinkel)
  • Bukowina (Buckowine, 1937–1945 Hartwasser)
  • Byków (Peuke)
  • Dąbrowica (Eichgrund)
  • Długołęka (Langewiese)
  • Dobroszów Oleśnicki (Dobrischau, 1935–1945 Reichenfeld)
  • Domaszczyn (Domatschine, 1935–1945 Sachsenau)
  • Godzieszowa (Güntherwitz)
  • Jaksonowice (Jackschönau)
  • Januszkowice (Jäntschdorf)
  • Kamień (Steine)
  • Kątna (Süßwinkel)
  • Kępa (Kampern)
  • Kiełczów (Groß Weigelsdorf)
  • Kiełczówek (Klein Weigelsdorf)
  • Krakowiany (Krakowahne, 1936–1945 Luisengrund)
  • Łosice (Loischwitz, 1936–1945 Rehwinkel)
  • Łozina (Lossen)
  • Michałowice (Michelwitz)
  • Mirków (Mirkau)
  • Oleśniczka (Klein Oels)
  • Pasikurowice (Paschkerwitz)
  • Piecowice (Dörndorf)
  • Pietrzykowice (Klein Peterwitz)
  • Pruszowice (Bruschewitz, 1937–1945 Möwengrund)
  • Raków (Raake)
  • Ramiszów (Ramischau, 1937–1945 Fürstengrund)
  • Siedlec (Zedlitz)
  • Skała (Hohlstein)
  • Stępin (Stampen)
  • Szczodre (Sibyllenort)
  • Śliwice (Schleibitz)
  • Tokary (Dockern)
  • Węgrów (Bingerau)
  • Wilczyce (Wildschütz)
  • Zaprężyn (Sapraschine, 1936–1945 Lindenhof)

Städtepartnerschaft

Die Gemeinde unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Ehrenbürger

Zu den Ehrenbürgern der Gemeinde gehört der Regisseur Jan Jakub Kolski.

Verkehr

Straßen

Durch die Gemeinde verläuft die Schnellstraße S8

Bahn

Długołęka besitzt einen Bahnhof an der zweigleisigen Bahnstrecke Kalety–Wrocław.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Czernica (Tschirne) | Długołęka (Langewiese) | Jordanów Śląski (Jordansmühl) | Kąty Wrocławskie (Kanth) – Stadt | Kobierzyce (Koberwitz) | Mietków (Mettkau) | Siechnice (Tschechnitz) | Sobótka (Zobten am Berge) – Stadt | Żórawina (Rothsürben)

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