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Düsenringpropeller

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Datei:JMSDF Type 97 dummy torpedo pump-jet propeller left front view at Kanoya Air Base April 30, 2017.jpg
Düsenringpropeller an einer Attrappe eines Typ-97-Torpedos der JMSDF

Der Düsenringpropeller<ref name="welt">Die Welt der Schiffe. Bassermann, 2007, ISBN 978-3-8094-2186-3, S. 521.</ref> ist ein Antriebssystem einiger moderner U-Boot- und Torpedotypen, bei dem ein Rotor, ähnlich einem Verdichterrad eines Turbinenantriebes, gegen einen Stator ähnlicher Form dreht. Beide befinden sich innerhalb eines runden Kragens um das Heck des Bootes, durch den sie mit ihren gegeneinander wirkenden Schaufeln Wasser pumpen, um ausreichend Vortrieb schon bei einer vergleichsweise niedrigen Umdrehungszahl zu erzeugen. Dadurch ist das Fahrzeug bei gleicher Geschwindigkeit erheblich leiser und schwerer zu orten. Der Nachteil gegenüber einem herkömmlichen Propeller ist das Mehrgewicht<ref name="hutchinson">Robert Hutchinson: Kampf unter Wasser, Unterseeboote von 1776 bis heute. Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-613-02585-1, insbesondere S. 152–153.</ref> sowie der erhöhte Wasserwiderstand.

Der herkömmliche Antrieb für militärische U-Boote besteht dagegen aus einem oder zwei groß dimensionierten Propellern, etwa siebenflügeligen Modellen mit Rückenlage.<ref name="preston">Anthony Preston: Die Geschichte der U-Boote. Karl Miller Verlag, ISBN 3-86070-697-7.</ref>

In einer Variante des Antriebs drehen sich zwei Propeller innerhalb eines Kragens gegeneinander.<ref name="fas">MK-48 Torpedo. Federation of American Scientists, fas.org; abgerufen am 31. Oktober 2019.</ref> Diese Bauart eignet sich für höhere Geschwindigkeiten und wird etwa beim Mark-48-Torpedo verwendet.<ref name="fas" />

Als erste Klasse erhielt die britische Trafalgar-Klasse Anfang der 1980er Jahre ein solches Antriebssystem. Frankreich implementierte es daraufhin in der Triomphant-Klasse, die United States Navy in der Seawolf-Klasse und später auch in der Virginia-Klasse. Die Russische Marine verwendet den Düsenringpropeller auf dem dieselelektrischen U-Boot Alrosa der Kilo-Klasse (Variante 877W) und in den Booten der Borei-Klasse mit Atomantrieb. Auch die britische Astute-Klasse sowie die französische Suffren-Klasse benutzen einen Düsenringpropeller. Darüber hinaus ist er noch im Spearfish- und Mark-48-Torpedo<ref name="fas" /> verbaut.

Terminologie, Begriffsklärung

Der direkt wirkende Düsenringpropeller ist nicht zu verwechseln mit einem indirekt wirkenden Wasserstrahlantrieb (auch Pump-Jet-, Pumpenstrahlantrieb etc., genannt), welcher der Umgebung Wasser entnimmt, um es in einem Rohrsystem zu beschleunigen und dann zum Antrieb mittels einer Auslassdüse zu verwenden. Obwohl sich beide Systeme deutlich unterscheiden, wird der Düsenringpropeller auch in der Fachliteratur dennoch häufig als Wasserstrahlantrieb bezeichnet oder diesem zumindest zugeordnet.

Der Düsenringpropeller sollte auch nicht verwechselt werden mit den im Schiffbau verwendeten Propellergondeln, bei denen teilweise ebenfalls ummantelte Propeller zum eingesetzt werden (Kortdüse).

Geheimhaltung

Der Düsenringpropeller wird ausschließlich in militärischen Unterwasserfahrzeugen verbaut. Deswegen, und weil er insgesamt nur an relativ wenigen Fahrzeugen verbaut ist, war die Geheimhaltung vergleichsweise hoch.

Einzelnachweise

<references />