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Dünnährige Segge

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Dünnährige Segge
Datei:Carex strigosa Huds.jpg

Dünnährige Segge (Carex strigosa)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Dünnährige Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex strigosa
Huds.

Die Dünnährige Segge<ref name="FloraWeb" /> (Carex strigosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung

Datei:Carex strigosa blaetter.jpeg
Breite Grundblätter
Datei:Carex strigosa kz1.jpg
Habitus

Vegetative Merkmale

Die Dünnährige Segge ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie bildet kurze Ausläufer. Die Stängel sind aufrecht oder zur Fruchtzeit bogenförmig überhängend, glatt und dreikantig, etwa 1 Millimeter dick und entfernt beblättert.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Laubblätter sind stets kürzer als die Stängel, 5 bis 12 Millimeter breit und flach längs gefaltet; sie können undeutlich gekielt sein; sie sind kahl, gras-grün, die Oberseiten sind mit rauen Zahnreihen „besetzt“. Die unteren Blattscheiden haben keine Spreite und sind hell-braun.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Blatthäutchen sind spitzwinklig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Der Blütenstand ist oft über 30 Zentimeter lang und beginnt meist etwa in der Stängelmitte.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Dünnährige Segge zählt zu den verschiedenährigen Seggen. Das endständige Ährchen ist männlich; es ist 3 bis 8 Zentimeter lang und 1 bis 2 Millimeter breit.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Es gibt drei bis fünf, selten bis sieben weibliche Ährchen. Die weiblichen Ährchen sind lockerblütig und schlank stehen fast aufrecht auf kurzem Stiel und sind teils über 7 Zentimeter lang, dabei nur 2 bis 3 Millimeter breit. Die Hüllblätter haben eine rechte lange, stängelumfassende Scheide. Das unterste Hüllblatt überragt sein Ährchen, nicht jedoch den ganzen Blütenstand. Die Spelzen der weiblichen Blüten sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern sowie bei einer Breite von 1 bis 1,5 Millimetern eiförmig-lanzettlich mit spitzem oberen Ende; sie sind braun mit grünem Mittelstreifen und weißhäutigen Rändern.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Spelzen der männlichen Blüten sind bei einer Länge von etwa 5 Millimetern sowie bei einer Breite von etwa 1,5 Millimetern lanzettlich und strohfarben.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die gelblichen bis hell-grünen Schläuche sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 1 Millimeter ellipsoid, etwas schief, dreikantig und nach oben allmählich in den sehr kurzen Schnabel verschmälert.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Der Fruchtknoten trägt drei Narben. Die gelb-braune Frucht ist bei einer Länge von etwa 1,5 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 1 Millimeter eiförmig bis fast kugelig und dreikantig.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 66.

Ähnliche Arten

Die Dünnährige Segge ist leicht mit der häufigeren Wald-Segge (Carex sylvatica) zu verwechseln. Bei der Wald-Segge (Carex sylvatica) ist der Schnabel der Schläuche 1,2 bis 2 Millimeter lang und an der Spitze kurz zweizähnig.<ref name="Sebald1998" /> Das Blatthäutchen ist bei der Wald-Segge etwa 2 Millimeter lang, bei der Dünnährigen Segge dagegen 5 bis 8 Millimeter lang.<ref name="Schultze-Motel1980" />

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).<ref name="Schultze-Motel1980" />

Vorkommen und Gefährdung

Die Dünnährige Segge ist von Europa bis zum nördlichen Iran verbreitet.<ref name="POWO" /> Sie gedeiht in den submeridional-montanen bis temperaten Florenzonen mit ozeanischem Klima (Kontinentalitätsstufe 1 bis 2). Es gibt in Europa Vorkommen in den Ländern Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Dänemark, Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien, Moldau, Bulgarien und Kosovo.<ref name="Euro+Med" /> In Österreich gilt die Dünnährige Segge als „gefährdet“; in der Schweiz gilt sie als „nicht gefährdet“.<ref name="InfoFlora" /> In Baden-Württemberg steigt sie bei Mössingen bis 650 Meter auf.<ref name="Schultze-Motel1980" /><ref name="Sebald1998" /> Die Dünnährige Segge scheint sich in Baden-Württemberg noch auszubreiten.<ref name="Sebald1998" />

Die Dünnährige Segge wächst in Mitteleuropa in feuchten Laubwäldern, an Waldwegen<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />, in Bach-Auwäldern und in quelligen Bereichen. Sie kommt vorwiegend auf nährstoffreichen, kalkarmen dichten Böden vor. Sie steigt bis in die montane Höhenstufe. Sie ist ein Vernässungszeiger. Sie ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Alno-Ulmion minoris. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie in Mitteleuropa im Carici remotae-Fraxinetum und Pruno-Fraxinetum, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Cardamino-Montion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 1 (ozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Dünnährige Segge wurde 1778 durch William Hudson in Flora anglica, ed. 2, S. 411 als Carex strigosa erstbeschrieben. Ein Synonym ist Carex leptostachys <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. ex L.f.<ref name="POWO" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Carex strigosa Huds., Dünnährige Segge. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 100, 224–228. </ref> <ref name="Sebald1998"> Oskar Sebald: Cyperaceae. S. 167–170. In: Oskar Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 1. Auflage Band 8, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex strigosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> R. Govaerts, D. A. Simpson: World Checklist of Cyperaceae. Sedges, 2007, S. 1–765. Datenblatt Carex strigosa bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="InfoFlora"> Carex strigosa Huds. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Carex. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 241.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Dünnährige Segge (Carex strigosa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien