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Cunnersdorf (Glashütte)

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Cunnersdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(435)&title=Cunnersdorf 50° 53′ N, 13° 47′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(435) 50° 52′ 35″ N, 13° 46′ 53″ O
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Höhe: 380 m
Einwohner: 435 (31. Dez. 2020)<ref>Stadt Glashütte – Amts- und Mitteilungsblatt. (PDF) S. 4, abgerufen am 27. September 2022.</ref>
Eingemeindung: 1. April 1995
Eingemeindet nach: Reinhardtsgrimma
Postleitzahl: 01768
Vorwahl: 035053
Lage von Cunnersdorf in Sachsen
Datei:Siegelmarke Gemeinde Cunnersdorf - Amtsh. Dippoldiswalde W0262355.jpg
Original Verschlussmarke aus Papier welche von ca. 1850 bis 1945 von Behörden, Firmen und auch Einzelpersonen zum Versiegeln der Briefe benutzt wurden. Man nennt diese Marke auch Siegelmarke. Durch das aufreißen von den Briefen sind diese Marken meistens kaputt gegangen und heute nur noch selten zu finden.

Cunnersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Glashütte in Sachsen.

Geografie

Datei:Steinkreuze Cunnersdorf.jpg
Historische Sühnekreuze: Die 1885 im Gebäudeinneren verbauten Originale und ihre 1994 geschaffene Nachbildung an der Giebelwand.

Lage

Cunnersdorf liegt zu Füßen der Kalkhöhe (501 Meter) auf der westlich an das Müglitztal angrenzenden Hochebene (im Mittel 380 Meter hoch).

Angelegt ist Cunnersdorf als Waldhufendorf entlang eines in den höheren Lagen entspringenden Baches, das Dorfgründel. Dieser Bach fließt in nördliche Richtung am Grimmstein vorbei und mündet in Niederschlottwitz in die Müglitz.

Die Gemarkung Cunnersdorf umfasst eine Fläche von 1040 Hektar; davon sind 838 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Nachbarorte

Reinhardtsgrimma
Luchau Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Schlottwitz
Glashütte

Ortsgeschichte

Cunnersdorf wurde von fränkischen Siedlern gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 14. April 1404 in einem Lehnbrief als Conradsdorff. Als Ortsgründer, Locator, wird also ein Siedler mit dem Namen Conrad benannt. Im Lehnbrief werden auch die Orte Oberfrauendorf, Hoenwalde und Schlottwitz erstmals genannt. Im 17. Jahrhundert bezahlte der Westteil des Ortes seine Steuern an das Rittergut Maxen und der Ostteil von Cunnersdorf an das Rittergut Reinhardtsgrimma.

Zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert wurde in den Hirtenwiesen (bei Glashütte) intensiver Bergbau betrieben, anfangs Abbau von Eisenerz, ab 1458 von Silbererz. Es lassen sich 42 Fundgruben nachweisen.

1777 wurde im Ort erstmals eine Schule erwähnt. Im heutigen 1846 errichteten und 1927 erweiterten Schulgebäude befindet sich der Kindergarten.

Bis etwa 1912 befand sich die Ziegelei Mühle mit Abbaugebiet und Brennofen auf der „Ziegeleiwiese“, linksseitig ca. 500 m Richtung Cunnersdorfer Linde. Es wurden vorwiegend Mauerziegel hergestellt, markant war der 5 Finger Aufstrich. Viele Gebäude in Glashütte und Cunnersdorf wurden mit Lehmziegeln gebaut.

Mit der Gemeindegebietsreform 1995 verlor Cunnersdorf seine Selbständigkeit und wurde ein Ortsteil von Reinhardtsgrimma.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995</ref> Mit dem Zusammenschluss der Gemeinde Reinhardtsgrimma und der Stadt Glashütte am 2. Januar 2008 wurde Cunnersdorf ein Ortsteil von Glashütte.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Jahr Einwohnerzahlen<ref>Cunnersdorf (1) – HOV | ISGV. Abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref>
1548/51 35 besessene(r) Mann, 57 Inwohner, 30 Hufen
1748/64 29 besessene(r) Mann, 2 Gärtner, 19 Häusler, 6 Wüstungen, 24½ Hufen je 14 bis 20 Scheffel
1834 434
1871 487
1890 537
1910 522
1939 474
1946 668
1950 694
1964 491
1990 433

Persönlichkeiten

Wanderziele in der Umgebung

  • Kalkhöhe
  • Bergbaugebiet Hirtenwiesen
  • Über Kanzel, Pilz, Bastei nach Glashütte
  • Wittigkreuz
  • Burgruine Grimmstein

Bergbaulandschaft Hirtenwiesen

Datei:St-Blasiusstollen-Hirtenwiesen-Glashütte.jpg
St. Blasiusstollen

Die zwischen Glashütte und dem Ortsteil Cunnersdorf gelegenen Hirtenwiesen bildeten das einstige Zentrum des lokalen Bergbaus. Das etwa 5 Hektar große Areal umfasst rund 20 Stollen und 60 Halden aus dem historischen Silberbergbau sowie der Zeit der SAG Wismut. Ursprünglich eine waldfreie, botanisch wertvolle Offenlandschaft mit seltenen Orchideenvorkommen (u. a. Holunder-Kuckucksblume), wurde das Gebiet ab den 1920er Jahren mit Fichten aufgeforstet.<ref name=":0">Cunnersdorf bei Glashütte - Bergbaugebiet Hirtenwiesen. Abgerufen am 13. April 2026.</ref>

Ab 1990 wurden wesentliche Anlagen durch den Förderverein für Bergbau im Osterzgebirge e. V. museal aufbereitet. Zentral sind der Apostelstolln als ehemaliger Hauptzugang zum Revier (heute durch eine Betonplombe versiegelt) und der St. Blasius Stolln (Silberner Bergmanns Stolln), ein Zeugnis des städtischen Communbergbaus mit erhaltener Verstufungstafel. Zum Ensemble gehören zudem rekonstruierte Mundlöcher in Schlägel- und Eisenarbeit (1600–1790) sowie eine Handhaspelschachtanlage. Die Landschaft ist durch Pingen- und Haldenzüge bedeutender Gruben wie Heilig Geist und St. Jacob geprägt und heute durch einen Bergbauwanderpfad touristisch erschlossen.<ref name=":0" />

Datei:Breitblättriges Knabenkraut EO5P7062-2.jpg
Knabenkraut

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Geschichte und Geschichten von Cunnersdorf 1404–2004. Heimatverein Cunnersdorf e. V., 2004.

Weblinks

Commons: Cunnersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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