Crop wild relative
Unter Crop wild relative (CWR) versteht man wild wachsende Verwandte von gezüchteten Pflanzensorten, die der Ernährung dienen.
Überblick
Die wilden Verwandten der heute für Ernährungszwecke genutzten Pflanzen stellen in zunehmendem Maße eine wichtige Säule für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und für die Aufrechterhaltung eines nachhaltigen Agrar-Ökosystems dar.<ref>Bioversity International (Hrsg.): Crop wild relatives. Bioversity International, Rome 2006.</ref><ref>FAO (Hrsg.): The State of the World’s Plant Genetic Resources for Food and Agriculture. FAO, Rome 1998; FAO (Hrsg.): Establishment of a global network for the in situ conservation of crop wild relatives. Status and needs. FAO, Rome 2008</ref>
So könnten CWR – bedingt durch ihre große Anpassungsfähigkeit – auch in Zeiten des Klimawandels und einer damit einhergehenden Instabilität des Ökosystems dazu beitragen, die Nahrungsmittelsicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können.<ref name="Maxted">N. Maxted, B. V. Ford-Lloyd und S. P. Kell: Crop wild relatives. Establishing the context. In: N. Maxted, B. V. Ford-Lloyd, S. P. Kell, J. Iriondo, E. Dulloo und J. Turok (Hrsg.): Crop Wild Relative Conservation and Use. CABI Publishing, Wallingford 2008, S. 3–30.</ref>
Die Bedeutung der CWR wurde bereits im 20. Jahrhundert von Nikolai Wawilow, einem russischen Botaniker, betont.<ref>N. I. Vavilov: Studies in the origin of cultivated plants. Institute of Applied Botany and Plant Breeding, Leningrad 1926.</ref> Bereits seit tausenden Jahren wird auf genetisches Material von CWR zurückgegriffen, um unsere Zuchtsorten zu verbessern. So wurde zum Beispiel in Mexiko traditionell wilder Mais (Zea mexicana) neben Kulturmais angebaut, um so die Erträge zu erhöhen. Später haben Pflanzenzüchter Gene von CWR verwendet, um verschiedene Agro-Pflanzen wie Getreide, Reis (Oryza sativa), Tomate (Lycopersicon esculentum) oder Hülsenfrüchte weiterzuentwickeln.<ref>R. Hajjar und T. Hodgkin: The use of wild relatives in crop improvement. A survey of developments over the last 20 years. In: Euphytica. Band 156, 2007, S. 1–13.</ref> Somit kann behauptet werden, dass die Bedeutung der CWR in der genetischen Ähnlichkeit zu wichtigen sozioökonomischen Arten liegt.”<ref>N. Maxted, B. V. Ford-Lloyd, S. L. Jury, S. P. Kell und M. A. Scholten: Towards a definition of a crop wild relative. In: Biodiversity and Conservation. Band 15, Nr. 8, 2006, S. 2673–2685.</ref>
Erhaltung
CWR sind wesentliche Bestandteile sowohl der natürlichen als auch der landwirtschaftlichen Ökosysteme.<ref name="Maxted" /> Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung dieser wilden Verwandten ist somit für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und der einhergehenden Nahrungsmittelsicherheit sowie der Erhaltung einer gesunden Umwelt unentbehrlich.<ref>J. G. Hawkes, N. Maxted und B. V. Ford-Lloyd: The ex situ conservation of plant genetic resources. Kluwer, Dordrecht 2000, S. 1–250.</ref><ref>V. H. Heywood und M. E. Dulloo: In Situ Conservation of Wild Plant Species – a Critical Global Review of Good Practices. IPGRI Technical Bulletin No. 11. IPGRI, Rome 2006; E. Hoyt: Conserving the Wild Relatives of Crops. IBPGR, IUCN, WWF, Rome 1988; B. A. Meilleur und T. Hodgkin: In situ conservation of crop wild relatives. In: Biodiversity and Conservation. Band 13, 2004, S. 663–684.</ref>
Die natürliche Verbreitung vieler CWR ist allerdings in zunehmendem Maße gefährdet. So werden sie durch die Zerstörung der natürlichen Umwelt (Lebensraumverlust) oder den Einsatz moderner Zuchtsorten bedroht. Weltweite Abholzung führen zum Rückgang oder gar Verlust vieler der wichtigen wilden Verwandten von Frucht-, Nuss- oder Industriepflanzen. Überweidung und die daraus resultierenden Versteppung gefährdet wilde Verwandte von Getreide besonders in trockenen oder halbariden Gebieten.
Auch die wachsende Industrialisierung der Landwirtschaft verringert drastisch das Vorkommen von CWR innerhalb der traditionellen Agrar-Ökosysteme.
Die Erhaltung und der nachhaltige Gebrauch von CWR ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der globalen Nahrungsmittelsicherheit und damit Reduktion der Armut aber auch zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Umwelt.<ref>S. D. Tanksley und S. R. McCouch: Seed banks and molecular maps. Unlocking genetic potential from the wild. In: Science. Band 277, 1997, S. 1063–1066.</ref>
Weblinks
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Quellen
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