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Copy Art

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Copy Art, auch Xerox Art, Copygrafie, Fotokopierkunst oder Elektrografie, ist eine Kunstrichtung, die Mitte der 1960er Jahre erstmals von Künstlern in der Vereinigten Staaten und Europa praktiziert wurde. Die Künstlerinnen und Künstler schufen Kunstwerke mit dem Fotokopierer.  

Geschichte

Copy Art entstand Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre mit der Einführung der Xerox Fotokopierer. Die Kunstwerke werden hergestellt durch wiederholtes Kopieren der Originalkopie, dies können Bilder oder Gegenstände sein. Durch Falten, Bezeichnen und Collagieren der Kopien entstehen eigene Werke. Die Copy Art hatte ihren Höhepunkt in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen der Farbkopie. Copy Art wird häufig in Mail Art verwendet.

Am 12. Januar 1985 beteiligten sich Joseph Beuys, gemeinsam mit Andy Warhol und dem japanischen Künstler Kaii Higashiyama am Global-Art-Fusion Projekt. Dies war ein vom Konzeptkünstler Ueli Fuchser initiiertes, interkontinental ausgelegtes, FAX-ART Projekt, bei dem ein Fax mit Zeichnungen aller drei beteiligten Künstler innerhalb von 32 Minuten um die Welt gesandt wurde. Dieses Fax sollte ein Zeichen des Friedens während des Kalten Krieges darstellen und ist eines der ersten Arbeiten im globalen Kontext – vor dem Zeitalter des gängigen Internets.<ref>André Chahil: Wien 1985: Phänomen Fax-Art. Beuys, Warhol und Higashiyama setzen dem Kalten Krieg ein Zeichen. Abgerufen am 14. Oktober 2015.</ref>

Der Schweizer Künstler Bruno Heller entwickelte mit den Transparentmontagen eine eigene Technik der Copy Art, für die er auf Papier und auf durchsichtige Folien fotokopierte und diese übereinandermontierte.<ref>Bruno Heller: Transparentmontagen. Wädenswil, Nimbus, 2008, Verlagsanzeige</ref>

Es gibt eigene Preise für diese Kunstgattung.

Vertreter der Copy Art

Belgien

  • Guy Bleus (* 1950), belgischer Künstler und Autor

Deutschland

  • Albrecht/d. (1944–2013), deutscher Künstler des Fluxus, der Mail Art, der Aktionskunst und anderer avantgardistischer Kunstformen
  • Wolfgang Hainke (* 1944), deutscher Künstler
  • Paul Heimbach (1946–2013), deutscher Maler, Zeichner, Objekt-, Klang- und Buchkünstler
  • Roland Henß (1952–2015), deutscher Grafikdesigner, Typograf, Autor und Hochschullehrer
  • Jürgen O. Olbrich (* 1955), deutscher bildender Künstler, Herausgeber und Kurator
  • Stiletto (* 1959), deutscher Autorendesigner des Neuen Deutschen Design
  • Timm Ulrichs (1940–2026), deutscher Künstler und Hochschullehrer
  • Klaus Urbons (* 1952), Kommunikationsdesigner und Gründer des Museums für Fotokopie

Italien

  • Bruno Munari (1907–1998), italienischer Künstler, Grafiker und Grafikdesigner

Schweiz

Vereinigte Staaten

  • Wallace Berman (1926–1976), US-amerikanischer Collage-Künstler, Fotograf, Filmemacher und Schriftsteller
  • Pati Hill (1921–2014), US-amerikanisches Model, Schriftstellerin und Künstlerin
  • Sonia Landy Sheridan (1925–2021), US-amerikanische bildende Künstlerin, Pädagogin, Wegbereiterin der Copy Art

Literatur

  • Klaus Urbons: Copy Art – Kunst und Design mit dem Fotokopierer. Köln, DuMont, 1991, ISBN 3-7701-2655-6.
  • Martin Klotz u. a. (Hg.): Copy Art. 50 Jahre Xerografie. Fotokopie in der Kunst. Zürich, copy-left, 1988.
  • Georg Mühleck (Hrsg.): Medium: Photocopie Medium: Fotokopie Medium: Photocopy. Kanadische und deutsche Kopiegraphie, Ludwigsburg, Buchverlag Thomas Walter, 1987, ISBN 3-926408-07-3.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />