Connecticut (Schiff, 1906)
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Die Connecticut, auch USS Connecticut (Kennung: BB-18), war ein amerikanisches Schlachtschiff aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das 1906 in Dienst gestellte Schiff gehörte der Connecticut-Klasse an und war zugleich das Typschiff dieser Klasse. Namensgeber des Schiffes wie auch der Klasse selbst war der US-Bundesstaat Connecticut, wobei das Schlachtschiff das vierte Schiff in der Geschichte der United States Navy war, das diesen Namen erhielt. Die Schiffe der Connecticut-Klasse waren die letzten amerikanischen Schlachtschiffe, die noch der sogenannten „Vor-Dreadnought-Phase“ zugerechnet werden, weswegen die Connecticut und ihre Schwesterschiffe weitestgehend, von einer sehr starken Mittel- und halbschweren Artillerie abgesehen, noch dem Schema der Einheitslinienschiffe entsprachen.
Geschichte
Die Connecticut wurde am 10. März 1903 auf der New Yorker Marinewerft auf Kiel gelegt, am 29. September 1904 vom Stapel gelassen und am 29. September 1906 unter dem Kommando von Kapitän William Swift in Dienst gestellt.<ref>Silverstone: Directory of the world's capital ships. Hippocrene, New York 1984, S. 447.</ref> Am 15. Dezember 1906 verließ die Connecticut New York in Richtung Virginia Capes, wo sie eine Reihe von Übungen durchführte, gefolgt von einer Probefahrt und Gefechtsübungen vor Kuba und Puerto Rico.
Am 13. Januar 1907 lief die Connecticut bei der Einfahrt in den Hafen von Culebra auf ein Riff auf und wurde schwer beschädigt. Kapitän Swift wurde am 21. März wegen Fahrlässigkeit und Vernachlässigung seiner Pflichten vor ein Kriegsgericht gestellt und zu einer einjährigen Suspendierung vom Dienst verurteilt. Nach etwa sechs Monaten wurde die Strafe aufgehoben.<ref>Capt. Swift is Reprieved. (PDF) In: The New York Times. 25. Oktober 1907, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Nach ihrer Ankunft in Hampton Roads am 16. April wurde die Connecticut zum Flaggschiff von Konteradmiral Robley D. Evans, dem Kommandanten der Atlantikflotte.
Die Connecticut war 1907 Teil der Weltausstellung (Jamestown Exposition) vor Hampton Roads. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zahlreiche ausländische Würdenträger an Bord des Schiffes empfangen. Darüber hinaus nahm sie am 10. Juni an der Flottenschau teil. Anschließend begab sich das Schiff nach New York, um überholt zu werden. Nach dem Abschluss der Arbeiten führte die Connecticut Manöver vor Hampton Roads und Zielübungen vor Cape Cod durch. Am 6. September wurde sie erneut in die New Yorker Marinewerft zurückbeordert, um sie für den Einsatz als Flaggschiff der Great White Fleet umzurüsten. Nach der 14 Monate und 86.542 km währenden Fahrt, während der die Connecticut zahlreiche Länder besuchte, kehrte sie am 22. Februar 1909 wieder in die Heimat zurück.<ref name="BB-18." />
Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917 wurde das Schiff vor der Ostküste der Vereinigten Staaten zu Sicherungs- und Ausbildungsaufgaben herangezogen. Zu Kriegseinsätzen kam es indessen nicht. An Bord des bis 1919 auf dem York River stationierten Schiffes<ref name="DANFS">Mann, Raymond A.: Connecticut IV (Battleship No. 18). In: Dictionary of American Naval Fighting Ships. Naval History and Heritage Command, 8. Juni 2022, abgerufen am 30. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurden bis Kriegsende im November 1918 rund 1.000 Offiziersanwärter und Geschützmannschaften ausgebildet. Im Sommer 1919 unternahm das Schiff vier Fahrten über den Atlantik und transportierte US-Soldaten aus Europa in die Heimat zurück.<ref name="DANFS"></ref>
Im Rahmen der Bemühungen um Rüstungsbegrenzungen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (siehe Washingtoner Flottenabkommen) wurde die Connecticut am 1. März 1923, und damit nur rund 17 Jahre nach der Indienstnahme, außer Dienst gestellt.<ref name="DANFS"></ref> Im November des gleichen Jahres wurde das Schiff zum Abbruch verkauft.
Technik
Schiffsmaße
Die Connecticut besaß eine maximale Länge von 139,09 Metern und eine Breite von 23,22 Metern. Der Tiefgang lag bei etwa 7,50 Meter. Die Wasserverdrängung gemäß der Konstruktionsplanungen lag bei rund 16.500 ts, im voll ausgerüsteten und einsatzbereiten Zustand betrug sie rund 18.000 ts bzw. 17.949 t.<ref name="Friedman144." />
Antrieb
Die Connecticut war mit zwei 4-Zylinder-Dreifach-Expansionsmaschinen ausgestattet, die jeweils eine Welle antrieben und insgesamt 16.500 PSi (12.300 kW) entwickelten, mit denen das Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten (33 km/h) erreichte. Der Dampf wurde von zwölf kohlebefeuerten Babcock & Wilcox-Wasserrohrkesseln geliefert. Beim Bau war das Schiff mit schweren Militärmasten ausgestattet, die jedoch 1909 durch Gittermasten ersetzt wurden. Die Besatzung bestand aus 827 Mann plus Offiziere, die jedoch auf 881 und später auf 896 aufgestockt wurde.<ref name="Friedman144." />
Bewaffnung
Die Hauptbewaffnung des Schiffes bestand aus vier 305-mm-Kanonen in zwei Zwillingsgeschütztürmen vorn und achtern. Die Sekundärbewaffnung bestand aus acht 203-mm-Kanonen und zwölf 178-mm-Geschützen. Die 203-mm-Kanonen waren in vier Zwillingstürmen mittschiffs angeordnet und die 178-mm-Kanonen waren in Kasematten im Rumpf untergebracht. Zur Nahverteidigung gegen Torpedoboote trug das Schiff zwanzig 76-mm-Kanonen, die in Kasematten entlang des Rumpfes montiert waren, sowie zwölf 3-Pfünder-Kanonen (47 mm) und vier 37-mm-1-Pfünder-Kanonen. Wie bei Großkampfschiffen der damaligen Zeit üblich, trug die Connecticut vier 533-mm-Torpedorohre, zwei auf jeder Breitseite, die im Rumpf eingelassen waren.<ref name="Friedman144." />
Panzerung
Der Hauptpanzergürtel der Connecticut war über den Magazinen und den Antriebsmaschinenräumen 279 mm dick und an den übrigen Stellen 152 mm. Die Geschütztürme der Hauptbewaffnung hatten 305 mm starke Panzerplatten, und die unterstützenden Barbetten 254 mm. Die sekundären Geschütztürme hatten eine 178 mm dicke Frontpanzerung. Der Kommandoturm hatte 229 mm dicke Seiten.<ref name="Friedman144." />
Literatur
- Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. J. F. Lehmanns, München 1970, ISBN 3-88199-474-2.
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="Friedman144.">Friedman: United States of America. In: Conway’s All the World’s Fighting Ships 1906–1921. Naval Institute Press, Annapolis 1985, S. 144.</ref> <ref name="BB-18.">USS Connecticut (BB-18). Abgerufen am 11. März 2024.</ref> </references>
Vorlage:Navigationsleiste Einheitslinienschiffe der Connecticut-Klasse