Clusius-Gämswurz
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Clusius-Gämswurz | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Doronicum clusii a3.jpg
Clusius-Gämswurz (Doronicum clusii) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Doronicum clusii | ||||||||||||
| (All.) Tausch |
Die Clusius-Gämswurz (Doronicum clusii), auch Zottige Gämswurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gämswurzen (Doronicum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie kommt in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas vor.
Beschreibung
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein
Vegetative Merkmale
Die Clusius-Gämswurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein kriechendes, geschmackloses Rhizom. Der aufsteigende oder aufrechte Stängel ist im unteren Teil beblättert und besonders oben behaart.
Die Laubblätter sind besonders am Rand mit dünnen, kraus, wollig behaart und außerdem mit dickeren, langen, spitzen Haaren besetzt. Die Laubblätter sind buchtig gezähnt bis ganzrandig, die Grundblätter sind nicht herzförmig, aber plötzlich in den Stiel verschmälert mit einem leicht geflügelten Blattstiel, die Stängelblätter sind halbstängelumfassend und sitzend.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Pro Stängel ist meist nur ein Blütenkorb vorhanden, der einen Durchmesser von 3,5 bis 6 Zentimeter besitzt. Die Hüllblätter sind mit Wimperzotten und Wollhaaren besetzt.<ref name="Hegi1987" /> Die Blüten sind goldgelb. Die Zungenblüten sind 2 bis 3 Millimeter breit.<ref name="Hegi1987" />
Die Achänen sind zehnrippig, 2 Millimeter lang und besitzen alle einen Pappus.<ref name="Hegi1987" />
Die Chromosomenzahl beträge 2n = 60 oder 120.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Als Bestäuber wurde der Falter Kleiner Fuchs (Aglais urticae) beobachtet.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Clusius-Gämswurz liegt in den Gebirgen Mittel-, Süd- und Südosteuropas. Es gibt Fundortangaben für Frankreich, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Slowenien, Polen, die Slowakei, Rumänien und die Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> Sie wächst in Höhenlagen über 2000 Meter auf lang schneebedeckten, kalkarmen Böden, Silikatschutt, mageren Rasen und in Felsspalten. Die Clusius-Gämswurz ist gesellig und nicht häufig. Sie ist eine Charakterart des Oxyrietum aus dem Verband Androsacion alpinae.<ref name="Oberdorfer2001" />
In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil von einer Höhenlage von 2150 Meter zwischen Rothornspitze und Mutte bis zu einer Höhenlage von 2392 Meter am Gipfel der Rothornspitze auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In Graubünden erreicht sie am Piz Linard sogar eine Höhenlage von 3275 Meter.<ref name="Hegi1987" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1773 unter dem Namen (Basionym) Arnica clusii durch Carlo Allioni in Auctarium ad Synopsim Methodicam Stirpium Horti Regii Taurinensis S. 18. Die Neukombination zu Doronicum clusii <templatestyles src="Person/styles.css" />(All.) Tausch wurde 1828 durch Ignaz Friedrich Tausch in Flora; oder (allgemeine) botanische Zeitung Band 11, S. 178 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Doronicum clusii <templatestyles src="Person/styles.css" />(All.) Tausch sind: Doronicum hirsutum <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Arnica stiriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />Vill., Doronicum stiriacum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Dalla Torre, Doronicum clusii subsp. stiriacum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Soják, Doronicum clusii subsp. villosum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Vierh.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton clusii ehrt den niederländischen Arzt und Botaniker Charles de l’Écluse (1526–1609), latinisiert Carolus Clusius, Professor der Botanik in Leiden.<ref name="Hegi1987" />
Trivialnamen
Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die Trivialnamen Gelbe Gamsblüh (Lungau), Gamswurz (Tirol) und Johanneswurzel im Raum von Ober-Bayern und Teilen Österreichs verwendet.<ref name="Pritzel-Jessen1882" />
Quellen
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Doronicum clusii (All.) Tausch In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Pritzel-Jessen1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 41, eingescannt. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 950.</ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 617. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 724–725. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter, 2006+: Compositae (pro parte majore) In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (ed.): Compositae.: Datenblatt Doronicum clusii In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Doronicum clusii Mittelmeer- und Alpenflora.