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Chthonische Götter

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Datei:Agrigento Heiligtum der chthonischen Gottheiten.jpg
Heiligtum der chthonischen Gottheiten im sizilianischen Agrigent; im Hintergrund ein rekonstruierter Teil des Dioskurentempels
Datei:Votivrelief an chthonische Gottheiten Athen Nationalmuseum Griechenland.jpeg
Votivtafel für chthonische Gottheiten (Relief im Nationalmuseum Athen, Fundort: Tegea)

Chthonische Götter oder Chthonioi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) sind in der griechischen Mythologie sowohl alle die Unterwelt repräsentierenden, todbringenden Götter als auch jene, die Leben und Fruchtbarkeit spenden (siehe auch Chthonismus).

Männliche Gottheiten tragen oft den Beinamen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (beispielsweise Zeus Chthonios, so wird auch Hades genannt, Herrscher über die Unterwelt), weiblichen wird ein {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) nachgestellt. Zu Letzteren gehört zuallererst Persephone, Ehefrau des Hades.<ref>Herodot 6,134,1; 7,153,2</ref> Ebenso werden die Erinnyen hier eingeordnet,<ref>Sophokles, Ödipus auf Kolonos</ref> vereinzelt auch die Nymphen, die oft eine bestimmte Landschaft repräsentieren (vergleiche auch Namensträger von Chthonia und Chthonios).<ref>Apollonios von Rhodos 4,1322</ref>

Hesiod verwendet den Sammelbegriff Chthonioi als Bezeichnung für die Titanen.<ref>Hesiod, Theogonie 697</ref> Auch bei den Tragödiendichtern taucht der Ausdruck im Zusammenhang mit Anrufungen<ref>Euripides, Hecuba 79</ref> der Chthonoi Tyrannoi<ref>Aischylos, Agamemnon 89</ref><ref>Aischylos, Die Perser 628–629</ref> oder in Abgrenzung zu anderen Kollektiven, wie den Göttern der Meere oder der Lüfte<ref>Euripides, Fragment 27,4</ref> auf – so etwa für Hermes<ref>Aischylos, Die Grabspenderinnen 124,727</ref><ref>Sophokles, Aias 832</ref>, in parodistischer Form bei Aristophanes.<ref>Aristophanes, Die Frösche 1126; 1138; 1145</ref> Oft ist jedoch nicht klar, ob sich die Anrufung an die Götter oder an die Gemeinschaft der Toten richtet. Denn diese werden auch als Chthonios bezeichnet.<ref>Aischylos, Die Schutzflehenden 25; 399; 476</ref><ref>Pindar, Pythien 4,159</ref>

Als chthonischer Gott wurde zuallererst Hades bezeichnet,<ref>Hesiod, Theogonie 767</ref><ref>Euripides, Die Phönikerinnen 1321</ref><ref>Euripides, Alkestis 237</ref> bereits das Epos Ilias benennt ihn als komplementären Gott zum olympischen Zeus als „unterirdischen“ Zeus Katachthonios.<ref>Homer, Ilias 9,457</ref> Oft ist jedoch bei dieser Benennung nicht zu entscheiden, ob sie ein Synonym für Hades darstellt oder ob Zeus selbst in einer chthonischen Ausprägung mit dem Doppelnamen angesprochen war. So wurde auf Mykonos, in Korinth<ref>Pausanias 2,2,8</ref> und in Olympia<ref>Pausanias 5,14,8</ref> Zeus Chthonios zusammen mit Ge Chthonia (Gaia) und Dionysos Lenaios verehrt.<ref>Wilhelm Dittenberger: Sylloge inscriptionum Graecarum. Band 1, Leipzig 1883, S. 373 (Seitenansicht im Internet Archive).</ref> Für Gaia ist nur bei diesem Kult die Bezeichnung Chthonia bezeugt.

Die Muttergöttin Demeter wird unter ihrem Beinamen Hermione als Chthonia Thea verehrt.<ref>Inscriptiones Graecae 4,683</ref><ref>Pausanias 2,35,5–10</ref><ref>Pausanias 3,13,5</ref><ref>Euripides, Herakles 615</ref> Ab dem fünften Jahrhundert ist auch zunehmend Hekate Chthonia anzutreffen, die Göttin der Wegkreuzungen und Wächterin der Tore zwischen den Welten.<ref>Aristophanes, Fragment 515,1 PCG</ref><ref>Theokritos 2,12</ref><ref>Plutarch, Moralia 290d3</ref> Ferner wird Typhon als Chthonios Daimon bezeichnet,<ref>Aischylos, Sieben gegen Theben 522</ref> Chthonion ist insbesondere auch Dionysos als Gott der Vegetation und als Chthonia gelten die Phama,<ref>Sophokles, Elektra 1066</ref> die Gorgo<ref>Euripides, Ion 1054</ref> sowie Brimo<ref>Apollonios von Rhodos 3,862</ref>, wobei dies ein anderer Name für Persephone und ein Beiwort der Hekate wie auch der Ceres und der Cybele sein kann.

Zur Bezeichnung von mythischen Menschen wird Chthonios oder Chthonia gebraucht, um ihre Abstammung von der Erde hervorzuheben. Beispiele hierfür sind der thebanische Sparte Chthonios<ref>Aischylos, Fragment 488</ref> und Chthonia, die Tochter des Erechtheus.<ref>Euripides, Die Bakchen 538</ref>

Als Eigennamen treten Chthonios und Chthonia seit der Zeit des Hellenismus vor allem bei Mythographen und Lexikographen auf. In der römischen Kaiserzeit erscheinen Widmungen an chthonische Gottheiten auf Grabinschriften und Fluchtafeln.<ref>Inscriptiones Graecae 5,1,1192,1</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

  • Eintrag: Chthonii. In: Greek Myth Index. 2007, abgerufen am 16. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references />