Christoph von der Malsburg
Christoph von der Malsburg (* 8. Mai 1942 in Kassel<ref>Beckurts Preis für Bochumer Neuroinformatiker 1998</ref>) ist ein deutscher Physiker, Neurobiologe und Hochschullehrer.
Leben
Christoph von der Malsburg begann an der Georg-August-Universität Göttingen Physik zu studieren. Am 21. Juli 1962 wurde er im Corps Saxonia Göttingen recipiert.<ref>Kösener Corpslisten, 142/947</ref> Als Inaktiver wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. In Heidelberg schrieb er seine Doktorarbeit über ein Thema der Teilchenphysik. 1970 wurde er zum Dr. rer. nat. promoviert. Er ging in die Neurobiologie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen. Die University of Southern California in Los Angeles berief ihn 1987 als Professor für Neurowissenschaften, Informatik, Physik und Psychologie.<ref>Christoph von der Malsburg Professor of Computer Science, Computer Science Department, Biology Department, Department for Physics and Astronomy Director, Laboratory of Computational and Biological Vision Director, Institut für Neuroinformatik, Ruhr-Universität Bochum, Germany <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christoph von der Malsburg, USC Neuroscience Graduate Program ( vom 12. Mai 2016 im Internet Archive)</ref> 1990 gründete er parallel dazu mit Werner von Seelen das Institut für Neuroinformatik an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahre 2007 verließ er beide Institutionen und forscht gegenwärtig als Senior Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies.
Seine Forschungsinteressen sind Mustererkennung im Gehirn, dynamische Bindung von neuronalen Einheiten (Konnektivität), Neuronale Netzwerke und Computer Vision. Seine frühen Arbeiten zur Theorie der Selbstorganisation geordneter Faserverbindungen im visuellen System machten ihn zum Pionier dieses Gebietes. Er ist ebenso bekannt für seine Kritik an der Theorie der neuronalen Netze<ref>Christoph von der Malsburg: The correlation theory of brain function. In: MPI Biophysical Chemistry (Hrsg.): Internal Report 81-2. 1981 (fias.science [PDF]). Reprint in Models of Neural Networks II. Springer, Berlin 1994, Kapitel 2, S. 95–119, doi:10.1007/978-1-4612-4320-5_2.</ref>, nach der diese an dem Bindungsproblem leidet. Zu dessen Lösung formulierte er die Dynamic Link Architecture, ein System schnell schaltender Netzfragmente, angewendet z. B. in einem Gesichtserkennungssystem.<ref>P. Wolfrum, C. Wolff, J. Lücke, and C. von der Malsburg. A recurrent dynamic model for correspondence-based face recognition. Journal of Vision, 2008, 8, 1–18. doi:10.1167/8.7.34.</ref>
Christoph von der Malsburg war an der Gründung zweier Firmen beteiligt und ist vielfach ausgezeichnet worden (Pioneer Award 1994 of the Neural Network Council of the IEEE, Karl Heinz Beckurts Foundation Award 1998, Koerber-Award for European Science 2000<ref>Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2000. (pdf) In: koerber-stiftung.de. Abgerufen am 14. Dezember 2023.</ref>, Hebb Award 2003 of the International Neural Network Society<ref>2003 Hebb Award: Christoph von der Malsburg. In: INNS Awards Recipient. Abgerufen am 14. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Er war 1995/96 Präsident der European Neural Network Society und ist Fellow of the International Neural Network Society<ref>International Neural Network Society</ref> sowie Member des Scientific Advisory Boards des Human Brain Projects.<ref>Human Brain Project</ref> und Founding Board Member wie auch Head of the Neuroscience Board der Mindfire Stiftung.<ref>Mindfire Team. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. August 2018; abgerufen am 25. Februar 2023.</ref> Er war Mitglied der Jury des Deutschen KI-Preises 2019 des Wirtschaftsmagazins Bilanz von Axel Springer SE.<ref>Die Jury des Deutschen KI-Preises. Welt, 2. August 2019, abgerufen am 21. März 2020.</ref> Zu seinen Doktoranden gehört Hartmut Neven. Verheiratet ist er seit 2010 mit Astrid geb. von Salmuth.
1989 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Academia Europaea gewählt.<ref>Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea</ref>
Schriften (Auswahl)
- How are nervous structures organized? In Synergetics of the Brain. Proceedings of the International Symposium on Synergetics, E. Basar, H. Flohr, H. Haken, and A.J. Mandell (Eds.), Springer 1983, pp. 238–259.
- mit Wang D und Buhmann J: Pattern segmentation in associative memory. Neural Computation, 2 (1990), S. 94–106.
- mit Buhmann J und Lades M.: Size and distortion invariant object recognition by hierarchical graph matching. Proceedings of the IJCNN International Joint Conference on Neural Networks, San Diego 1990, pp. II, 411–416.
- Network self-organization, in: Zornetzer SF, Davis J, Lau C (Eds.): An Introduction to Neural and Electronic Networks. Academic Press 1990, pp. 421–432.
- Was tatsächlich in einem Gehirn abläuft, liegt jenseits der Wissenschaft, in: Matthias Eckoldt: Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? Carl-Auer-Verlag 2013.
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Christoph von der Malsburg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- USC Neuroscience: Christoph von der Malsburg (englisch)
- Frankfurt Institute for Advanced Studies: Christoph von der Malsburg
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Malsburg, Christoph von der |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker, Neurobiologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1942 |
| GEBURTSORT | Kassel |
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- Physiker (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Ruhr-Universität Bochum)
- Hochschullehrer (University of Southern California)
- Corpsstudent (20. Jahrhundert)
- Mitglied der Academia Europaea
- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Malsburg
- Deutscher
- Geboren 1942
- Mann