Christoph Hochhäusler
Christoph Hochhäusler (* 10. Juli 1972 in München) ist ein deutscher Regisseur und Autor der Berliner Schule.
Leben
Hochhäusler studierte von 1993 bis 1995 Architektur an der Technischen Universität Berlin, danach von 1996 bis 2004 Filmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Sein Abschluss- und Debütfilm Milchwald feierte 2003 auf dem Berlinale Forum Premiere und stieß vor allem in Frankreich auf großes Interesse. Le-Monde-Kritiker Jacques Mandelbaum nannte den Film damals „den besten deutschen Film der Berlinale“. Der französische Verleih ASC brachte ihn am 4. August 2004 in die französischen Kinos,<ref>Le bois lacté, auf ascdistribution.com</ref> am 11. November 2004 folgte der deutsche Kinostart durch die Filmgalerie 451.
Hochhäusler war 2005 mit Falscher Bekenner<ref>FALSCHER BEKENNER. Abgerufen am 14. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 2010 mit Unter dir die Stadt<ref>UNTER DIR DIE STADT. Abgerufen am 14. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in der offiziellen Auswahl der Internationalen Filmfestspiele von Cannes – in der Reihe Un certain regard – und gehört damit mit Fatih Akin, Andreas Dresen und Angela Schanelec zu den wenigen nach 1960 geborenen deutschen Regisseuren, die mehrmals in Cannes vertreten waren.
Die für die ARD entstandene Filmtrilogie Dreileben, die 2011 auf der Berlinale als Ko-Präsentation von Forum und Panorama<ref>Christian Petzold, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler, auf berlinale.de</ref> erstmals gezeigt wurde, entstand in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Dominik Graf und Christian Petzold. Hochhäuslers Beitrag, Eine Minute Dunkel, erzählt die Fluchtgeschichte eines zu Unrecht Verdächtigten und bildet Hintergrund und Bindeglied der beiden anderen Filme. Dieser praktischen Zusammenarbeit war ein umfangreicher Austausch via E-Mail vorausgegangen, initiiert von Hartmut Bitomsky anlässlich eines Symposiums zur Berliner Schule am 29. September 2006 an der DFFB, in dem die drei Regisseure u. a. die Chancen und Probleme des deutschen Kinos diskutierten. Dominik Grafs Plädoyer, die Berliner Schule müsse „den Filmkunstknast“ verlassen und sich auch für das Genrekino öffnen, fand in der Dreileben-Trilogie ein erstes konkretes Echo.
Im Jahr 2023 erhielt Hochhäusler für seinen Thriller Bis ans Ende der Nacht eine Einladung in den Wettbewerb der Berlinale. Thea Ehre gewann für ihre Rolle in dem Film den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle.
Hochhäuslers siebter Langfilm und französischsprachiges Debüt La Mort viendra („Der Tod wird kommen“) feierte am 8. August 2024 im 77. Internationalen Wettbewerb Locarno Premiere. Der Verleih W-Film hat den deutschen Kinostart für 12. März 2026 terminiert<ref>Der Tod wird kommen - W-film. Abgerufen am 25. Januar 2026.</ref>.
Mit der Kölner Produzentin Bettina Brokemper verbindet Hochhäusler eine lange Zusammenarbeit; sie hat mit ihrer Firma Heimatfilm alle seine Langfilme seit 2005 produziert.
Hochhäusler verfasste zahlreiche filmpublizistische Arbeiten, unter anderem als Gründer und Mitherausgeber der Filmzeitschrift Revolver. Gegründet 1998 zusammen mit Benjamin Heisenberg und Sebastian Kutzli, wird sie heute u. a. von Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler, Franz Müller, Nicolas Wackerbarth, Saskia Walker und Marcus Seibert im Kollektiv herausgegeben.
Er hat seit 1998 zahlreiche prominente Filmkünstler interviewt, darunter Lars von Trier,<ref>Interview: Lars von Trier, auf revolver-film.com</ref> Michael Haneke,<ref>Interview: Michael Haneke, auf revolver-film.com</ref> Ulrich Seidl,<ref>Die Methode Seidl, auf revolver-film.com</ref> Peter Greenaway, Michael Ballhaus, Alexander Kluge,<ref>Interview: Alexander Kluge, auf revolver-film.com</ref> Christian Petzold,<ref>Interview: Christian Petzold, auf revolver-film.com</ref> Angela Schanelec,<ref>Interview Angela Schanelec und Reinhold Vorschneider, auf revolver-film.com</ref> Hans Hillmann, Tankred Dorst, Mia Hansen-Løve, Susanne Lothar, Ruben Östlund, Sergei Loznitsa, Denis Lavant, Adam Curtis, Lucrecia Martel, Radu Jude u. v. a. Die meisten dieser Gespräche wurden in Revolver publiziert.
Von Januar 2017 bis Dezember 2021<ref>Zur Person. In: Hochhaeusler.blogspot. 2. Januar 2022, abgerufen am 24. August 2022.</ref> war Hochhäusler „Leitender Dozent Regie“<ref>Vier renommierte Neuzugänge an der DFFB. dffb, 17. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. September 2017; abgerufen am 25. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> an der DFFB Berlin.
Filmografie (Auswahl)
- 1999: Fieber (Kurzfilm)
- 2001: Puls (Kurzfilm)
- 2003: Milchwald
- 2005: Falscher Bekenner
- 2009: Séance (Beitrag zum Episodenfilm Deutschland 09, Regie und Drehbuch)
- 2010: Unter dir die Stadt
- 2011: Dreileben – Eine Minute Dunkel (Fernsehfilm)
- 2014: Die Lügen der Sieger<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Lügen der Sieger bei Heimatfilm ( vom 19. Februar 2015 im Internet Archive)</ref>
- 2023: Bis ans Ende der Nacht
- 2024: La Mort viendra
Hörspiele und Features
- 2015: Thomas von Steinaecker: Orson Welles. Ein Puzzle – Regie: Claudia Kattanek (Feature – DLF)
Auszeichnungen
- 2005: Villa-Aurora-Stipendium
- 2005: Kunstpreis Berlin (Förderpreis Film- und Medienkunst)<ref>Kunstpreis Berlin Jubiläumsstiftung 1848/1948. Abgerufen am 19. August 2023.</ref>
- 2010: Förderpreis Deutscher Film für das Drehbuch zu Unter dir die Stadt
- 2011: Günter Rohrbach Filmpreis für Unter dir die Stadt
- 2011: Deutscher Fernsehpreis für Dreileben
- 2012: Österreichischer Fernsehpreis „Romy“ für Dreileben
- 2012: Grimme-Preis Spezial für Dreileben
Texte von Christoph Hochhäusler
- Christoph Hochhäusler: Album. In: raumsprache (Blog) vom 20. November 2010 – über den Begriff der Berliner Schule aus der Position des Protagonisten.<ref>Christoph Hochhäusler: Album. In: raumsprache (Blog) vom 20. November 2010, abgerufen am 1. April 2013.</ref>
- Christoph Hochhäusler: Der Traum von Kontrolle. Techniken der Previsualisierung am Beispiel von Coppolas „One From the Heart“. In: Parallelfilm (Blog), 2003.<ref>Christoph Hochhäusler: Der Traum von Kontrolle. Techniken der Previsualisierung am Beispiel von Coppolas „One From the Heart“. In: Parallelfilm (Blog). 6. Dezember 2008, abgerufen am 17. Januar 2015.</ref>
Literatur
- Christoph Hochhäusler in: Internationales Biographisches Archiv 04/2007 vom 27. Januar 2007, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Christoph Hochhäusler bei filmportal.de
- Blog parallelfilm von Christoph Hochhäusler
- Blog raumsprache von Christoph Hochhäusler
- Revolver, Zeitschrift für Film (von Hochhäusler mitherausgegeben)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Seltene und Kostbare ( vom 5. April 2010 im Internet Archive) Interview auf der Berlinale 2006 von Marco Abel, filmtext.com
Quellen
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hochhäusler, Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Regisseur und Autor der Berliner Schule |
| GEBURTSDATUM | 10. Juli 1972 |
| GEBURTSORT | München |