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Christlicher Sängerbund

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Der Christliche Sängerbund (CS) war ein Verband von Chören aus Freikirchen, Kirchen und Gemeinschaften. Er besaß die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Seine Zentrale befand sich ab 1965 in Wuppertal. Am 31. August 2022 beendete der Verein seine Arbeit.<ref>Christlicher Sängerbund: Ende der Arbeit des CS - und nun? 2022, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2024; abgerufen am 3. März 2026.</ref>

Das zentrale Ziel des Christlichen Sängerbundes war die „Pflege und Förderung geistlichen Singens“. Hierfür wurden insbesondere Chorleiter und -mitglieder weitergebildet und neue Chorliteratur herausgegeben.<ref name="DerCS">Christlicher Sängerbund: Der CS. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. September 2023; abgerufen am 3. März 2026.</ref>

Geschichte

Der Christliche Sängerbund wurde 1879 in Elberfeld (heute: Wuppertal) mit 30 Chören aus dem Bereich der Evangelischen Allianz gegründet. Zum ersten Präsidenten wurde der Initiator des Sängerbundes Wilhelm Elsner (* 1833) gewählt.<ref name="DerCS"/> Bereits 1881 bildete sich durch die Initiative des Methodistenpredigers Hans Jakob Breiter ein Schweizer Zweig des Sängerbundes. Zu ihm gehörten 23 Chöre. Der erste Präsident dieser Sektion war der Pfarrer Rudolf Wyss.

Datei:Ernst Gebhardt.jpg
Ernst Gebhardt

Nach Wilhelm Elsners Tod im Jahr 1892 übernahm der so genannte Heilsliedersänger und Kirchenliederdichter Ernst Gebhardt das Amt des Bundesvorsitzenden. Aufgrund seiner weltweiten Kontakte schlossen sich auch zahlreiche deutschsprachige Chöre aus Nordamerika dem Wuppertaler Sängerbund an. 1898 trennten sich eine Reihe von Chören der Landeskirchlichen Gemeinschaften vom Sängerbund und schlossen sich dem inzwischen neu gegründeten Evangelischen Sängerbund an. Dennoch wuchs die Zahl der Mitglieder ständig. Sie erreichte in den Jahren 1935/36 mit rund 40.000 Mitgliedern ihren Höchststand.<ref>Gerhard Paul Michael: Artikel Christlicher Sängerbund, in: Evangelisches Gemeindelexikon (Hrsg. Ernst Heinrich Gebhardt u. a.), Wuppertal 1986, S. 451, Sp II</ref>

Ab 1949 war Herbert Beuerle Singwart. 1978 gehörten dem Christlichen Sängerbund im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin 718 Chöre mit insgesamt 18.811 Sängern und Sängerinnen an. 310 Chöre mit 4500 Mitgliedern bildeten den Christlichen Sängerbund der Deutschen Demokratischen Republik. Im Zuge der Wiedervereinigung 1990 schlossen sich dann auch die seit 1964 getrennten Bünde wieder zusammen.<ref name="DerCS"/>

Nachdem dem Christlichen Sängerbund im Jahr 2016 noch ca. 350 Chöre mit rund 4500 Mitgliedern angehörten<ref>Christlicher Sängerbund: „Singen gehört wesentlich zum Glauben“. Jesus.de, 6. September 2016, abgerufen am 3. März 2026.</ref>, verzeichneten die Mitgliedschöre des Vereins im Jahr 2022 nur noch knapp 2500 Mitglieder.<ref name="AuflösungEMK">Wolfgang Günter, Klaus Ulrich Ruof: »Das gute Stück passt nicht mehr« – Abschied vom Christlichen Sängerbund. Evangelisch-methodistische Kirche, 1. August 2022, abgerufen am 3. März 2026.</ref> Im Jahr 2021 wurde deshalb eine Auflösung des Sängerbundes zum Sommer 2022 beschlossen. Die Musik- und Chorarbeit wurde in die Verantwortung der einzelnen Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften zurückgeführt, insbesondere in das neugegründete Musikreferat der Evangelisch-methodistischen Kirche und in den Arbeitskreis Musik im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Die Verlagsarbeit des Verlag Singende Gemeinde, der dem Christlichen Sängerbund angeschlossen war, wurde durch den christlichen Verlag blessings for you übernommen.<ref name="AuflösungEMK"/>

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Sängerbundes gehörten neben Ernst Gebhardt unter anderem der Komponist, Kantor und Chorleiter Paul Ernst Ruppel sowie der Hymnologe und Kirchengeschichtler Günter Balders.<ref name="DerCS"/>

Organisation und Arbeit

Unterste Ebene des organisatorischen Aufbaus des Christlichen Sängerbundes waren regionale Zusammenschlüsse, die sogenannten „Sängerkreise“, die wiederum in Landesverbänden zusammengefasst waren. Die Landesverbände bildeten den Bundesverband, der von einem Vorstand geführt wurde.

Schwerpunkt der CS-Arbeit waren Workshops und Seminarangebote zu verschiedenen Bereichen christlicher Chor- und Musikarbeit. Vom Christlichen Sängerbund in Zusammenarbeit mit den Sängerkreisen und Landesverbänden veranstaltete Singetage führten Chöre zusammen und dienten unter anderem dem gemeinsamen Studium neuer Chorliteratur. Weiterer Arbeitsschwerpunkt waren die Singefreizeiten, die vom Sängerbund für unterschiedliche Alters- und Interessensgruppen angeboten wurden und musikalische Arbeit und Erholung miteinander verbanden.

Einzelnachweise

<references />

Literatur in Auswahl

  • Gerhard Paul Michael: Artikel Christlicher Sängerbund, in: Evangelisches Gemeindelexikon (Hrsg. Erich Geldbach u. a.), Wuppertal 1986, S. 451, Sp II – S. 452, Sp II
  • J. Giffey: 50 Jahre Christlicher Sängerbund. 1879–1929, o. Ortsangabe 1929
  • Christlicher Sängerbund der Schweiz: 100 Jahre CSS, 1981
  • Uwe Swarat (Hrsg.): Das Lob Gottes bringt den Himmel zur Erde. Festschrift für Günter Balders zum 65. Geburtstag, Wuppertal 2003
  • Klaus Hagner: Konkordanz für Gemischte Chöre, CD-Rom, Wuppertal oJ

Weblinks