Christian Schuhböck
Christian Schuhböck (* 17. März 1962 in Wien) ist ein österreichischer Landschaftsökologe. Er ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger mit Spezialisierung auf Welterbe und Nationalparks<ref>Eintrag in der Datenbank der Gerichtssachverständigen und Gerichtsdolmetscher des Bundesministeriums für Justiz gemäß § 3b Abs. 1 SDG, betrieben in Zusammenarbeit mit der Bundesrechenzentrum GmbH</ref> sowie Generalsekretär der Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation „Alliance For Nature – Allianz für Natur“ (AFN).
Leben und Wirken
Christian Schuhböck studierte Landschaftsökologie an der Universität für Bodenkultur Wien, die er mit dem akademischen Grad Dipl.-Ing. abschloss. Während dieser Ausbildung gründete er 1988 die Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation „Alliance For Nature – Allianz für Natur“, die er seither als Generalsekretär leitet. Kritiker sehen in der Alliance For Nature eine Einpersonenunternehmung und werfen dem zahlreiche Klagen gegen den Semmeringbasistunnel führenden Verein vor, von der Frächter-Lobby finanziert zu werden.<ref name="kleine">Der Tunnel-Skeptiker kämpft nicht alleine, Kleine Zeitung, 4. November 2015, zuletzt abgerufen am 21. September 2020.</ref> Schuhböck gab an, zwar der einzige offiziell auftretende Angestellte neben dem Vorstand zu sein, er werde jedoch von zahlreichen weiteren Privatpersonen operativ und finanziell unterstützt.<ref name="kleine" />
1988 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für Umweltschutz („Konrad-Lorenz-Preis für Umweltschutz“) des Bundesministeriums für Umwelt für „besondere Leistungen zur Erhaltung des Unwiederbringlichen insbesondere zur Verhinderung irreversibler Schäden der Biosphäre in Österreich“ (Initiative „Rettet das Dorfertal“) ausgezeichnet.<ref> (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive )</ref> Weiterhin ist er Träger des „Landschaftsschutzpreis 1992“ („Conservation Awards“) des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie für die AFN-Initiative „Semmeringbahn statt Tunnelwahn“.<ref>http://www.alliancefornature.at/unten_intern_bio_cs.htm</ref>
Im Zeitraum 1993–1998 organisierte Schuhböck die Initiative „Weltkulturerbe Semmeringbahn“ und konnte 1998 diese einzigartige Hochgebirgsbahn samt umgebender Kulturlandschaft in den Kreis der UNESCO-Welterbestätten führen.<ref>10 Jahre Weltkulturerbe Semmering - 10 Jahre Weltkulturerbe Semmering vom 30.08.2008. Abgerufen am 22. September 2020.</ref><ref>Christian Schuhböck: Weltkulturerbe Semmeringbahn [Beitrag auf der Homepage von Ö1 ] vom 24. Oktober 2014, abgerufen am 19. Mai 2015</ref>
1995 erhielt er eine Nominierung der AFN-„Initiatives for the World Heritage“ (‘Initiativen für das Welterbe’) für den UNESCO-„Sultan Qaboos Prize for Environmental Preservation 1995“ durch die Republik Österreich. 1998/1999 erfolgte eine Eintragung ins „Guinness-Buch der Rekorde“ beim UNESCO-Welterbe-Emblem im Rahmen der Feier „Weltkulturerbe Semmeringbahn“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> 1999 erhielt er eine Auszeichnung mit dem Preis des Stadtpräsidenten von Toruń (Polen) für die Präsentation der AFN-Wanderausstellung Das Welterbe bei der internationalen Messe Tour-Expo ’99.
Ab 1999 engagierte sich Schuhböck für die Welterbe-Ernennung der Schweizer Hochgebirgslandschaft um Jungfrau, Mönch und Eiger samt Aletschgletscher<ref>Neue Zürcher Zeitung: Grösseres Unesco-Gebiet</ref>. 2001 wird das Gebiet „Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn“ von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Danach setzte sich Schuhböck für dessen Erweiterung um Blüemlisalp, Wetterhorn und Aaregletscher im Ausmaß von weiteren 285 km² ein, die 2007 erfolgte.<ref>derStandard.at: Schweizer Weltnaturerbe erweitert</ref>
Von 1993 bis 2000 organisierte Schuhböck die Initiative „Welterbe Wachau“. Im Jahr 2000 wurde diese niederösterreichische Fluss- und Kulturlandschaft an der Donau zum UNESCO-Welterbe erklärt.<ref>Die UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. 4.Absatz Die Eintragung der Kulturlandschaft Wachau in die Liste des Welterbes und die Konsequenzen, in: arbeitskreis-wachau.at, abgerufen am 21. September 2020.</ref>
2002 folgten Auszeichnungen mit dem „Preis des Stadtpräsidenten von Toruń“ (Polen) für den attraktivsten Messestand (Weltkulturerbe Altstadt von Salzburg, Nationalpark Hohe Tauern, Großglockner-Hochalpenstraße und Österreichs Welterbestätten) bei der internationalen Messe „Tour-Expo 2002“, mit dem „Grand Prix“ der internationalen Welterbe-Messe „Tour-Expo 2002“ in Toruń (Polen) für die komplexe und interessante AFN-Präsentation aller Welterbestätten Österreichs, sowie die Performance „Rock me Amadeus“. Außerdem bekam er 2002 die „Europa Nostra Medal of Honour“ für seinen Beitrag zum Schutz und zur Wertsteigerung des natürlichen und kulturellen Erbes von Europa.<ref>Schuhböck, Christian: Weltkulturerbe Semmeringbahn, auf: kral-buch.at, abgerufen am 7. Dezember 2023.</ref> Darüber hinaus begründete das „Management Committee of Europa Nostra“ seine Entscheidung damit, dass Christian Schuhböck zu jenen Persönlichkeiten gehörte, deren Arbeit für das Erbe Europas von „Europa Nostra“ anerkannt wird. 2002 erfolgte zu dem eine Eintragung von Christian Schuhböck in die Liste „The Best in Heritage“, erstellt von ICOM, UNESCO, Europa Nostra, mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur der Republik Kroatien.
Im Mai 2003 startete Schuhböck die AFN-Initiative „Welterbe Mount Everest“<ref>Initiative „Welterbe Mount Everest“ der Alliance For Nature.</ref> mit dem Ziel der Erweiterung des bestehenden Sagarmatha-Nationalparks in Nepal auf eine grenzüberschreitende Weltnaturerbestätte Sagarmatha – Chomolungma (Nepal, Tibet). Zur Unterstützung dieser Initiative formulierte Schuhböck eine eigene Deklaration. Als Erstunterzeichner der Deklaration fanden sich sofort zahlreiche Everest-Besteiger wie Wolfgang Nairz, Peter Habeler, Reinhold Messner, Sigi Hupfauer und Tashi Tenzing (Enkel von Tenzing Norgay).
2004 erhielt Schuhböck eine Auszeichnung der Polnisch-Österreichischen-Gesellschaft für besondere Verdienste um die Beziehungen zwischen Österreich und Polen. 2007 bekam er eine Nominierung für den „Neptun Wasserpreis 2007“ für die Initiative „Grüner See / Hochschwab – Naturschutz für Wasserschutz“. 2008 folgte eine Auszeichnung der „Vereinigung der Freunde Grinzings“ für den Einsatz um die Erhaltung der Grinzinger Weingarten-Kulturlandschaft. 2009 erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1952).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Großes Ehrenzeichen der Republik Österreich für Landschaftsschützer Christian Schuhböck ( vom 30. Mai 2012 im Internet Archive)</ref><ref>Republik ehrte Umweltschützer Schuhböck, APA-Meldung auf vol.at vom 21. Januar 2009, abgerufen am 10. März 2015.</ref>
2019 wurde ihm der Berufstitel Professor<ref>Verleihung des Berufstitels „Professor“ an DI Christian Schuhböck. OTS-Meldung vom 18. März 2019, abgerufen am 24. März 2019.</ref> und das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen.<ref name="steiermark-47357846">Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen (Fotogalerie). In: steiermark.at. 6. November 2019, abgerufen am 6. November 2019.</ref><ref name="OTS_20191105_OTS0159">Christian Schuhböck erhielt Ritterkreuz I. Klasse. 5. November 2019, abgerufen am 6. November 2019.</ref>
Wirken als Sachverständiger
Aufgrund seines Engagements zum Schutz von Natur- und Kulturlandschaften ist Schuhböck auch oftmalig im Dienste von Bürgerinitiativen tätig, verfasst Expertise und Gutachten. So konnte er 2012 nachweisen, dass das Jugendstilensemble des Otto-Wagner-Spitals in Wien-Penzing den Kriterien des UNESCO-Welterbes entspricht. Ähnliches gilt für die Grinzinger Weingarten-Kulturlandschaft, deren Welterbe-Würdigkeit er bereits 2004 festgestellt hat. Schuhböcks Fachbeiträge werden in Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazinen veröffentlicht. Thematischer Schwerpunkt seiner Publikationen sind Naturschutz, Nationalparks und das Welterbe, wozu er auch Bücher schreibt.
Publikationen (Auswahl)
- Darjeelingbahn in Indien; in: Das große Buch der Lokomotiven; DuMont Buchverlag; Köln 2001; ISBN 3-7701-8676-1
- Österreichs Welterbe: Kulturdenkmäler und Landschaften unter dem Schutz der UNESCO. Christian Brandstätter, Wien 2002, ISBN 3-85498-178-3 und Reader’s-Digest-Verlag, 2002
- Das Welterbe, Ed. Hölzel Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-85116-347-6
- Otto-Wagner-Spital „Am Steinhof“, Kral-Verlag, Berndorf 2013, ISBN 978-3-99024-208-7
- Gustav Klimt und Otto Wagner – zwei Secessionisten prägen das Weltkulturerbe Wiens; in: Uncommon Culture – Art Nouveau; ICIMSS; Toruń 2013; ISSN 2082-6923
- Weltkulturerbe Semmeringbahn – Führer zur ersten UNESCO-Eisenbahn-Welterbestätte der Welt, Kral-Verlag, Berndorf 2014 (2. Auflage); ISBN 978-3-902447-70-8
- Grinzings Weingarten Kulturlandschaft – ein potentielles UNESCO-Welterbe, Kral-Verlag, Berndorf 2016, ISBN 978-3-99024-321-3<ref>Grinzings Weingarten Kulturlandschaft. In: www.kral-verlag.at. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juni 2016; abgerufen am 22. September 2020.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schuhböck, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Landschaftsökologe |
| GEBURTSDATUM | 17. März 1962 |
| GEBURTSORT | Wien |
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- Ökologe
- Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952)
- Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark
- Professor (Berufstitelträger)
- Konrad-Lorenz-Preisträger
- Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien
- Österreicher
- Geboren 1962
- Mann