Christian Schmitt (Organist)
Vorlage:Hinweisbaustein Christian Schmitt (* 1976 in Erbringen, Saar) ist ein deutscher Konzertorganist.
Leben
Ausbildung
Schmitt absolvierte das Kirchenmusikstudium an der Hochschule für Musik Saar, welches er 2001 mit dem Kirchenmusikdiplom, 2002 mit der Konzertreife für Orgel mit dem Prädikat „mit Auszeichnung bestanden“ (dreistufige Bewertungsskala: „mit Auszeichnung bestanden“, „bestanden“, „nicht bestanden“)<ref>Ordnung für die Prüfungen im Studiengang Konzertexamen an der Hochschule für Musik Saar Stand 11. November 2015</ref> sowie 2003 mit dem A-Examen für Kirchenmusik abschloss. Danach setzte er seine Studien am Boston Conservatory in den USA bei James David Christie fort und erwarb 2003 das Artist Diploma.<ref name="Musikleben"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian Schmitt ( vom 24. November 2018 im Internet Archive). Vita. Offizielle Internetpräsenz Deutsche Stiftung Musikleben. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Es folgten Studien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in der Solistenklasse bei Daniel Roth, wo er 2007 mit dem Solistenexamen abschloss.<ref name="Musikleben" /> In diesem Studium spezialisierte sich Schmitt auf das romantische und zeitgenössische Repertoire. In Meisterkursen und Privatunterricht bildete er sich unter anderem bei Gillian Weir sowie Margaret Phillips in London, Almut Rößler, Lionel Rogg, Franz Lehrndorferund Zsigmond Szathmáryweiter.<ref name="Musikleben" /> Begleitend belegte er Studiengänge für Katholische Theologie und Musikwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Er war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des Gerd-Bucerius-Stipendiums der Zeit-Stiftung, des Boston Conservatory, der Märkischen Kulturkonferenz und der Deutschen Stiftung Musikleben.<ref name="Musikleben" />
Künstlerische Laufbahn
Schmitt konzertierte unter anderem im Kultur- und Kongresszentrum Luzern, Tonhalle Zürich, Berliner Konzerthaus, Berliner Philharmonie, in der Elbphilharmonie Hamburg, in der Kölner Philharmonie<ref>das magazin 11/12 2009 – Kölner Philharmonie. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> im Wiener Konzerthaus, im Wiener Musikverein, in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles,<ref>Christian Schmitt. Programm vom 12. Januar 2020.</ref> in der Suntory Hall in Tokio,<ref>Suntory Hall Composers’ Profile II 2019: “Toshio Hosokawa & Misato Mochizuki”. Programm vom 28. November 2019</ref> im Auditorio National in Madrid<ref>CNDM. Christian Schmitt. Programmankündigung für 21. November 2020</ref> und im Leipziger Gewandhaus. 2017 spielte er auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker das Abschlusskonzert der Orgelreihe im Großen Saal der Berliner Philharmonie sowie 2012 bei den Salzburger Festspielen.
Er trat gemeinsam mit Juliane Banse, Sibylla Rubens, Michael Volle, Andreas Schmidt, Martin Grubinger, Michael Gielen, Wen-Sinn Yang, Marek Janowski, Sir Roger Norrington, Kent Nagano, Kristjan Järvi<ref>Bruckner bequem versenkt. Konzertkritik. In: Die Welt vom 21. Februar 2017. Abgerufen am 31. Mai 2018.</ref><ref>GLÜHENDE LEIDENSCHAFT. Konzertprogramm. Abgerufen am 31. Mai 2018.</ref> und Christoph Poppen auf. 2013 folgte der erste solistische Auftritt mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle,<ref>Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker: Die Freiheit nehm' ich mir. In: Tagesspiegel vom 13. August 2013. Abgerufen am 24. November 2018.</ref> 2018 war er Solist mit der Staatskapelle Berlin, ebenfalls unter Rattle, sowie 2019 unter der Leitung von Daniel Barenboim.<ref>Simon Rattle dirigiert Staatskapelle: Alle Lust des Diesseits. In: Tagesspiegel vom 14. November 2018. Abgerufen am 24. November 2018.</ref><ref>Großartig: Die Staatskapelle mit Daniel Barenboim. In: Berliner Zeitung vom 12. November 2019. Abgerufen am 28. Juli 2020.</ref>
Seit 2014 wirkt Schmitt als Hauptorganist der Bamberger Symphoniker sowie als künstlerischer Leiter der dortigen Orgelreihe.<ref>Christian Schmitt auf der Website der Bamberger Symphoniker</ref>
2017 spielte Schmitt die Uraufführung des Orgelkonzerts von Toshio Hosokawa in der Kölner Philharmonie, gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Jakub Hrůša.<ref>Bach und Brahms liegen den Zuhörern mehr als fernöstliche Experimentalmusik. Konzertkritik. Abgerufen am 31. Mai 2018.</ref> Des Weiteren spielte er Uraufführungen von Werken von Guy Bovet (Auftragswerk des Luzern-Festivals 2004), Theo Brandmüller (Breitkopf, UA für die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler 2002), Friedrich Cerha (attacca-Reihe des SWR), Toshio Hosokawa (Schott, UA und Preis für Neue Musik in Tokio 2000), Martin Herchenröder (Konzerthaus Berlin 2012), Werner Jacob (Erstaufführung in der Meistersingerhalle Nürnberg), Matthias Pintscher (attacca-Reihe des SWR), Daniel Roth (Auftragswerk der Bamberger Symphoniker 2018 und in der Philharmonie Essen 2008), Iannis Xenakis (Erstaufführung mit den Luxemburger Philharmonikern), Isang Yun sowie Frank Zabel.
Lehrtätigkeit
Neben seiner Lehrtätigkeit (2007–2016) an der Hochschule für Musik Saar hatte Schmitt Gastdozenturen an den Musikhochschulen in Oslo, Mexiko, Moskau, Seoul, Taschkent, Cremona, Ljubljana, Boston sowie in Bogota.<ref name="Musikleben" /> Er gab Kurse unter anderem an der Londoner Royal Academy of Music und übernahm 2011 eine Vertretungsprofessur an der Musikhochschule Stuttgart.<ref name="Musikleben" /> Seit 2021 lehrt er als Professor für künstlerisches Orgelspiel an der Codarts Hochschule Rotterdam.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Twee nieuwe Orgeldocenten ( vom 15. September 2021 im Internet Archive). Website Codarts Rotterdam. Abgerufen am 15. September 2021.</ref>
Wirken als Juror und Sachverständiger
Schmitt ist Mitglied der Jurys der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des Bachwettbewerbs Wiesbaden, des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert, des Wettbewerbs beim Orgelfestival „Soli Deo Gloria“ in Moskau sowie des Deutschen Musikwettbewerbs. Von 2010 bis 2012 arbeitete er gemeinsam mit Martin Haselböck als Sachverständiger für die Orgelrenovierung mit der Stiftung Berliner Philharmoniker zusammen. Seit 2016 ist er außerdem als Orgelsachverständiger für die neue Orgel der Tonhalle Zürich tätig.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TONHALLE ZÜRICH, NEUE ORGEL – DISPOSITION ( vom 24. November 2018 im Internet Archive). Abgerufen am 24. November 2018.</ref> Schmitt ist darüber hinaus Vorsitzender der Orgelkommission für die Orgel im Neubau des Konzerthauses Nürnberg und der Orgelbaukommission am Konzertsaal des Janáček-Kulturzentrums in Brünn, wo er mit dem Akustikexperten Yasuhisa Toyota zusammenarbeitet.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Preisträger bei Orgel- und Musikwettbewerben in Atlanta, Brügge, Calgary, Philadelphia und Tokio.
- 1997: 2. Preis im 10. Internationalen Orgelwettbewerb „Dom zu Speyer“ (erster Preis wurde nicht vergeben)
- 1999: 1. Preis beim 12. Internationalen Bachwettbewerb Wiesbaden
- 2000: 3. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb „Musica antiqua“ in Brügge
- 2000: Sonderpreis und Publikumspreis für Neue Musik beim 4. Internationalen Orgelwettbewerb in Tokio
- 2001: Preis des Deutschen Musikwettbewerbs in Berlin
- 2003: Solistenpreis der Europäischen Kulturstiftung „Pro Europa“ unter der Schirmherrschaft des Prinzen von Dänemark
- 2013: Echo Klassik in der Kategorie „Konzerteinspielung des Jahres“ (Musik des 19. Jh.) für die Aufnahme der Widor-Orgelsinfonien opp. 42,3 und 69<ref>Echo Klassik - Preisträger 2013. In: Echo Klassik. S. 2, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. August 2017; abgerufen am 4. Dezember 2025.</ref>
Diskografie
Schmitts Diskographie<ref>Diskografie, abgerufen am 7. Dezember 2018.</ref> umfasst über 40 solistische CD-Aufnahmen sowie Rundfunkeinspielungen mit verschiedenen ARD-Rundfunkanstalten. Er spielte unter anderem die Orgelwerke Georg Friedrich Händels nach wissenschaftlichen Gesamtausgaben auf CD ein. Mit den Bamberger Symphonikern spielte er mehrere Werke Charles-Marie Widors für Orgel und Orchester ein. Mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Label cpo bereitete er mit dem Herausgeber M. Belotti Gesamteinspielungen der Werke von Charles Koechlin, Charles-Marie Widor sowie Johann Pachelbel vor.<ref>Ausführlicher Lebenslauf, abgerufen am 7. Dezember 2018.</ref> Beim Label BIS erschienen Werke der Komponistin Sofia Gubaidulina und beim Label Ondine Kammermusik von Paul Hindemith.<ref>Suggestive Klanglichkeit. CD-Rezension bei concerti.de. Abgerufen am 21. November 2020</ref><ref>Hindemith CD-Rezension bei klassik-heute.de. Abgerufen am 21. November 2020</ref> Für das Projekt Bach333 der Deutschen Grammophon spielte er 2017 an verschiedenen historischen Orgeln mehrere Werke von Johann Sebastian Bach ein.<ref>Playlist Bach333 Organ Works bei Youtube (bereitgestellt durch die Universal Music Group)</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Christian Schmitt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Christian Schmitt bei Discogs
- Website von Christian Schmitt
- Herr über tausend Pfeifen: Christian Schmitt und seine Orgel. Porträt bei BR-Klassik
- Principal Organist: Christian Schmitt. Auf der Website der Bamberger Symphoniker, archiviert vom Original im Internet Archive am 4. April 2025
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmitt, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Organist |
| GEBURTSDATUM | 1976 |
| GEBURTSORT | Erbringen, Saar |