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Christian Friedrich von Diericke

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Christian Friedrich von Diericke (* 11. Juli 1709 in Etzen im Havelland; † 19. Februar 1783 auf Gut Gläsersdorf bei Grottkau) war ein königlich-preußischer Generalleutnant, Chef des Infanterie-Regiments Nr. 49 und Kommandant der Festung Neisse. Zudem war er Erbherr auf Gläsersdorf bei Grottkau in Schlesien und er ist der Onkel des preußischen Generalleutnants Friedrich Otto von Diericke (1743–1819).

Leben

Sein Vater war Kuno Christian Siegfried von Diericke (* 22. Juni 1645; † nach 1720). Seine Mutter war Lucia Sabine von Fraatz (* 1685; † 11. November 1759) aus dem Haus Werder.

Er ging 1726 in preußische Dienste und kam in das Infanterie-Regiment Nr. 15, dort wurde 1732 Gefreitenkorporal und am 4. Juli 1732 Fähnrich. Als das Regiment als Garde neuaufgestellt wurde, wurde er am 4. August 1740 Leutnant in das erste Bataillon versetzt (er war dort einem Kapitän gleichrangig) und in der Schlacht bei Mollwitz verwundet. Am 14. April 1741 wurde er Premier-Lieutenant. Danach kam er zum Pionier-Regiment »Walrawe« (ab 1748 »Seers«) und wurde dort am 28. Juni 1745 Oberstleutnant, am 13. September 1753 Oberst und Kommandeur des Regiments.

Beim Rückzug der preußischen Verbände nach ihrer Niederlage in der Schlacht bei Kolin fiel ihm die Verantwortung für die Verteidigung von Zittau zu. Im Gefecht bei Zittau wurde er am 23. Juli von den Österreichern gefangengenommen. Im folgenden Frühjahr wurde er wie einige andere Offiziere ausgewechselt und am 31. März 1758 zum Generalmajor befördert. Zur Begründung hieß es: „nicht allein mit aller Dexterité und Application gute und ersprießliche Dienste geleistet, sondern sich auch besonders angelegen sein lassen, die Gloire unserer Waffen dergestalt zu fördern, daß Wir damit zufrieden zu sein Ursache haben.“<ref name="ADB">Diericke, Christian Friedrich von, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 47, Leipzig 1903, S. 683–685</ref>

Diericke bestätigte das in ihn gesetzte Vertrauen bereits kurze Zeit später als er während der Belagerung von Schweidnitz in der Nacht des 15./16. April 1758 den erfolgreichen Sturmangriff auf das »Galgenfort« befehligte. Der Festungskommandant musste daraufhin Kapitulationsverhandlungen einleiten. Nach einigen kleineren Kommandos zur Deckung der schlesisch-böhmischen Grenze kam er Juni zum Korps Dohna in die Neumark. Dieser Verband kämpfte abgesetzt vom Hauptkriegsschauplatz sowohl gegen die Schweden als auch gegen die Russen. So kam Diericke in der Schlacht bei Zorndorf zum Einsatz und wurde danach neuer Inhaber seines ehemaligen Regiments.

Im April 1759 kämpfte er erfolgreich an der Peenemünder Schanze, die sich am 10. April ergab. Danach wurde das Korps wiederum gegen die russische Armee eingesetzt, erlitt jedoch in der Schlacht bei Kay eine Niederlage. Auch in der äußerst blutigen Schlacht bei Kunersdorf kam Diericke zum Einsatz. Ab dem 8. November stand er an der Spitze eines kleinen Korps, das bei Meißen auf dem östlichen Ufer der Elbe stand. Seine Aufgabe bestand in der Beobachtung der österreichisch besetzten Festung Dresden und in der Deckung der preußischen Nachschublinie entlang des Flusses. Nachdem starker Eisgang die provisorische Brücke zerstört hatte, war Diericke von der Hauptarmee König Friedrichs II. auf dem westlichen Ufer abgeschnitten. Dies nutzte der österreichische General Philipp Levin von Beck zu einem Angriff mit überlegenen Kräften am 3./4. Dezember 1759, woraus sich das Gefecht bei Meißen entwickelte. Diericke deckte den Rückzug eines Teils seiner Truppen (vor allem Artillerie und Kavallerie) mit Kähnen über die Elbe. Mit den letzten drei Bataillonen hielt er sich noch eine Weile auf den Höhen am Elbufer bevor er kapitulieren musste. So ging er ein zweites Mal in Kriegsgefangenschaft, aus der er nicht wieder ausgetauscht wurde.

Die tapfere Gegenwehr fand auch den Beifall des Königs. So wurde er nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft am 20. Mai 1764 zum Generalleutnant ernannt und am 9. Dezember zum Kommandanten von Neisse. 1770 erhielt er den gewünschten Abschied und dazu eine Pension.

Nach dem Krieg kaufte er 1764 das Gut Gläsersdorf, wo er Jahre später verstarb.

Familie

Er war mit Luise Juliane von Grävenitz (* August 1721; † 30. Juli 1793) verheiratet. Das Paar hatte eine Tochter und drei Söhne:

  • Karoline Sabine (* 27. Januar 1752; † 1772) ⚭ 15. Mai 1770 Sigismund Adam von Rappold, preußischer Hauptmann
  • Christoph Wilhelm (* 9. August 1754; † 14. April 1813) Oberst, Kommandeur IR. 49, ⚭ 14. Mai 1792 Ernestine Friedericke Elisabeth Künemann (* 3. März 1768; † 8. April 1816)
  • Johann Ernst (* 5. Oktober 1755; † 24. Juni 1825), Postmeister ⚭ Auguste von Natalis (* 1752; † 4. Juni 1822)
  • Christine Sophie (* 1756; † 29. Dezember 1806) ⚭ 1806 Carl Peter von Tresckow (1742–1811), preußischer Generalmajor
  • Albrecht Ferdinand Alexander (* 1760; † 27. August 1809), preußischer Rittmeister
⚭ Karoline Loise Henriette von Hoverbeck († 19. Dezember 1791)
⚭ N.N. von Fritz

Literatur

Einzelnachweise

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