Zum Inhalt springen

Chordom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11

Datei:Chordom Histologie.jpg
Typische Histopathologie des Chordoms: Strangartig angeordneten Tumorzellen vor einer mukoiden Matrix. Hämatoxylin-Eosin-Färbung. Vergrößerung 200x
Datei:Chordoma brachyury immunohistochemistry.jpg
Histopathologie des Chordoms: Positivität der Tumorzellen für brachyury.
Datei:Chordom Computertomographie axial.jpg
Chordom am Steißbein im axialen Computer­tomographie­bild
Datei:Chordom Computertomographie sagittal.jpg
Chordom am Steißbein im sagittalen Computer­tomographie­bild

Chordome sind langsam und destruktiv wachsende Tumoren der Wirbelsäule und der Schädelbasis, die in etwa 10 % der Fälle metastasieren.

Chordome werden manchmal zu den Knochentumoren gezählt, obwohl sie nicht aus Knochengewebe stammen, sondern aus Resten der Chorda dorsalis (Notochordoa) an den Enden der Wirbelsäule. Damit lassen sich auch ihre Hauptlokalisationen, nämlich Schädelbasis und Steißbein, erklären. Die ICD-O-3 klassifiziert sie unter die Sonstigen Tumoren des Nervensystems (Nr. 937).

Epidemiologie

Chordome machen etwa 1 % aller Knochentumoren aus und treten in der Regel erst jenseits des 30. Lebensjahres auf. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen.<ref name="PMID28980142">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Symptome

Symptome entstehen besonders durch Druck auf Nerven durch den Tumor, was allgemein zu Schmerzen und Nervenausfällen führen kann. Chordome im Bereich der Schädelbasis führen so zu Kopf- und Nackenschmerzen, Diplopie und weiteren Hirnnervenausfällen<ref name="PMID28980142" />.

Therapie

Die Therapie besteht in der chirurgischen Entfernung. Da diese nur in 30 % der Fälle vollständig gelingt, folgt in der Regel eine Strahlentherapie, um die Rezidiv-Rate weiter zu verringern<ref name="PMID28980142" />. Trotzdem kommt es in zwei Drittel der Fälle zu einem Lokalrezidiv des Tumors<ref name="PMID28980142" />. Chordome sind chemotherapieresistent<ref name="PMID28980142" />. Studien legen eine Wirksamkeit einer adjuvanten Therapie mit Imatinib und Lapatinib<ref>Phase II study on lapatinib in advanced EGFR-positive chordoma, Annals of Oncology 00: 1–6, 2013, doi:10.1093/annonc/mdt117.</ref> nahe.

Gen-Analysen an elf Patienten, denen keine Standardtherapie mehr half, ergaben bei drei Patienten eine gestörte DNA-Reparatur. Ein bei anderen Krebsarten mit mangelnder homologer Rekombination zugelassener PARP-Inhibitor stoppte in einer experimentellen Behandlung das Tumorwachstum zehn Monate – bis eine neue Resistenzmutation die Wirkung der Arznei aufhob.<ref>Stefan Gröschel, Daniel Hübschmann, Francesco Raimondi et al. (2019) Defective homologous recombination DNA repair as therapeutic target in advanced chordoma. Nature Communications, doi:10.1038/s41467-019-09633-9</ref>

Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 63–78 %, die 10-Jahres-Überlebensrate 16–32 %.

Literatur

  • Heuck, Wörtler, Vestring: Radiologie der Knochen- und Gelenkerkrankungen: Primäre und sekundäre Knochentumoren. Thieme Verlag, 1997, ISBN 3-13-107071-4

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems

Vorlage:Hinweisbaustein