Chlorfluorid
Chlorfluorid ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Chlor und Fluor besteht. Wie die meisten Interhalogene und alle Chlorfluoride ist sie extrem reaktiv.<ref name="Römpp">Vorlage:RömppOnline</ref> Entdeckt wurde sie 1928 von Otto Ruff.<ref name="HoWi"/>
Gewinnung und Darstellung
Chlorfluorid kann hergestellt werden, indem man ein Gemisch von elementaren Chlor und Fluor in Anwesenheit von Kupferspänen auf 250 °C erhitzt.<ref name="HoWi"/>
- <math>\mathrm{ Cl_2 + F_2 \longrightarrow 2 \ ClF }</math>
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Chlortrifluorid mit Chlor.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 166.</ref>
- <math>\mathrm{ ClF_3 + Cl_2 \longrightarrow 3 \ ClF }</math>
Eigenschaften und Verwendung
Als Feststoff und Gas ist Chlorfluorid farblos, als Flüssigkeit besitzt es eine fahlgelbe Farbe. Mit Wasser, Metallen und vielen organischen Verbindungen reagiert es stürmisch unter Feuererscheinung; Glas greift es unter Bildung explosiver Chloroxide an.<ref>Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Chlorfluoride im Lexikon der Chemie; abgerufen am 4. Juni 2009.</ref> Chlorfluorid kann als mittelstarkes Fluorierungsreagens eingesetzt werden.<ref name=dicincomp/>
Sicherheitshinweise
Aufgrund seiner enormen brandfördernden Wirkung muss Chlorfluorid mit äußerster Vorsicht gehandhabt werden. Bei Einatmen reagiert es mit Feuchtigkeit zu hypochloriger Säure und Fluorwasserstoffsäure. Diese wirken stark reizend auf die Schleimhäute und können zu einem lebensbedrohlichen Lungenödem führen. Des Weiteren bindet Fluorwasserstoffsäure Magnesium und Calcium im Körper als schwer lösliche Fluoride und wirkt so als starkes systemisches Gift, was u. a. zu Krämpfen, Herzrhythmusstörungen, und Organversagen führen kann.
Einzelnachweise
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