Blei(II)-chlorid
| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kristallstruktur von Blei(II)-chlorid | |||||||||||||||||||
| Vorlage:Farbe Pb2+ Vorlage:Farbe Cl− | |||||||||||||||||||
| Kristallsystem | |||||||||||||||||||
| Raumgruppe |
Pnma (Nr. 62) | ||||||||||||||||||
| Gitterparameter |
a = 762,3(2) pm b = 904,8(2) pm c = 453.4(2) pm<ref name ="Braekken">H. Braekken: Die Kristallstruktur von Bleichlorid, PbCl2. In: Zeitschrift für Kristallographie 83, 1932, S. 222–226, doi:10.1524/zkri.1932.83.1.222.</ref> | ||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Blei(II)-chlorid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| ||||||||||||||||||
| Verhältnisformel | PbCl2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer Feststoff<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 278,10 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
5,85 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
500 °C<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
950 °C<ref name="Merck" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
| ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−359 kJ·mol−1<ref>PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Blei(II)-chlorid (PbCl2) ist das Blei(II)-salz der Salzsäure. Es kristallisiert in weißen, rhombischen Nadeln oder Prismen aus.
Vorkommen
In der Natur kommt Blei(II)-chlorid als Mineral Cotunnit vor.
Gewinnung und Darstellung
Blei(II)-chlorid lässt sich durch Reaktion von Blei oder Blei(II)-oxid mit Chlor oder Salzsäure darstellen.<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1013–1015.</ref>
- <chem>Pb + Cl2 -> PbCl2</chem>
Da Blei(II)-chlorid in Wasser schwerlöslich ist, fällt es aus bleihaltigen wässrigen Lösungen aus. Dies wird in der Salzsäuregruppe des Kationentrennungsganges ausgenutzt, um Blei von anderen Ionen abzutrennen.<ref name="Jander">Gerhart Jander, Ewald Blasius: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum (einschliesslich der quantitativen Analyse); mit 61 Tabellen. Hrsg.: Joachim Strähle, Rolando Rossi. 14., neu bearb. / von Joachim Strähle und Eberhard Schweda Auflage. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 3-7776-0672-3, S. 245.</ref>
Eigenschaften
Blei(II)-chlorid kristallisiert wie Blei(II)-fluorid, Blei(II)-bromid oder auch Samarium(II)-chlorid in der Raumgruppe Pnma. Dabei ist jedes Bleiatom von insgesamt neun Chlorid-Anionen in Form eines dreifach überkappten trigonalen Prismas koordiniert. Diese Prismen bilden Stränge entlang der c-Achse. Der Koordinationspolyeder um die Chlorid-Anionen sind sowohl quadratische Pyramiden, als auch Tetraeder aus Blei-Kationen.<ref name ="Braekken" /><ref name="HoWi" />
Während Blei(II)-chlorid in kalter, verdünnter Salzsäure nur sehr gering löslich ist, löst es sich gut in konzentrierter Salzsäure oder konzentrierten Chloridlösungen (z. B. Natriumchlorid) unter Bildung von Chloroplumbaten.<ref name="Jander" /><ref>Sven Hagemann: Thermodynamische Eigenschaften des Bleis in Lösungen der ozeanischen Salze. Braunschweig 1999, S. 166, doi:10.24355/dbbs.084-200511080100-200 (tu-braunschweig.de [abgerufen am 11. März 2021]).</ref> Löslich ist es zudem in Ammoniumchlorid und -nitratlösungen, da sich dabei lösliche Komplexe bilden.<ref name="Römpp" />
Verwendung
Blei(II)-chlorid wird zur Herstellung von Bleichromat und als Flussmittel verwendet. Früher wurde es auch zur Herstellung mehrerer Pigmente, Pattinsons Bleiweiß (Bleihydroxidchlorid) und Veroneser Gelb (Bleioxidchlorid) genutzt.<ref name="Römpp">Eintrag zu Bleichloride. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
Nachweis von Schwefel: Werden Schwefelverbindungen (mit Natriumhydroxid zusammen) erhitzt und lässt man dies mit PbCl2 reagieren, so entsteht schwarzes, schwer lösliches Blei(II)-sulfid.<ref>Michal Punčochář: H2S + PbCl2 → 2 HCl + PbS. In: Chemequations. Abgerufen am 31. März 2022 (deutsch).</ref><ref>Manfred Kuballa, Joachim Kranz: Pocket Teacher Abi – Chemie. Cornelsen, Berlin 2000, ISBN 3-589-21361-2, S. 209.</ref>
- <chem>H2S + PbCl2 -> 2 HCl(aq) + PbS</chem>
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Blei(II)-Verbindungen: Blei(II)-fluorid | Blei(II)-chlorid | Blei(II)-bromid | Blei(II)-iodid
Blei(IV)-Verbindungen: Blei(IV)-fluorid | Blei(IV)-chlorid | Blei(IV)-bromid | Blei(IV)-iodid Vorlage:Klappleiste/Ende
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gehört zu einer als gefährlich eingestuften Stoffgruppe (CLP-Verordnung)
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung
- Stoff mit reproduktionstoxischer Wirkung
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Bleiverbindung
- Chlorid
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 63
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 72