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Blei(II)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Chlorblei)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Blei(II)-chlorid
Vorlage:Farbe Pb2+ 0 Vorlage:Farbe Cl
Kristallsystem

orthorhombisch

Raumgruppe

Pnma (Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62

Gitterparameter

a = 762,3(2) pm b = 904,8(2) pm c = 453.4(2) pm<ref name ="Braekken">H. Braekken: Die Kristallstruktur von Bleichlorid, PbCl2. In: Zeitschrift für Kristallographie 83, 1932, S. 222–226, doi:10.1524/zkri.1932.83.1.222.</ref>

Allgemeines
Name Blei(II)-chlorid
Andere Namen
  • Bleidichlorid
  • Hornsalz
Verhältnisformel PbCl2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="Merck" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-845-5
ECHA-InfoCard 100.028.950
PubChem 24459
ChemSpider 22867
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 278,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Merck" />

Dichte

5,85 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

500 °C<ref name="Merck" />

Siedepunkt

950 °C<ref name="Merck" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.788">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302+332​‐​351​‐​360Df​‐​372​‐​410
P: 201​‐​260​‐​273​‐​301+312​‐​304+340+312​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−359 kJ·mol−1<ref>PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Blei(II)-chlorid (PbCl2) ist das Blei(II)-salz der Salzsäure. Es kristallisiert in weißen, rhombischen Nadeln oder Prismen aus.

Datei:Bleichlorid.jpg
Seinen alternativen Namen (Hornsalz) verdankt er seiner Farbe – dem Horn analog.

Vorkommen

In der Natur kommt Blei(II)-chlorid als Mineral Cotunnit vor.

Gewinnung und Darstellung

Datei:PbCl2precipiate.jpg
Blei(II)-chlorid-Niederschlag

Blei(II)-chlorid lässt sich durch Reaktion von Blei oder Blei(II)-oxid mit Chlor oder Salzsäure darstellen.<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1013–1015.</ref>

<chem>Pb + Cl2 -> PbCl2</chem>

Da Blei(II)-chlorid in Wasser schwerlöslich ist, fällt es aus bleihaltigen wässrigen Lösungen aus. Dies wird in der Salzsäuregruppe des Kationentrennungsganges ausgenutzt, um Blei von anderen Ionen abzutrennen.<ref name="Jander">Gerhart Jander, Ewald Blasius: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum (einschliesslich der quantitativen Analyse); mit 61 Tabellen. Hrsg.: Joachim Strähle, Rolando Rossi. 14., neu bearb. / von Joachim Strähle und Eberhard Schweda Auflage. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 3-7776-0672-3, S. 245.</ref>

Eigenschaften

Datei:Lead(II) chloride crystals.jpg
Blei(II)-chlorid-Kristalle

Blei(II)-chlorid kristallisiert wie Blei(II)-fluorid, Blei(II)-bromid oder auch Samarium(II)-chlorid in der Raumgruppe Pnma. Dabei ist jedes Bleiatom von insgesamt neun Chlorid-Anionen in Form eines dreifach überkappten trigonalen Prismas koordiniert. Diese Prismen bilden Stränge entlang der c-Achse. Der Koordinationspolyeder um die Chlorid-Anionen sind sowohl quadratische Pyramiden, als auch Tetraeder aus Blei-Kationen.<ref name ="Braekken" /><ref name="HoWi" />

Während Blei(II)-chlorid in kalter, verdünnter Salzsäure nur sehr gering löslich ist, löst es sich gut in konzentrierter Salzsäure oder konzentrierten Chloridlösungen (z. B. Natriumchlorid) unter Bildung von Chloroplumbaten.<ref name="Jander" /><ref>Sven Hagemann: Thermodynamische Eigenschaften des Bleis in Lösungen der ozeanischen Salze. Braunschweig 1999, S. 166, doi:10.24355/dbbs.084-200511080100-200 (tu-braunschweig.de [abgerufen am 11. März 2021]).</ref> Löslich ist es zudem in Ammoniumchlorid und -nitratlösungen, da sich dabei lösliche Komplexe bilden.<ref name="Römpp" />

Verwendung

Blei(II)-chlorid wird zur Herstellung von Bleichromat und als Flussmittel verwendet. Früher wurde es auch zur Herstellung mehrerer Pigmente, Pattinsons Bleiweiß (Bleihydroxidchlorid) und Veroneser Gelb (Bleioxidchlorid) genutzt.<ref name="Römpp">Eintrag zu Bleichloride. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Nachweis von Schwefel: Werden Schwefelverbindungen (mit Natriumhydroxid zusammen) erhitzt und lässt man dies mit PbCl2 reagieren, so entsteht schwarzes, schwer lösliches Blei(II)-sulfid.<ref>Michal Punčochář: H2S + PbCl2 → 2 HCl + PbS. In: Chemequations. Abgerufen am 31. März 2022 (deutsch).</ref><ref>Manfred Kuballa, Joachim Kranz: Pocket Teacher Abi – Chemie. Cornelsen, Berlin 2000, ISBN 3-589-21361-2, S. 209.</ref>

<chem>H2S + PbCl2 -> 2 HCl(aq) + PbS</chem>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Blei(II)-Verbindungen: Blei(II)-fluorid | Blei(II)-chlorid | Blei(II)-bromid | Blei(II)-iodid

Blei(IV)-Verbindungen: Blei(IV)-fluorid | Blei(IV)-chlorid | Blei(IV)-bromid | Blei(IV)-iodid Vorlage:Klappleiste/Ende