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Schneeballblättriger Gänsefuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Chenopodium opulifolium)

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Schneeballblättriger Gänsefuß
Datei:Neuchâtel Herbarium - Chenopodium opulifolium - NEU000004628.jpg

Schneeballblättriger Gänsefuß (Chenopodium opulifolium), Herbarexemplare

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Gattung: Gänsefüße (Chenopodium)
Art: Schneeballblättriger Gänsefuß
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium opulifolium
Schrad. ex W.D.J.Koch & Ziz

Der Schneeballblättrige Gänsefuß (Chenopodium opulifolium), auch Schneeball-Gänsefuß oder Schneeballblatt-Gänsefuß genannt,<ref name="BIB" /> ist eine in Mitteleuropa heimische Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Datei:Chenopodium opulifolium sl83.jpg
Habitus

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Schneeballblättrige Gänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze mit Wuchshöhen von meist 20 bis 80 (bis 100) cm. Der aufrechte bis aufsteigende, meist stark verzweigte Stängel ist dicht bemehlt und auch im Herbst ohne Rotfärbung. Die Seitenzweige stehen teilweise fast waagerecht ab, so dass die ganze Pflanze fast halbkugelig wirkt.

Die nicht aromatischen Blätter sind oberseits graugrün, unterseits heller, und meist beidseitig dicht bemehlt (ähnlich wie beim Weißen Gänsefuß). Der Blattstiel ist etwa 0,5 bis 2 (bis 3) cm lang. Die Blattspreite erreicht eine Länge von 1 bis 3,5 (bis 5) cm und eine Breite von 1 bis 3 (bis 4) cm. Die Spreitenform ist eiförmig oder rhombisch-eiförmig, etwa so lang wie breit, und deutlich dreilappig mit kurzen, stumpfen Seitenlappen und einem halbkreisförmigen (selten langspitzigem) Mittellappen. Die Spreitenbasis ist keilförmig bis gestutzt, der Blattrand gezähnt oder ganzrandig.

Blütenstand und Blüte

Die Blütenstände sind endständige oder seitliche zusammengesetzte Scheinähren aus knäueligen, fast kugeligen Teilblütenständen mit einem Durchmesser von 3 bis 4 mm. Tragblätter fehlen. Die zwittrigen Blüten besitzen eine Blütenhülle aus fünf nur an der Basis verwachsenen Tepalen. Die Tepalenzipfel sind eiförmig mit stumpfer Spitze, etwa 1 mm lang und 1,1 mm breit, dicht bemehlt und auf dem Rücken gekielt. Es sind fünf Staubblätter und ein Fruchtknoten mit zwei sehr kurzen Narben vorhanden.

Frucht und Samen

Zur Fruchtzeit wird die Frucht von der Blütenhülle bedeckt. Die Frucht ist flach-eiförmig, die glatte oder undeutlich körnige Fruchtwand liegt dem Samen nicht an. Der Same ist linsenförmig oder flachgedrückt-kugelig mit einem Durchmesser von 0,8 bis 1,25 mm. Die schwarze Samenschale ist glatt oder schwach netzartig gemustert (radial gerillt).

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind.<ref name="BiolFlor" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 54.<ref name="Tropicos" />

Vorkommen und Gefährdung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schneeballblättrigen Gänsefußes liegt in Mittel-, Süd- und Ost-Europa, im nördlichen und tropischen Afrika und in Südwest- und Westasien bis nach Mittelasien (Turkmenistan). Als eingeführte Art kommt er auch in Nordamerika, Australien und Südafrika vor.<ref name="GRIN" />

In Mitteleuropa ist der Schneeballblättrige Gänsefuß ein Archaeophyt, der eventuell auch bereits ohne Zutun des Menschen einheimisch war. Er ist von der Ebene bis in die Hügelregion zu finden und gilt hier als wärmeliebend. Er wächst selten und unbeständig in kurzlebiger Ruderalvegetation, beispielsweise an Wegrändern, auf Schuttplätzen oder an Mauern auf mäßig trockenen, nährstoffreichen Sand- oder Lehmböden.<ref name="Oberdorfer" /> Oft kommt er gemeinsam mit dem Gestreiften Gänsefuß vor (im Chenopodietum ruderale (stricti) oder im Sisymbrio-Atriplicetum oblongifoliae).

In Deutschland ist die Art bundesweit ungefährdet. In Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz gilt sie aber als gefährdet (Rote Liste gefährdeter Arten 3). In Sachsen ist sie sogar stark gefährdet und in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht.<ref name="FloraWeb" />

In der Schweiz ist der Schneeballblättrige Gänsefuß vom Aussterben bedroht und in manchen Gebieten bereits ausgestorben.<ref name="ZDS" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).<ref name="ZDS" /> Er steigt im Kanton Wallis bis 900 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Aellen1979" />

Systematik

Die Benennung dieser Art geht auf Heinrich Adolf Schrader zurück; eine gültige Erstveröffentlichung erfolgte 1814 durch Wilhelm Daniel Joseph Koch und Johann Baptist Ziz.<ref name="Koch-Ziz" /><ref name="Tropicos" />

Synonyme von Chenopodium opulifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad. ex Koch & Ziz, die auf demselben Typusexemplar beruhen, sind Anserina opulifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schrad. ex Koch & Ziz) Montandon, Chenopodium album subsp. opulifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schrad. ex W.D.J. Koch & Ziz) Maire, Chenopodium album var. opulifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schrad.) Aswal. und Chenopodium opulifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad.<ref name ="Tropicos" />

Als weitere Synonyme gelten Chenopodium album f. viride <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Aellen, Chenopodium album var. viride <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Moq., Chenopodium erosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Bastard (nom. illeg.), Chenopodium opulifolium subsp. orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />Murr, Chenopodium opulifolium subsp. ugandae <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, Chenopodium triangulare <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk., Chenopodium ugandae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aellen) Aellen und vermutlich Vulvaria opulifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bubani.<ref name="ThePlantList" />

Nutzung

Die Blätter des Schneeballblättrigen Gänsefußes können roh oder gekocht wie Spinat zubereitet werden. Rohe Blätter sollten wegen ihres Gehalts an Saponinen allerdings nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Auch die Samen sind gekocht essbar oder können gemahlen als Mehlzusatz dienen. Es wird empfohlen, sie über Nacht einzuweichen und danach gründlich abzuspülen, um die Saponine zu entfernen.<ref name="PFAF" />

Die ganze Pflanze kann als Färbepflanze für gold-grüne Farbtöne verwendet werden.<ref name="PFAF" />

Belege

  • (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen)
  • Steven E. Clemants, Sergei L. Mosyakin: Chenopodium. In: (Abschnitte Beschreibung, Vorkommen)

Einzelnachweise

<references> <ref name="BIB">Eintrag bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol</ref> <ref name="BiolFlor"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chenopodium opulifolium (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.ufz.de bei BiolFlor – Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.</ref> <ref name="FloraWeb">Schneeballblättriger Gänsefuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> /<ref name="Oberdorfer"></ref> <ref name="PFAF">Chenopodium opulifolium bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="ThePlantList">Eintrag bei The Plant List, abgerufen am 1. Februar 2012.</ref> <ref name="Tropicos">Chenopodium opulifolium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="ZDS">Chenopodium opulifolium. In: Info Flora (Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora). Letzter Zugriff am 13. Mai 2025.</ref> <ref name="Koch-Ziz">Wilhelm Daniel Joseph Koch, Johann Baptist Ziz: Catalogus plantarum quas in ditione florae Palatinatus legerunt G. Koch et J. B. Ziz: in amicorum usum conscriptus. Phanerogamia. Mainz 1814, S. 6 (online).</ref> <ref name="Aellen1979">Gustav Hegi et al. 1979: Chenopodium. In: .</ref> </references>

Weblinks