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Chelidonsäure

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Strukturformel
Strukturformel der Chelidonsäure
Allgemeines
Name Chelidonsäure
Andere Namen

4-Oxo-4H-pyran-2,6-dicarbonsäure (IUPAC)

Summenformel C7H4O6
Kurzbeschreibung

hellrotes Pulver<ref name="Sigma"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 202-749-0
ECHA-InfoCard 100.002.499
PubChem 7431
ChemSpider 7153
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 184,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

265 °C<ref name="Sigma"/>

Löslichkeit

mäßig in Wasser<ref name="Frank Humphreys Storer">Frank Humphreys Storer: First Outlines of a Dictionary of Solubilities of Chemical Substances. Sever and Francis, 1864, S. 125 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name=Sigma/>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chelidonsäure ist eine heterocyclische organische Dicarbonsäure. Sie besitzt ein Pyran-Grundgerüst.

Geschichte

Bei der Untersuchung des Krauts und der Wurzel des Schöllkrauts entdeckte J. M. A. Probst 1839 die Chelidonsäure. Lerch (1846), Hutstein (1851) und Wilde (1863) veröffentlichten in der Folge die Ergebnisse ihrer Forschungen.<ref>Dr. Probst. Beschreibung und Darstellungsweise einiger bei der Analyse des Chelidonium majus neu aufgefundenen Stoffe. In: Annalen der Pharmacie, Band XXIX (1839), S. 116–120: Chelidonsäure (Digitalisat)</ref><ref>Joseph Udo Lerch (1816–1892). Untersuchung der Chelidonsäure. In: Annalen der Chemie und Pharmacie, Band LVII (1846), S. 273–318 (Digitalisat)</ref><ref>J. Hutstein in Breslau. Darstellung der Chelidonsäure. In: Archiv der Pharmacie. Zweite Reihe Band LXV (1851), S. 23–24 (Digitalisat)</ref><ref>C. Wilde. Über Chelidonsäure. In: Annalen der Chemie und Pharmacie, Band CXXVII (1863), 2. Heft S. 164–170 (Digitalisat)</ref><ref>August Husemann und Theodor Husemann: Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen. Springer, Berlin 1871, S. 782-–786: Chelidonsäure. Chelidonimsäure. Chelidoxanthin. (Digitalisat)</ref>

Darstellung

Zur Herstellung von Chelidonsäure wird zunächst Aceton in einer zweifachen Claisen-Kondensation mit Oxalsäurediethylester umgesetzt. Als Base wird praktischerweise Natriumethanolat (NaOEt) verwendet. Der hierbei entstehende 2,4,6-Trioxo-1,7-dicarbonsäurediethylester kann anschließend mittels wässriger Salzsäure (HCl) zu Chelidonsäure cyclisiert werden.<ref>G. Horvath, C. Russa, Z. Koentoes, J. Gerencser, Synth. Comm., 1999, 29, 21, S. 3719–3732.</ref>

Synthese von Chelidonsäure
Synthese von Chelidonsäure

Eigenschaften

Chelidonsäure ist ein farbloser und geruchloser Feststoff, der bei 265 °C schmilzt. Sie löst sich schlecht in Wasser.<ref name="David R. Lide">David R. Lide: CRC Handbook of Chemistry and Physics A Ready-reference Book of Chemical and Physical Data. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-0595-5, S. 446 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Reaktionen

Durch Reduktion kann Chelidonsäure zur Herstellung von 2,6-Pyrandicarbonsäuren genutzt werden. Zur Reduktion kann beispielsweise ein Palladiumkatalysator herangezogen werden.<ref>Attenburrow, J. Chem. Soc., 1945, S. 571–574.</ref>

Reduktion von Chelidonsäure
Reduktion von Chelidonsäure

Chelidonsäure reagiert mit Aminen zu Hydropyridindicarbonsäure-Derivaten. So kann Chelidamsäure durch die Umsetzung mit Ammoniak aus Chelidonsäure gewonnen werden.

Reaktion von Chelidonsäure mit Ammoniak
Reaktion von Chelidonsäure mit Ammoniak

Werden an Stelle von Ammoniak primäre Amine (z. B. Ethylamin) verwendet, können N-alkylierte Pyridinderivate erhalten werden:<ref>D. G. Markees, J. Org. Chem., 1958, 23, S. 1030, doi:10.1021/jo01101a025.</ref>

Reaktion von Chelidonsäure mit einem primären Amin
Reaktion von Chelidonsäure mit einem primären Amin

Einzelnachweise

<references />