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Charter-Partie

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Die Charter-Partie ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist im Seehandel ein Warenbegleitpapier über einen Seefrachtvertrag für eine Schiffscharter.

Auch auf See wird zwischen Linienverkehr und Charterverkehr unterschieden. Die Charter-Partie ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, „geteilte Urkunde“) betrifft ausschließlich den Schiffscharter. Da die Charterreise regelmäßig niedrigere Transportkosten als der Linienverkehr aufweist, spielt die Charter-Partie zunehmend eine bedeutendere Rolle.<ref>Siegfried G. Häberle, Handbuch der Akkreditive, Inkassi, Exportdokumente und Bankgarantien, 2000, S. 325</ref>

Geschichte

Erste Frachtbriefe gab es beim Landtransport und in der Binnenschifffahrt, bevor sie im Eisenbahn-, Luft- und zuletzt auch im Seetransport eingeführt wurden.<ref>Florian Gehrke, Das elektronische Transportdokument, 2005, S. 3</ref> Ein erster Vorläufer der Charter-Partie tauchte im Jahre 236 nach Christus in Italien auf. Es handelte sich um eine geteilte Urkunde ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=it|SCRIPTING=Latn|SERVICE=italienisch}}), eine im Zickzack zerschnittene Doppelurkunde, von welcher der Befrachter und Verfrachter je einen Teil erhielten. Erst wenn jemand die zusammengefügte Urkunde präsentieren konnte, besaß er das Verfügungsrecht über die Fracht.<ref>Patrick M. Alderton, Reeds Sea Transport: Operation and Economics, 2011, S. 176</ref> Auch das byzantinisch-rhodische Seerecht kannte ab 600 den Vorläufer der Charter-Partie.<ref>William Tetley, International Encyclopedia of Comparative Law, Instalment 12: Maritime Transportation, 1981, S. 33</ref> Aus dem Mittelalter fand man eine englische Charter-Partie ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) des Schiffes „The Cheritie“ aus dem Jahre 1531. Der englische Begriff ist eine Verfälschung des italienischen Originalworts.

Das königlich-preußische Seerecht von 1727 kodifizierte erstmals im deutschen Rechtsraum Charter-Partie („Certepartie“) und Konnossement („connaissement“) als Urkunden des Seefrachtvertrages.<ref>Florian Gehrke, Das elektronische Transportdokument, 2005, S. 61</ref> Sie wurde zwischen dem Verfrachter (Schiffer) und dem Befrachter abgeschlossen und enthielt den Frachtvertrag.<ref>Reinhold Nizze, Das allgemeine Seerecht der civilisirten Nationen, Band 1, 1857, S. 259</ref> Das Allgemeine Preußische Landrecht (APL) vom Juni 1794 definierte die „Charte-Partie“ als schriftlichen Kontrakt eines Befrachters eines ganzen Schiffes mit dem Schiffer (II, 8, § 1620 APL). Im Jahre 1835 übersetzte die Brockhaus Enzyklopädie die Charter-Partie als Frachtvertrag.<ref>F.A. Brockhaus (Hrsg.), Vollständiges Handwörterbuch der deutschen, französischen und englischen Sprache, 1835, S: 42</ref> Das ADHGB vom Mai 1861 schrieb in Art. 558 ADHGB vor, dass bei Beladung eines Schiffes jede Vertragspartei verlangen kann, dass über den Vertrag eine schriftliche Urkunde („Chartepartie“) errichtet werde.<ref>Hermann J. Meyer (Hrsg.), Neues Konversations-Lexikon, Band 4, 1863, S. 542 f.</ref> Dem englischen Stamp Act aus 1870 zufolge ist sie „ein Übereinkommen oder ein Kontrakt zur Vermietung eines Schiffes … zwischen dem Kapitän, Führer oder Reeder eines Schiffes … bezugnehmend auf Fracht … an Bord eines solchen Schiffes“.<ref>Hansa Zeitschrift für Seewesen (Hrsg.), Wöchentlich erscheinendes Zentralorgan für Schifffahrt, Band 15, 1878, S. 93</ref>

Maßgeblich für die international vereinheitlichte Ausarbeitung der heutigen Charter-Partie ist die Baltic and International Maritime Conference (BIMCO),<ref>Reinhold Sellien/Helmut Sellien (Hrsg.), Gablers Wirtschaftslexikon, 1980, S. 911</ref> die 1908 die erste international einheitliche Charter-Partie veröffentlichte.

Rechtsfragen

Rechtsgrundlage der Charter-Partie ist der in {{#switch: juris

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Die Charter-Partie ist ein Konnossement und in Art. 22 ERA 600 besonders geregelt, wenn sie für ein Akkreditiv ausdrücklich verlangt wird. Das Charter-Partie-Konnossement entspricht inhaltlich dem normalen Konnossement mit der Ausnahme, dass es nicht vom Frachtführer, sondern vom Kapitän oder Schiffseigentümer zu unterzeichnen ist. Als Konnossement ist die Charter-Partie ein Wertpapier – und zwar konkret ein gekorenes Orderpapier des {{#switch: juris

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International

Durch den Chartervertrag verpflichtet sich in der Schweiz der Reeder als Verfrachter, den Raumgehalt eines bestimmten Seeschiffes ganz oder teilweise für eine bestimmte Zeit (Zeitcharter) oder für eine oder mehrere bestimmte Seereisen (Reisecharter) dem Befrachter zur Verfügung zu stellen, und der Befrachter zur Leistung einer Vergütung ({{#switch: ch

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In Österreich bezieht sich gemäß {{#switch: RIS-B

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Weblinks

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 }}] im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz {{#if:||<ref>Achtung: Die Datenbasis hat sich geändert; bitte Ergebnis überprüfen und SBB=1 setzen, wenn Ergebnis sinnvoll.</ref>}}

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein