Behaarter Kälberkropf
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| Behaarter Kälberkropf | ||||||||||||
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| Datei:Świerząbek orzęsiony Chaerophyllum hirsutum.jpg
Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chaerophyllum hirsutum | ||||||||||||
| L. |
Der Behaarte Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), auch Rauhaariger Kälberkropf,<ref name="FloraWeb" /> Wimper-Kälberkropf, Bach-Kälberkropf<ref name="ExkursionsfloraA2008"/> oder Gewöhnlicher Gebirgs-Kälberkropf<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kälberkröpfe (Chaerophyllum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Beschreibung
Erscheinungsbild und Blatt
Der Behaarte Kälberkropf ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 6 bis, meist 20 bis 120 Zentimetern.<ref name="Thellung1965" /> Das etwas kriechende Rhizom ist gegliedert oder walzlich. Der Stängel ist im Querschnitt rund, glatt oder etwas gerillt, abstehend behaart und oben verzweigt; er ist im oberen Teil ästig und unter den Nodien nicht oder kaum verdickt.<ref name="Thellung1965" />
Von wechselständig angeordneten Laubblättern sind die Grundblätter und die unteren Stängelblätter lang gestielt, die oberen Stängelblätter sitzen oft auf der Blattscheide. Die Blattspreiten sind im Umriss breit-dreieckig, bis fünfeckig und drei- bis vierfach fiederschnittig.<ref name="Thellung1965" /> Sie sind im Vergleich zum Gold-Kälberkropf dunkel-grün, unterseits meist glänzend<ref name="Thellung1965" /> und wie ihr Blattstiel borstig-flaumig behaart, bisweilen aber auch ganz kahl.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der doppeldoldige Blütenstand ist vor der Anthese überhängend und 10- bis 20-strahlig. Die Doldenstrahlen sind kahl.<ref name="Thellung1965" /> Eine Hülle fehlt oder besteht aus ein bis zwei hinfälligen Hüllblättern. Die ungleich geformten fünf bis zehn Hüllchenblätter sind lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende, breit weißhautrandig und bewimpert; sie sind zuletzt zurückgeschlagen.<ref name="Thellung1965" />
Die Blüten sind zwittrig. Die weißen oder rosafarbenen Kronblätter sind verkehrt-herzförmig, etwas ausgerandet und am Rand deutlich bewimpert. Das Griffelpolster ist kegelförmig und allmählich in die steifen, aus aufrechtem Grund nur wenig spreizenden, in einem spitzen Winkel voneinander abstehenden Griffel verschmälert.<ref name="Thellung1965" />
Die bei Reife gelb- bis dunkel-braune Doppelachäne ist bei einer Länge von 4 bis, meist 6 bis 12 Millimetern so lang oder länger als ihr Stiel,<ref name="Thellung1965" /> linealisch und nach oben verjüngt; ihr größter Querdurchmesser ist 1 bis etwa 3 Millimeter.<ref name="Thellung1965" /> Der Fruchthalter ist etwas über dem Grund am dicksten und nur an der Spitze oder bis zur Hälfte zweispaltig.<ref name="Thellung1965" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ähnliche Arten
Der Behaarte Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum) ist leicht mit dem Alpen-Kälberkropf (Chaerophyllum villarsii <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch) zu verwechseln. Er hat aber dreizählige Grundblätter, bei denen die beiden Grundfiedern fast so groß sind wie die Endfieder. Der Alpen-Kälberkropf hat dagegen Grundblätter, die mehr als dreizählig gefiedert sind und bei denen die beiden Grundfiedern kleiner sind als die restliche Endfieder. Bei ihm sind die Fruchthalter fast bis zum Grund zweispaltig, während sie bei Chaerophyllum hirsutum nur oben zweispaltig sind.<ref name="Oberdorfer2001" /> Bei Chaerophyllum villarsii sind die Blattscheiden der oberen Laubblätter nur 3 bis 10 Millimeter lang. Bei Chaerophyllum hirsutum sind sie 1 bis 5 Zentimeter lang.<ref name="Thellung1965" />
Ökologie
Beim Behaarten Kälberkropf handelt es sich um einen Hemikryptophyten. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Rhizome, die zu einer ausgeprägten Polykormbildung führen können.
Blüten weisen einen unangenehmen Geruch nach Aminen auf. Die zuerst männlich aufblühenden Blüten werden häufig von Käfern und Fliegen aufgesucht.
Neben der Klettausbreitung spielt die Verschwemmung der Diasporen eine Rolle bei der Ausbreitung.
Vorkommen
Chaerophyllum hirsutum kommt in den gebirgigen Gebieten von Europa, in den Alpen, den zentraleuropäischen Mittelgebirgen, den Pyrenäen, Apenninen, dem Balkan und den Karpaten vor. Es gibt Fundortangaben in den Ländern Spanien, Andorra, Frankreich, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Rumänien, Bulgarien, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland und Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> Im Vereinigten Königreich und in Dänemark ist der Behaarte Kälberkropf ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> In Mitteleuropa kommt der Behaarte Kälberkropf zerstreut bis selten vor.
In Österreich ist er sehr häufig zu finden; dagegen fehlt er in Wien<ref name="ExkursionsfloraA2008"/>. In der Schweiz ist er häufig zu finden. Chaerophyllum hirsutum kommt in Deutschland nur im Süden bis Südosten des Gebiets häufiger vor. In den Bachtälern der Bergwälder ist er etwa vom Westerwald, über Rhön, Harz, Thüringen, Sachsen (Erzgebirge) bis in die Alpen verbreitet.
Der Behaarte Kälberkropf besiedelt Feuchtwiesen, Wiesen- und Bachsäume, Ufer sowie Grünlandbrachen, in der subalpinen Höhenstufe auch Hochstaudenfluren und verwandte Pflanzengesellschaften. Luftfeuchte, lichte oder nur mäßig beschattete Standorte werden öfter besiedelt. Der Behaarte Kälberkropf kommt oft in der Assoziation Chaerophyllo-Ranunculetum aconitifolii (Verband Calthion) vor, aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Filipendulion, Aegopodion podagrariae oder Alno-Ulmion minoris.<ref name="Oberdorfer2001" />
In den Allgäuer Alpen steigt der Behaarte Kälberkropf bis zu einer Höhenlage von 1900 Meter an der Höfats auf<ref name="Dörr-Lippert2004" />. In Tirol und im Tessin erreicht er 2100 Meter, im Kanton Wallis 2450 Meter.<ref name="Thellung1965" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Chaerophyllum hirsutum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 258 erstveröffentlicht<ref name="SpPla"/>.<ref name="GRIN"/> Synonyme für Chaerophyllum hirsutum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Bellia hirsuta (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) Bubani und Chaerophyllum cicutaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Vill.<ref name="Euro+Med" />
Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:
- Chaerophyllum hirsutum subsp. hirsutum: Sie kommt in Europa und im Kaukasusraum vor.<ref name="Euro+Med" />
- Chaerophyllum hirsutum subsp. magellense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ten.) Pignatti: Bei dieser Unterart ist die Frucht sehr groß und 13 bis 18 (bis 20) Millimeter lang.<ref name="Thellung1965" /> Sie kommt nur in Italien im Apennin von der Toskana und Emilia bis Kampanien und Basilicata vor.<ref name="Euro+Med" /><ref name="Thellung1965" /> Das Epitheton magellense bedeutet „von der Majella“.<ref name="Thellung1965" />
Früher wurde auch eine Unterart:
- Chaerophyllum hirsutum subsp. villarsii (<templatestyles src="Person/styles.css" />(W.D.J.Koch) Arcang.) aufgeführt, die meist als eigenständige Art Alpen-Kälberkropf (Chaerophyllum villarsii <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch) angesehen wird.<ref name="Euro+Med" />
Trivialnamen
Für den Behaarten Kälberkropf bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bergkörbel (Schweiz), Bergschierling, Groswedendank und Rosskümmel (Bern, Memmingen).<ref name="Pritzel1882" />
Quellen
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Chaerophyllum hirsutum L. s. str., Rauhaariger Kälberkropf (i. e. S.). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Chaerophyllum hirsutum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="SpPla"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1. Stockholm 1753, S. 258 (eingescannt – Erstveröffentlichung von Chaerophyllum hirsutum eingescannt bei Biodiversity Heritage Library). </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 89. (eingescannt). </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965, S. 1006–1014. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 264. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011): Apiaceae. Datenblatt Chaerophyllum hirsutum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
- Chaerophyllum hirsutum agg.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Behaarter Kälberkropf. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Datenblatt mit Bildern bei Blumen in Schwaben.
- Walter Obermayer: Chaerophyllum hirsutum (Behaart-Kälberkropf). In: Plants of Styria. Institute for Plant Sciences; University Graz, Austria, abgerufen am 11. März 2012 (Bild-Datenbank mit Detailfotos).