Kleines Leinkraut
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| Kleines Leinkraut | ||||||||||||
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| Datei:Chaenorhinum minus Sturm20.jpg
Kleines Leinkraut (Chaenorhinum minus), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chaenorhinum minus | ||||||||||||
| (L.) Lange |
Das Kleine Leinkraut (Chaenorhinum minus), auch Kleiner Orant und Gewöhnlicher Klaffmund genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Der deutsche Name "Kleines Leinkraut" erinnert daran, dass früher diese Art zu den Leinkräutern (Linaria) als Linaria minor <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Desf. gerechnet wurde.
Beschreibung
Das Kleine Leinkraut ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von meist 10 bis 25 (5 bis 40) cm. Der aufrechte Stängel ist rund und meist von unten an sparrig verzweigt. Stängel und Blätter sind abstehend behaart, oft auch mit Drüsenhaaren. Die im unteren Bereich des Stängels gegenständig, im übrigen Bereich wechselständig angeordneten Laubblätter sind kurz gestielt bis sitzend. Die einfache, etwas fleischige Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 35 mm und einer Breite von etwa 4 mm lineal-lanzettlich.
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln in den Achseln von Tragblättern. Der Blütenstiel weist eine Länge von 3 bis 25 mm auf. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind 2 bis 5 mm lang. Die hellvioletten Blütenkronblätter bilden eine „löwenmaulförmige“ Krone, d. h. die Unterlippe hat eine Aufwölbung, die den Blüteneingang versperrt. Die Oberlippe besteht aus zwei, die Unterlippe aus drei Kronlappen. Den hinteren Teil der Blüte bildet ein fast gerader, kurz konischer, gestutzter Sporn. Die Blüte ist 5 bis 12 mm lang, wovon fast die Hälfte auf den Sporn entfällt. Sie ist weißlila, außen oft etwas violett überlaufen. Der Unterlippenwulst und „Gaumen“ im Inneren der Blüte ist hellgelb.
Die ungleich eiförmige Kapselfrucht ist als Deckelkapselfrucht mit seichter Querrille ausgebildet, mit ungleichen Fächern, die sich mit zahnartigen Klappen öffnet. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Wind.
Selbstbestäubung ist bei Chaenorhinum minus sehr häufig. Aus diesem Grund haben sich viele Sippen herausgebildet, die sich untereinander etwas unterscheiden.
Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 14.<ref name="Oberdorfer" />
Vorkommen
Schwerpunkt der Verbreitung des Kleinen Leinkrauts ist Süd- und Mitteleuropa. Es kommt jedoch auch bis nach Schweden, Finnland und auf den Britischen Inseln vor. Außerhalb Europas kommt es in Marokko, Algerien und im westlichen Asien vor.<ref name="POWO" /> Durch Verschleppung ist es gelegentlich auch in anderen Ländern und in Nordamerika zu finden<ref>Verbreitungskarte Nordhalbkugel</ref>. Im deutschsprachigen Gebiet ist es im Süden verbreitet und meist häufig anzutreffen, im Norden zerstreut<ref>Verbreitungskarte Deutschland (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>.
Das Kleine Leinkraut bevorzugt basische und kalkhaltige, sandige oder steinige Böden. Es kommt als Ackerunkraut vor, findet sich heute aber meistens an Straßenrändern, auf Bahnanlagen und in aufgelassenen Steinbrüchen. Das Kleine Leinkraut ist primär wohl eine Charakterart der Klasse Thlaspietea rotundifolii, vor allem des Verbands Stipion calamagrostis, sekundär kommt es in Gesellschaften der Verbände Sisymbrion, Fumario-Euphorbion, Caucalidion lappulae oder Salsolion vor.<ref name="Oberdorfer" /> In den Allgäuer Alpen steigt es im Kleinen Walsertal am Straßenrand bei Hirschegg-Wäldele bis zu 1170 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie und Systematik
Die Gattung Chaenorhinum wurde früher in die Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) eingeordnet. Genetische Untersuchungen haben jedoch die Zugehörigkeit zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) ergeben.
Diese Art wurde 1753 unter dem Namen Antirrhinum minus durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 617 erstveröffentlicht. Sie wurde 1870 durch Johan Martin Christian Lange in Prodromus Florae Hispanicae, Band 2, S. 577–578 in die Gattung Chaenorhinum gestellt, dort „Chaenorrhinum“ geschrieben. Weitere Synonyme für Chaenorhinum minus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Lange sind: Chaenorhinum viscidum <templatestyles src="Person/styles.css" />Simonk., Linaria minor <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Desf. und Microrrhinum minus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fourr. <ref name="tropicos" />
Es gibt vier Unterarten von Chaenorhinum minus:
- Chaenorhinum minus subsp. anatolicum <templatestyles src="Person/styles.css" />P.H.Davis: Sie kommt in der Ägäis vor.
- Chaenorhinum minus subsp. minus
- Chaenorhinum minus subsp. idaeum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rech. fil.) R.Fern.: Sie kommt auf Kreta vor.
- Chaenorhinum minus subsp. pseudorubrifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Gamisans: Sie kommt auf Korsika vor.
Namen
Weitere deutsche Bezeichnungen für das Kleine Leinkraut sind oder waren auch Klein Berufkraut und Hundsschädel.<ref>Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 35, online.</ref>
Bilder
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Habitus
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Blüte
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Blüte
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Frucht
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Samen
Quellen
Literatur
- Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 4, Kosmos Verlag, ISBN 3-440-08048-X.
- K. Lauber, G. Wagner: Flora Helvetica CD-ROM V. 1.0. Verlag Paul Haupt, ISBN 3-258-05407-X.
- Kleines Leinkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum (Abschnitt Beschreibung)
Einzelnachweise
<references> <ref name="tropicos"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintrag bei Tropicos ( des Vorlage:IconExternal vom 16. August 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Oberdorfer"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, S. 831, ISBN 3-8001-3131-5. </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1. </ref> <ref name="InfoFlora">Chaenorrhinum minus (L.) Lange In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Chaenorhinum minus. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>
Weblinks
- Chaenorhinum minus (L.) Lange, Kleiner Orant. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Kleines Leinkraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Thomas Meyer: Orant Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Gewöhnlicher Klaffmund / Kleiner Orant / Kleines Leinkraut Microrrhinum minus (s. str) (Chaenarrhinum minus subsp. minus) bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2006.