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Carl Wilhelm Witterstätter

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Karl Wilhelm Witterstätter (* 18. Juni 1883<ref name="JBDLV1913">F. Rasch (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Luftfahrer-Verbandes 1913. Paß & Garleb, Berlin 1913, 8. Führerliste, c) Flug-Führer, S. 132 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> in Oppenheim; † 7. Oktober 1964 ebenda) war ein deutscher Flugpionier.

Leben

Witterstätter beendete sein Studium der Luftschifffahrt und Flugtechnik an der Technischen Hochschule Darmstadt als Diplomingenieur. 1910 begann er seine Fliegerkarriere an der Flugschule von August Euler in Darmstadt und erwarb dort am 17. Januar 1911 den 52. Deutschen Pilotenschein.<ref name="JBDLV1913" /><ref>Flugprüfung auf einem Voisin-Doppeldecker, einem Lizenznachbau von Euler</ref> Er gehörte damit zu den sogenannten „Alten Adlern“.<ref>Als „Alte Adler“ werden die 817 Frauen und Männer bezeichnet, die vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 1. August 1914, die Prüfung zum Flugzeugführer bestanden.</ref>

Mit einem eigenen Flugzeug nahm er erfolgreich an Flugwettbewerben und Flugschauveranstaltungen teil:

  • Erster deutscher Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein (Mai 1911) von Baden-Baden über Freiburg, Mühlhausen, Straßburg, Weißenburg, Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Worms, Oppenheim, Mainz, Frankfurt, Offenbach, Darmstadt und zurück nach Frankfurt.
  • Nordwestflug (1911) von Bremen nach Hamburg.
  • Schauflüge in Mainz (1912) zur Popularisierung der Fliegerei.

Bei einem fehlerhaften Bahntransport zu einer Veranstaltung verlor er 1913 seine beiden Rumpler-Tauben.<ref>Entgegen seiner ausdrücklichen Anweisung hatte man die beiden Güterwagen nicht vor, sondern hinter der Lokomotive eingestellt. Durch Funkenflug fing die Textilbespannung und die Holzkonstruktion der Flugzeuge Feuer. Beide brannten völlig aus.</ref> Witterstätter ließ sich dadurch nicht entmutigen und wurde 1914 Fluglehrer und Flugzeugbauer in Leipzig.

Witterstätter war im Ersten Weltkrieg 1914–1918 Pilot der Fliegertruppe<ref>Verzeichnis der Mitglieder der Fliegertruppe 1914–1918</ref> und kehrte erst drei Jahre nach Kriegsende zurück.

Er arbeitete danach mehrere Jahre als Dozent am Kyffhäuser-Technikum in Frankenhausen. Das Kyffhäuser-Technikum für Landmaschinen-, Flugzeug-, Elektrobau war 1896 gegründet worden und bestand bis 1946.<ref name="Portrait">Website von Bad Frankenhausen Stadtportrait. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2019; abgerufen am 10. August 2019.</ref><ref>Das Lehrgebäude war seit 1215 Refektorium des Zisterzienserinnenklosters St. Georgii und ist heute Bestandteil des Kyffhäuser-Gymnasiums (Haus II). siehe Weblink des Kyffhäuser-Gymnasiums</ref> 1908 begann Professor Ingenieur Siegmund Huppert, der Direktor des Kyffhäuser-Technikums, seine Vorlesungen zu Konstruktionen und zum Bau von Flugzeugen. Die technische Bildungseinrichtung verfügte damit über den ersten Lehrstuhl Deutschlands für Flugzeugbau.<ref name="Portrait" /><ref>Website von Bad Frankenhausen Flugplatz Udersleben</ref>

Später setzte Witterstätter seine Karriere im technischen Dienst des Reichsluftfahrtministeriums in Berlin fort.

1951 kehrte er verarmt nach Oppenheim zurück. Er erhielt für seine Verdienste um die Luftfahrt noch hohe Auszeichnungen. In seinen letzten Lebensjahren gab er seine Erfahrungen auf dem heimischen Segelflugplatz an die Jugend weiter. Witterstätter starb 1964 nach kurzer Krankheit.

Literatur

  • Oberhaus, Michael: Auf den Spuren des Flugpioniers Karl Wilhelm Witterstätter. Veröffentlicht in: Oppenheimer Hefte Nr. 19/20 – 1999, S. 144–146, Herausgeber: Oppenheimer Geschichtsverein, Schriftleitung: Martin Held, ISBN 3-87854-146-5

Fußnoten

<references />

Weblinks