Carl Friedrich Wilhelm Zincken
Carl Friedrich Wilhelm Zincken (* 1729 in Halle; † 2. August 1806 in Seesen) war ein deutscher Jurist und Justizbeamter im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.
Leben
Carl Friedrich Wilhelm Zincken, aufgewachsen in Halle, Weimar und Leipzig, Sohn des Wirtschaftsgelehrten und Juristen Georg Heinrich Zincken und von Sophie Juliane Marie geb. Alverdessen,<ref>Zimmermann, Paul, "Zincke, Georg Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 313–315 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115698841.html#adbcontent</ref> studierte ab 1746 am Braunschweiger Collegium Carolinum<ref>Düsterdieck, Peter: Die Matrikel des Collegium Carolinum und der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig 1745-1900. Bearb. von Peter Düsterdieck – Hildesheim: Lax, 1983. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 9, Abt. 5)</ref> und an der Universität Helmstedt u. a. bei seinem Vater Jura und war nach seinem Studium im Dienst des Braunschweigischen Herzogs als Fiskal und Generalauditeur tätig sowie u. a. Mitglied der Herzoglichen Deutschen Gesellschaft in Helmstedt.<ref>Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur, Band 16, S. 407f. Meyer, Lemgo 1772-1781</ref> Von 1776 bis 1781 nahm er als Auditeur des Generalstabs<ref>[1] Archivbestand NLA WO 38 B Alt Nr. 243, Titel der Akte von 1776: Die Bestallung der Auditeure (Feldrichter) bei den Regimenter der in englischen Sold überlassenen Fürstlichen Truppen in Amerika, außerdem die Bestallung des Generalstabs-Auditeurs Karl Friedrich Wilhelm Zincke</ref> der braunschweigischen Truppen am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil, 1783 wurde er zum Hofrat und Gerichtsschultheiß in Seesen ernannt.
Von seiner ersten Frau Sophie, die er 1762 geheiratet und mit der er zwei Kinder hatte, u. a. den nachmaligen Hofmedicus und Entomologen Julius Leopold Theodor Friedrich Zincken (genannt Sommer) (1770–1856), ließ er sich nach der Rückkehr aus Amerika scheiden und heiratete am 25. Februar 1791 in Seesen erneut. Aus dieser Ehe mit Johanne Philippine Dorothee geb. Niedhard ging der Mineraloge Johann Ludwig Carl Zincken hervor, der in Seesen am 13. Juni 1791 geboren wurde.
<imagemap> Datei:Stammbaum.Johann.Christoph.Sommer.png|mini|center|hochkant=3|Der Stammbaum von Johann.Christoph.Sommer, mit einigen Wikilinks zu bekannten Familienangehörigen. rect 370 154 755 214 Julius Leopold Theodor Friedrich Zincken rect 245 40 533 103 Carl Friedrich Wilhelm Zincken rect 857 40 1114 103 Johann Christoph Sommer rect 64 154 351 214 Johann Ludwig Carl Zincken rect 688 380 1000 444 Hans Sommer (Komponist, 1837) </imagemap>
Als maßgeblicher Unterstützer des befreundeten Israel Jacobson gründete der Freimaurer Carl Friedrich Wilhelm Zincken 1801<ref>[2] www.jüdische-gemeinden.de</ref> in Seesen eine Reformschule mit, die so genannte Jacobson-Schule, eine Religions- und Industrieschule, auf der jüdische und christliche Kinder gemeinsam etwa im aufklärerischen Sinne von Lessings „Ringparabel“ erzogen werden sollten. Zincken formulierte 1801 erste Gedanken hinsichtlich der Errichtung eines Schulinstitutes in Seesen und fasste Jacobsons Schul-Pläne in konkrete Konzepte. Seine direkten Verbindungen zum herzoglichen Hof halfen, die Gründung des Lehrinstituts trotz örtlicher Proteste vollziehen zu können.<ref>Tegtmeyer, Gundula Madeleine: Wegbereiter des Reformjudentums, in: tachles, Das jüdische Wochenmagazin (www.tachles.ch) vom 11. Okt. 2019</ref>
Zu den ersten christlichen Schülern gehörten sein Sohn Johann Ludwig Carl sowie ein Neffe des in Braunschweig geborenen Komponisten Ludwig Spohr.<ref>Klaus, Dieter: Beziehungen beiderseits des Harzes, in: Hildesheimer Heimat-Kalender 1995. Gerstenberg, Hildesheim 1994</ref>
Werke
- Kurze und deutliche Einleitung zur Kriegs-Rechtsgelahrsamkeit in Deutschland, für angehende Auditeurs und Officiers: Nebst einer Vorrede von den Pflichten eines Auditeurs. Hechtel, Helmstedt [u. a.] 1771 (Vorlageform des Erscheinungsvermerks: Helmstädt und Magdeburg, Verlegt bey dem Commercien-Rath Hechtel, 1771).<ref>[3] Deutsche Digitale Bibliothek, SUB Göttingen -- 8 J GERM IV, 2535 </ref>
- Rechtliche Wirthschaftssätze und Cautelen bey Contracten, Kaufen, Verkaufen, Verpachten und Verwalten öffentlicher oder Privatgüter, so weit sich ein Wirth und Cammeralist davon Kenntniß erwerben muß. Nebst einer Vorrede, welche das Leben des weiland H. B. C. Hof- und Cammerraths … Georg Heinrich Zinken enthält. Hartknoch, Riga 1772.
- Kurze Anleitung zur praktischen Kriegs-Rechtsgelahrsamkeit in Deutschland, als der zweite Theil der Einleitung zur Kriegs-Rechtsgelahrsamkeit, zum Gebrauch der Herren Officiers und Auditeurs entworfen. Kühnlein, Helmstedt 1778 (Vorlageform des Erscheinungsvermerks: Helmstedt druckts und verlegts Johann Heinrich Kühnlin, 1778).
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zincken, Carl Friedrich Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Justizbeamter in Wolfenbüttel und Braunschweig |
| GEBURTSDATUM | 1729 |
| GEBURTSORT | Halle (Saale) |
| STERBEDATUM | 2. August 1806 |
| STERBEORT | Seesen |