Carl Friedrich Solbrig (Unternehmer)
Carl Friedrich Solbrig (* 15. März 1807 in Reichenbach im Vogtland; † 17. März 1872 in Harthau) war ein deutscher Unternehmer und Politiker.
Leben und Wirken
Der Sohn eines Webers aus dem vogtländischen Reichenbach musste bereits im Alter von sieben Jahren zum Unterhalt der Familie beitragen. Als Andrehjunge arbeitete er bis zu seiner Konfirmation in der Spinnerei von Christian Gotthelf Brückner in Mylau. Anschließend begann er eine Lehre in der Tuchmacherei und Wollkämmerei von Friedrich Glaß in Reichenbach. Nachdem er diese Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete er eine Zeitlang in Gera, einem Zentrum der Wollfabrikation und Tuchmacherei. Anschließend war er als Werkmeister in der Tuchfabrik von Thum in Katharinenberg bei Reichenberg im Isergebirge tätig.<ref name="Uhlmann">Wolfgang Uhlmann: Carl Friedrich Solbrig. In: Von Alberti bis Zöppel – 125 Biografien zur Chemnitzer Geschichte. Edition Reintzsch, 2000, ISBN 3-930846-22-5, S. 107.</ref>
1841 kehrte der Kaufmann Solbrig in das Königreich Sachsen zurück und trat in die Spinnerei von August Kühne in Altchemnitz ein. Nach Kühnes Ausscheiden führte Solbrig das Unternehmen unter der Firmierung C. F. Solbrig weiter. Nachdem er 1849 von Carl Gottlieb Haubold die Gebäude der ehemals Bernhardschen Maschinenspinnerei in Harthau pachten konnte, verlagerte er sein Unternehmen dorthin und errichtete in den Gebäuden eine Kammgarnspinnerei. 1856 erwarb er die Grundstücke ganz.<ref>chemnitzgeschichte.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Harthau ( vom 31. August 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Vorlage:LuiseBMS</ref> Um 1860 befanden sich in seinem Etablissement 33 Feinspinnmaschinen nebst allen erforderlichen Kämmerei- und Verarbeitungsmaschinen. Zum Betrieb dienten ein Wasserrad und zwei Dampfmaschinen. Er beschäftigte etwa 250 Mitarbeiter.<ref name="ADSI">Kammgarnspinnerei von C. F. Solbrig. In: Album der Sächsischen Industrie. Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, S. 41 f.</ref> Aufgrund seines vorrangigen Engagements in der Wollproduktion wird Solbrig auch als Chemnitzer „Wollkönig“ bezeichnet.<ref name="Uhlmann" /> Für seine Erzeugnisse erhielt er u. a. 1845 auf der Industrieausstellung in Dresden eine Silbermedaille, sowie 1850 eine silberne Medaille auf der deutschen Industrieausstellung in Leipzig, die große erste Preismedaille auf der Weltausstellung in London sowie die große Preismedaille auf der allgemeinen deutschen Industrieausstellung in München.<ref name="ADSI" /> 1867 wurde ihm vom sächsischen König das Ritterkreuz vom Albrechtsorden verliehen.<ref>Leipziger Zeitung, 13. Januar 1867</ref> Die Nachfolger seiner Textilfabrik firmierten ab 1871 als Actien-Gesellschaft Sächsische Kammgarnspinnerei zu Harthau und nach dem Zweiten Weltkrieg als VEB Kammgarnspinnereien.
Solbrig gehörte zu den Mitbegründern der Chemnitzer Aktienspinnerei<ref>Die Chemnitzer Aktienspinnerei. In: chemnitz-stadtfuehrung.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Mai 2016; abgerufen am 23. Juni 2023.</ref> am heutigen Postplatz.<ref>Wieck’s, F.G. deutsche illustrirte Gewerbezeitung. Band 1857, S. 121 f. (books.google.de)</ref> Um 1860 erwarb er die Spinnerei in Altchemnitz (in der Nähe der nach ihm benannten Solbrigstraße) zurück, die er zunächst als Filiale der Harthauer Fabrik betrieb,<ref name="ADSI" /> ab 1863 aber unter dem Namen C. F. Solbrig Söhne firmierte.<ref name="Uhlmann" />
Von 1863 bis 1869 gehörte Solbrig als Vertreter des 14. bäuerlichen Wahlkreises der II. Kammer des Sächsischen Landtags an.<ref>Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Dresden 2001, S. 129</ref>
In seinem Testament stiftete er 46.000 Mark für wohltätige Zwecke, die u. a. für eine Kleinkinderbewahranstalt, ein Waisenhaus, ein Armenhaus und für Gymnasial- und Universitätsstudien verwendet wurden.<ref name="Uhlmann" />
Solbrig wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof Harthau beigesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Solbrig-Grabstätte ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Literatur
- Wolfgang Uhlmann: Carl Friedrich Solbrig. In: Von Alberti bis Zöppel – 125 Biografien zur Chemnitzer Geschichte. Edition Reintzsch, 2000, S. 107. ISBN 3-930846-22-5.
- Kammgarnspinnerei von C. F. Solbrig. In: Album der Sächsischen Industrie. Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, S. 41 f.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Solbrig, Carl Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und Politiker, Abgeordneter im Sächsischen Landtag |
| GEBURTSDATUM | 15. März 1807 |
| GEBURTSORT | Reichenbach im Vogtland |
| STERBEDATUM | 17. März 1872 |
| STERBEORT | Harthau |
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- Mitglied der Zweiten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen
- Politiker (19. Jahrhundert)
- Unternehmer (19. Jahrhundert)
- Unternehmer (Chemnitz)
- Geboren 1807
- Gestorben 1872
- Mann
- Deutscher