Carl-von-Ossietzky-Medaille (Friedensrat der DDR)
Die Carl-von-Ossietzky-Medaille war eine seit 1963 vom Deutschen Friedensrat (später Friedensrat der DDR) verliehene nichtstaatliche Auszeichnung. Sie wurde für Verdienste um die Erhaltung und Sicherung des Friedens verliehen.
Die Medaille wurde anlässlich des 25. Jahrestages der Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky am 25. November 1961 gestiftet.<ref>Neues Deutschland, 26. November 1961, S. 2</ref> Den Vorschlag zur Stiftung hatte Walter Bredendiek während einer erweiterten Tagung des Präsidiums des Deutschen Friedensrates im Oktober 1961 unterbreitet.<ref>Neue Zeit, 3. Mai 1963, S. 4</ref> Ein Kuratorium zur Verleihung der Medaille wurde am 25. Januar 1963 gegründet.<ref>Neue Zeit, 27. Januar 1963, S. 1</ref> Die erste feierliche Verleihung der Medaille fand am 4. Mai 1963, dem 25. Todestag Ossietzkys, im Apollosaal der Deutschen Staatsoper zu Berlin statt.<ref>Neue Zeit, 3. Mai 1963, S. 4</ref> Bereits am Vortag hatte der Präsident des Deutschen Friedensrates, Walter Friedrich, auf der 23. Plenartagung des Deutschen Friedensrates die erste Medaille erhalten.<ref>Berliner Zeitung, 4. Mai 1963, S. 2</ref> In der Folge wurde die Medaille in Feierstunden zu Ossietzkys Geburtstag im Oktober, außerdem unregelmäßig zu Gelegenheiten wie den Geburtstagen der Geehrten, verliehen.
Preisträger (Auswahl)
- 1963: Walter Friedrich;<ref>Berliner Zeitung, 4. Mai 1963, S. 2</ref> Bertrand Russell, Maud von Ossietzky, Hermann Budzislawski, Emil Fuchs, Fritz Kroh, Greta Kuckhoff, Helene Weigel, Arnold Zweig, Karlludwig Opitz, Karl Schabrod, Emil Graf von Wedel, Leo Weismantel;<ref>Neues Deutschland, 5. Mai 1963, S. 4</ref> Vladimir Pozner<ref>Neues Deutschland, 25. November 1963, S. 3</ref>
- Der Literaturnobelpreisträger Russell gab die Medaille 1964 demonstrativ zurück, um gegen die Inhaftierung des IG-Metall-Journalisten Heinz Brandt in der DDR zu protestieren; der Protest trug zur Freilassung Brandts bei.
- 1964: Wilhelm Elfes;<ref>Neue Zeit, 5. Juni 1964, S. 1</ref> Wilhelmine Schirmer-Pröscher;<ref>Neues Deutschland, 9. Juli 1964, S. 2</ref> Otto Dix<ref>Neues Deutschland, 20. September 1964, S. 4</ref> Albert Norden, Alexander Abusch, Gerhart Eisler, Peter Alfons Steiniger, Hedda Zinner, Otto Nagel, Bruno Theek, John Peet, Otto Pankok, Franz Paul Schneider, Heinz Kraschutzki, Richard Scheringer, Erwin Eckert, die Zeitschrift Die Weltbühne, das Kollektiv des Fernsehfilms Carl von Ossietzky (unter Regie von Richard Groschopp)<ref>Neues Deutschland, 4. Oktober 1964, S. 6</ref>
- 1965: Heinz Kamnitzer, Karl Kleinschmidt, Leo Regener, Maximilian Scheer, Friedrich Flierl, Günter Wirth;<ref>Neue Zeit, 6. Mai 1965, S. 2</ref> Ernst Niekisch;<ref>Neue Zeit, 15. Mai 1965, S. 2</ref> Adolf Deter;<ref>Neues Deutschland, 24. Juni 1965, S. 2</ref> Heinz Willmann;<ref>Neues Deutschland, 7. August 1965, S. 2</ref> Paul Wandel;<ref>Neues Deutschland, 6. Oktober 1965, S. 5</ref> verdiente Mitglieder und Helfer der Volkssolidarität<ref>Berliner Zeitung, 24. Oktober 1965, S. 2</ref>
- 1967: Isabelle Blume, Walter Bredendiek, Peter Edel, Renate Riemeck, Pierre Paraf<ref>Neue Zeit, 6. Mai 1967, S. 4</ref>
- 1968: Klara Marie Faßbinder u. a.<ref>Neue Zeit, 9. Mai 1968, S. 2</ref>
- 1969: Heinrich Toeplitz u. a.<ref>Neue Zeit, 8. Oktober 1969, S. 2</ref>
- 1970: Werner Eggerath<ref>Neue Zeit, 18. März 1970, S. 2</ref>
- 1974: Ingeborg Küster
- 1988: Alfred Dreifuß
Einzelnachweise
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